„Zutiefst menschliches“ Industriemuseum auf Gut Rödinghausen feierlich eröffnet

dzUmbau nur unterbrochen

Ein prunkvoller Eröffnungsmarathon lockte zahlreiche Gäste zur Eröffnung des Industriemuseums auf Gut Rödinghausen nach Lendringsen. NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach übernahm die Schirmherrschaft.

von Michael Arlt

Menden

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Ende war alles gut, als bereits am Vormittag des vergangenen Freitages die Eröffnungsfeierlichkeiten auf Gut Rödinghausen offiziell begannen. Der Hof war hergerichtet, die Baustelle über Nacht verschwunden. Zahlreiche Gäste säumten das Gelände und staunten nicht schlecht über das beeindruckende Ergebnis der seit 2012 andauernden Bautätigkeiten an dem alten Fachwerkherrenhaus aus dem Jahr 1807.

Längst sind nicht alle Arbeiten in dem Industriemuseum abgeschlossen

Allerdings sind längst nicht alle Arbeiten abgeschlossen; sie wurden lediglich unterbrochen. Insbesondere erfordert die Museumseinrichtung noch manch einer Arbeitsstunde. Es müssen die eigens für das Industriemusum konzipierten Glasvitrinen hergestellt, installiert und mit Exponaten bestückt werden. Gleiches gilt für die Spezialbeleuchtung. Die Exponate kommen aus der nächsten Umgebung, zum großen Teil aus privaten Spenden und sind daher überaus authentisch. Zahlreiche dieser Exponate weisen unmittelbare Verknüpfungen zu lebenden Zeitzeugen auf, weshalb Mendens Bürgermeister Martin Wächter das Industriemuseum als „ein zutiefst menschliches“ bezeichnete.

Im September 2019 ist die Übergabe an die Öffentlichkeit geplant

Einen ersten Eindruck von dem, was werden soll, konnten die Besucher bereits gewinnen. Denn es gelang den städtischen Mitarbeitern gerade noch rechtzeitig, einige wenige Räume museal herzurichten. Und dieser erste positive Eindruck erzeugt große Vorfreude und Neugier auf die für September 2019 geplante vollständige Übergabe des Museums an die Öffentlichkeit.

Bürgermeister Wächter rief die jüngsten Geschehnisse um das Gut noch einmal in Erinnerung. Im Jahr 2007 erwarb die Stadt die Erbpacht am Gutshaus, um dadurch einen Verkauf desselben an die NPD zu verhindern. Es dauerte dann einige Jahre, bis der Stadtrat in 2011 die Errichtung eines Industriemuseums beschloss. Der anschließende Bauprozess dauerte lange, war mit vielen besonderen technischen Herausforderungen und finanziellen Belastungen verbunden.

Thermisches Zelt machte dem Borkenkäfer im Gebälk den Garaus

Beispielsweise musste im Jahr 2017 das komplette Gebäude in ein thermisches Zelt eingehüllt werden, um das Holztragwerk durch eine Erhitzung auf bis 80 Grad Celsius über mehrere Tage hinweg vom Befall des gescheckten Borkenkäfers zu befreien. Bürgermeister Wächter dankte daher nicht ohne Grund aus vollem Herzen allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben, in erster Linie den Mitarbeitern des städtischen Immobilienservices und des Kulturamtes, den Ehrenamtlichen des Museumsvereins, und den Handwerkern und Planern sowie nicht zuletzt den zahlreichen Förderern, unter ihnen dem anwesenden Präsidenten der NRW-Stiftung Eckhard Uhlenberg sowie der Direktorin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Dr. Ulrike Gilhaus.

Heimatministerin Scharrenbach ist beeindruckt vom Museumsgebäude

Entsprechend beglückwünschte die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung und Schirmherrin Ina Scharrenbach alle Beteiligte dazu, zwölf Jahre durchgehalten zu haben. Am Industriemuseum beeindrucke die Ministerin vor allem, dass das Museumsgebäude selbst ein Exponat sei. In der Tat kann das Herrenhaus mit seinem frisch renovierten Fachwerk, dem rötlichen Putz, den grünen Holzfensterrahmen und kupfernen Rinnen und Fallrohren beeindrucken. Die rötliche Farbe, erklärt Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck, ergebe sich aus der Beimischung von Ziegelstaub und sei für Westfalen außergewöhnlich. Das Gut Rödinghausen mit seinem Englischen Garten soll auch ein Ort der Kultur werden. Für den kommenden Herbst plant die Stadt nun bereits das Kunstfest Passagen. Ein weiterer Grund, diesen sehr besonderen Ort im Fokus zu behalten.

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