Zwei Stürze: Neuer Radweg macht Fortschritte – ist aber noch nicht verkehrssicher

dzRadfahren in Fröndenberg

Ein Teil des neuen „Schüler-Radwegs“ von der GSF über Ostbüren und Frömern nach Unna ist schon fertig. Eigentlich sollte die Strecke noch nicht befahren werden. Markierungen und Hinweise auf Gefahrenstellen fehlen.

Fröndenberg

, 17.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich kann mich immer noch für diesen Radweg begeistern“, sagt Bauamtsleiter Martin Kramme, während der von Politik und ADFC viel kritisierte „Schüler-Radweg“ von der GSF über Frömern und Ostbüren Richtung Unna Fortschritte macht. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung kommt ins Schwärmen, wenn er davon berichtet, wie schön die Strecke in die Landschaft eingebettet ist.

In den Wintermonaten war es recht feucht für Asphaltarbeiten, der Bau geriet gleich zu Beginn kurzfristig ins Stocken, läuft inzwischen aber planmäßig weiter. Nun ist der erste Abschnitt bis zur Gabelung Frömern/Ostbüren asphaltiert.

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Viele Bürger seien bereits zu Fuß oder mit dem Rad auf diesem Teilstück unterwegs. Es fehlen allerdings noch Markierungen, Schilder und Leuchten, so Kramme. Auch die Fahrbahn könnte an einigen Stellen noch nicht gereinigt sein. Die Fahrt über den unfertigen Weg verlaufe auf eigene Gefahr. Darauf hinzuweisen oder entsprechend abzusperren liege eigentlich in der Verantwortung der Baufirma. Mehrere Fröndenberger, zwei Fälle machten auch in der Politik die Runde, sind in einer steilen Kurve gestürzt.

„Ohne E-Bike hätte ist das nicht geschafft.“
Martin Kramme, Bauamtsleiter

Ganz unabhängig davon, dass Gefahrenstellen noch ausgeschildert werden, müsse man bei starkem Gefälle entsprechend angepasst fahren, so Kramme. Er selbst habe das Teilstück in beide Richtungen gemeinsam mit Kollege Markus Törning ausprobiert. „Ohne E-Bike hätte ist das nicht geschafft“, sagt der Bauamtsleiter über den Anstieg „In den Wächelten“, der besonders steil ist. Sein sportlicher Mitarbeiter war mit Muskelkraft unterwegs. Auch wenn es auf dem neuen Weg ebenfalls bergauf und entsprechend rasant begab geht, fühle man sich sicherer, als etwa auf der Eule direkt im Straßenverkehr.

Kritik am Radweg

  • Zu den Kritikern des Radwegs zählten vor allem die FWG und der ADFC.
  • Bemängelt wurde zum einen, dass der Weg sehr steile Abschnitte enthält.
  • Zum anderen sei er nicht für Schüler am frühen Morgen geeignet. Denn er führt durch abgelegene Abschnitte, an denen es in den Wintermonaten morgens dunkel ist.
  • Kritisiert wurde vonseiten der FWG auch die politische Entscheidungsfindung. Die Freien Wähler hatten moniert, dass die Investition nicht förmlich vom Rat beschlossen worden sei. Aber auch eine Rechtsaufsichtsbeschwerde konnte den Bau nicht stoppen.

Vor fünf bis sechs Jahren, so Martin Kramme, hätte die Stadtverwaltung einen derartigen Radweg nicht geplant – und wahrscheinlich auch keine Förderung dafür erhalten. Aber inzwischen sei das E-Bike so weit auf dem Vormarsch, dass auch der Radweg „in bewegter Topografie“, wie es im Arbeitstitel des Projekts lautet, eine Bereicherung für Fröndenberg sei.

Für den nächsten Abschnitt laufen die Schotterarbeiten. Der Unterbau für den Asphalt wird angefertigt. In 14 Tagen soll dann auch der zweite Teil asphaltiert werden.

Noch ist der Radweg nicht offiziell als Radweg freigegeben. Es fehlen Schilder, Markierungen und Leuchten.

Noch ist der Radweg nicht offiziell als Radweg freigegeben. Es fehlen Schilder, Markierungen und Leuchten. © Hornung

Letzter Schritt – und ebenfalls Bestandteil des geförderten Projekts – ist die Radstation an der Gesamtschule, die allerdings erst im Oktober fertig sein wird. Damit länge die Gesamtbauzeit laut Förderantrag im Zeitplan, so der Bauamtsleiter.

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