In den vergangenen Wochen wurden die Informations-Tafeln fleißig aufgestellt, nun können sich Interessierte auf die Spuren von Kultur und Geschichte begeben.

Fröndenberg

, 28.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es fehlen nur noch ein paar letzte Schilder, dann sind sie fertig, die Stadtrundgänge durch Fröndenberg-Mitte. Fröndenberger und Touristen können sich nun auf eine kulturelle oder historische Reise durch die Stadtmitte begeben und mehr über die Sehenswürdigkeiten der Ruhrstadt erfahren.

Das Projekt fußt auf zwei Anträgen der SPD, wie Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe erklärt, und ist eine Kooperation mit dem Förderverein Kulturzentrum und dem Heimatverein. Die SPD wünschte sich einen kulturellen Rundgang durch die Stadt. Etwa gleichzeitig kam auch Willi Schnieder, Mitglied des Ausschusses für Kultur, auf die Idee, einen kulturellen Rundgang zu machen, und legte ebenfalls einen Antrag vor.

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Daraus entstanden sind zwei etwa drei Kilometer lange Routen durch die Innenstadt. 39 Orte können Interessierte dann besuchen und mehr über Fröndenbergs Geschichte lesen. 21 kulturelle Punkte, 18 historische. Wer an jedem Stopp hält und die kurzen Infotafeln liest, dürfte etwa anderthalb bis zwei Stunden pro Route brauchen, schätzt Rebbe.

Kultur pur im Himmelmannpark

Neben einer kurzen Beschreibung finden sich auf den historischen Infotafeln auch Bilder aus vergangenen Zeiten. Die Rathaus-Tafel zum Beispiel, Startpunkt beider Routen, zeigt ein Bild vom Rathaus 1955. „Sogar mit alten Autos“, freut sich Rebbe.

Das Rathaus ist Ausgangspunkt beider Stadtrundgänge und gleichzeitig ein historischer, wie auch kultureller Punkt auf der Liste.

Das Rathaus ist Ausgangspunkt beider Stadtrundgänge und gleichzeitig ein historischer, wie auch kultureller Punkt auf der Liste. © Lisa Dröttboom

Die grüne Route – grün für die Stadt im Grünen – ist die kulturelle. Sie führt vor allem durch den Himmelmannpark und die Sehenswürdigkeiten dort. Hier wurde eng mit dem Kettenschmiedemuseum zusammengearbeitet. Der Großteil aller Schilder steht schon, ein paar fehlen allerdings noch. „Wir haben die falschen Schrauben bestellt“, gibt Jochen Hänel zu, Vorsitzender des Fördervereins Kulturzentrum.

Die Route betafelt unter anderem auch Werke, an denen viele Fröndenberger schon seit Jahren vorbeigehen. Da wäre zum Beispiel der Anker vor dem Hotel. „Der steht schon seit zwanzig Jahren dort und viele Fragen sich, warum“, sagt Hänel. „Jetzt können sie es endlich nachlesen.“

Der Anker vor dem Hotel am Himmelmannpark gehört zur kulturellen Route. Er steht seit 1999 dort, nun endlich können Fröndenberger und Besucher auch lesen, warum.

Der Anker vor dem Hotel am Himmelmannpark gehört zur kulturellen Route. Er steht seit 1999 dort, nun endlich können Fröndenberger und Besucher auch lesen, warum. © Lisa Dröttboom

Die Leute könnten sich nun endlich ein Bild davon machen, dass Fröndenberg einst eine Industriestadt gewesen ist. Das könnten sich viele gar nicht vorstellen, so Hänel, ebenso wenig, dass die Kettenschmiede einst Ketten für die Schifffahrt produziert habe, obwohl die Ruhrstadt mehr als hundert Kilometer vom Meer entfernt liegt.

Eine Reise durch die Geschichte

Die blaue Route – blau für die Stadt am Wasser – ist die historische Route. Sie führt durch das Unions- und das Stiftsviertel und endet am Bruayplatz. Die Texte für die Tafeln hat hier vor allem Willi Schnieder verfasst. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagt Schnieder. „Und es ist toll zu sehen, dass man alleine auch etwas bewegen kann.“

Willi Schnieder hat sich um die historische Route gekümmert. Halt Nummer 3 ist beim Marktübergang der Blick auf das ehemalige Gelände der Papierfabrik Himmelmann.

Willi Schnieder hat sich um die historische Route gekümmert. Halt Nummer 3 ist beim Marktübergang der Blick auf das ehemalige Gelände der Papierfabrik Himmelmann. © Lisa Dröttboom

Ihm war wichtig, dass die Fröndenberger wie auch die Touristen auf diesem Wege Zugang zur Geschichte Fröndenbergs haben. „Man sieht nicht mehr, wie die alte Innenstadt ausgesehen hat.“ Durch die Tafeln an bestimmten Orten, verknüpft mit einigen Bildern, könne man auf bedeutende Orte wie die ehemalige Papierfabrik Himmelmann aufmerksam machen.

QR-Codes und Booklet geplant

Bei den kurzen Beschreibungen auf den Tafeln soll es übrigens nicht bleiben. „Das ist nur der Anfang“, ergänzt Ole Strathoff von der Stadtverwaltung. Noch gibt es eine Stelle auf den Infotafeln, die leer ist. Ein kleines Quadrat, in das später ein QR-Code kommen soll. Damit können Interessierte im Internet auf eine Langfassung kommen, die mehr Bilder und Informationen zum jeweiligen Haltepunkt verrät.

So bekommen die Leute die Möglichkeiten, die Stadt auch außerhalb der Öffnungszeiten zu erleben.
Jochen Hänel

Die sollen so bald wie möglich ergänzt werden. Es sei eine Frage von Tagen oder Wochen, bis die QR-Codes auf den Tafeln erscheinen, so Hubert Salomon von der Tourist-Information. Die meisten Geschichten seien schon fertig, ein paar müssten noch überarbeitet werden, bevor sie ins Netz gehen können.

Für das nächste Jahr möchte das Rathaus zudem ein Booklet zu den Stadtrundgängen anfertigen. Dann können Touristen und Neugierige auch ohne Internet die längeren Fassungen genießen. Man bemüht sich im Rathaus darum, „Pakete zu schnüren“ und den Touristen wie Fröndenbergern Perspektiven zu bieten. Zum Beispiel mit Restaurantempfehlungen zu den Stadtrundgängen.

Projekt in Ortsteilen weiterführen

„Es ist ein Konzept, dass man auch auf andere Ortsteile weiterführen kann“, sagt Rebbe. Mit den historischen Stadtrundgängen durch die Mitte habe man einen ersten Schritt getan, an den man anknüpfen könne. „Das ist eine ganz tolle Sache, die wir erstellt haben.“

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Der erste Schritt sei gewesen, die Leute zu informieren und auf den Weg zu schicken. In einer Stadt wie Fröndenberg, in der Tourismus ein wichtiger Punkt ist, nicht unwichtig. „So bekommen die Leute die Möglichkeiten, die Stadt auch außerhalb der Öffnungszeiten zu erleben“, ergänzt Hänel.

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