Zum Schutz der Fische: Das Wasserkraftwerk Schwitten bekommt eine neue Rechenanlage

dzStadtwerke Fröndenberg

Die Stadtwerke Fröndenberg erneuern die Rechenanlage am Kraftwerk Schwitten. Fische sollen bald nicht mehr in die Turbinen geraten. Für sie gibt es bald eine Art Fahrstuhl.

Fröndenberg

, 04.12.2018, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fische bekommen einen „Fahrstuhl“, sagt Projektleiter Olaf Brontz von den Stadtwerken Fröndenberg über die neue Rechenanlage für das Kraftwerk Schwitten. Eine Spezialfirma aus Bielefeld ist derzeit damit beschäftigt, die alte Anlage aus den 80er Jahren mit einer neuen auszutauschen - was aufwendiger ist als zunächst vermutet. „Die alte Anlage ist massiver gebaut als gedacht, mit mehr Zement und Eisen“, so Brontz. Es gebe deshalb geringfügige Verzögerungen. Mitte Dezember sollen die Arbeiten am Wasserwerk beendet sein. Sie kosten die Stadtwerke: 350.000 Euro. Die Hauptfunktion der Rechen, nämlich das Auffangen und Ableiten von Treibholz, Laub und anderen Gegenständen, wird auch weiterhin gewährleistet sein.

Neue Rechenanlage zum Schutz der Fische

Die Stäbe der neuen Anlage sind 30 statt 18 Millimeter dick und mit speziellem Kunststoff verkleidet, erklärt Brontz. Die neuen Stäbe seien nicht störanfällig - derzeit bleibt hin und wieder Holz darin hängen - und auch kleine Fische würden nicht hindurchgelangen. Eine weitere Besonderheit sind die hydraulischen Haken vor der Anlage. Sie befördern den Rechenmüll nicht mehr an die Oberfläche, sondern über die Anlage hinweg - wie ein Unterwasser-Fahrstuhl also. Fische bleiben unter Wasser und werden nicht gefährdet.

Grund für die Umbauarbeiten ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, Gewässer in einen guten ökologischen und guten chemischen Zustand zu bringen.

Der Obergraben der Ruhr muss für das Projekt weitgehend entleert werden, weil die Arbeiten nur durchgeführt werden können, wenn der Obergraben Niedrigwasser hat. Das Wasser wird langsam in einer Zeit von etwa 60 Stunden weitgehend abgelassen. Die im Restwasser befindlichen Fische könnten laut Experten solange dort weiterleben und auch wieder in die Ruhr zurückfinden.

Er beginnt bei Wickede und führt bis fast zur Ruhrbrücke, wo das Kraftwerk Schwitten liegt. Der Obergraben hat ein Fassungsvermögen von 180.000 Kubikmetern und ist 1,8 Kilometer lang. Da die Ruhr derzeit vergleichsweise wenig Wasser führt, dauert das Befüllen des Obergrabens etwa doppelt so lange wie üblich, erklärt Brontz. Es dürfe nicht zu viel Wasser aus der Ruhr entnommen werden.

Die neue Rechenreinigungsanlage kann nach Fertigstellung sowohl vollautomatisch wie auch von Hand bedient werden.

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