Das Gleis 2, auf dem die Züge am Fröndenberger Bahnhof gen Dortmund fahren, blieb am Tag der Abreise leer. So verpasste Karl-Heinz Claaßen seinen Anschluss zum ICE. © Maximilian Konrad
Verkehr in Fröndenberg

Zugausfall und zahlreiche Verspätungen: „Es ist ein Wahnsinn mit der Bahn“

Eigentlich wollte Karl-Heinz Claaßen ein paar schöne Tage in Mecklenburg-Vorpommern verbringen. Doch daraus wurde nichts. Die Deutsche Bahn machte ihm ein Strich durch die Rechnung.

Auf dem Weg zum Bahnhof Fröndenberg sprudelte bereits die Vorfreude auf seinen Ausflug nach Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern in Karl-Heinz Claaßen. Doch als er am Bahnhof in Fröndenberg angekommen war, schwenkte seine Gefühlslage schnell um. Denn: Der Zug, der ihn zum Dortmunder Hauptbahnhof bringen sollte, fiel aus.

„Dadurch, dass der Zug nicht fuhr, hätte ich meinen Anschluss zum ICE verpasst“, erzählt der 87-Jährige. Aber auch wenn er die Reise angetreten hätte, wäre die Fahrt vermutlich nicht angenehm gewesen. „Auf dem Weg nach Güstrow gab es zahlreiche Verspätungen. Zudem wurde eine maximale Auslastung angezeigt. Letztlich bin ich froh, dass ich nicht gefahren bin“, sagt Claaßen.

„Ich werde erst einmal nicht mehr Bahn fahren“

Aber auch trotz der Tatsache, dass der Fröndenberger seine Reise gen Nordosten nicht antrat, bekam er am Sonntag 18 E-Mails binnen weniger Stunden von der Deutschen Bahn. Der Grund: Auf seiner Rückreise in die Ruhrstadt hätte es unzählige Verspätungen und Gleis-Änderungen gegeben. Mal bekam er eine Benachrichtigung, dass er einen Anschluss verpasst, in einer weiteren Mail stand, dass er den nächsten Zug doch bekommen hätte.

„Das ist doch der Wahnsinn mit der Bahn. Ich werde erst einmal nicht mehr Bahn fahren. Ich traue ihr nicht mehr“, meint der 87-Jährige. Eigentlich fahre er gerne mit dem Zug. In seinem Alter nimmt er das Auto nur noch für kürzere Strecken. Aber seine Erfahrungen in der letzten Zeit haben ihn nun zum Umdenken gebracht.

„Wegen des Ärgers fahre ich erst nächstes Jahr nach Polen“

Seiner Meinung nach habe die Deutsche Bahn noch nicht genug für ältere Fahrgäste unternommen. Viele Einstiege in einen Zug seien noch nicht altersgerecht und auch bei Umstiegen in andere Linien werde oft nur wenig Zeit veranschlagt.

Wegen des Zugausfalls und seiner Bedenken verschob er nun auch seine Reise nach Danzig, die schon lange geplant war. Claaßen wollte seinen Heimatort, in dem er geboren wurde, unbedingt mal wieder besuchen. „Gerade jetzt, wo es eine Direktverbindung von Berlin nach Danzig gibt. Das war früher nicht denkbar. Aber wegen des Ärgers bei der Reise nach Mecklenburg-Vorpommern fahre ich erst nächstes Jahr nach Polen.“

Der Fröndenberger gab sein Ticket zurück und bekam die Fahrtkosten erstattet – zumindest einen großen Teil davon. Denn: Ein Teil der Bearbeitungsgebühr behielt die Bahn.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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