Zufallsfund: Hellweger Anzeiger aus dem Ersten Weltkrieg aufgetaucht

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Zufallsfund: Eine gut erhaltene Ausgabe des Hellweger Anzeigers aus dem Kriegsjahr 1914 hat der Fröndenberger Rentner Franz Droste gefunden. Droste will die Zeitung der Nachwelt erhalten.

von Martin Krehl

Fröndenberg

, 18.01.2020, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kriegstagebuch vom 7. November, dann eine despektierliche Abhandlung über die Schlacht um Tsingtao – der Hellweger Anzeiger war aktuell und meinungsfreudig. Schon im Jahr 1914. Der Fröndenberger Franz Droste fand jetzt beim Aufräumen im Keller eine nahezu unversehrte Ausgabe des Heimatblattes.

Altes aufbewahren, der Nachwelt erhalten – der Rentner Franz Droste hatte dies jahrzehntelang als Hobby. Neben seinem Beruf in einem Dortmunder Industriebetrieb sammelte er alte Gesangbücher und Bibeln. Der Katholik ist kein großer Kirchgänger, seinen Glauben aber lebt er ganz privat.

Sammlung mit Bibeln und Gesangbüchern

Droste faszinierte immer die Optik der Bücher, der Goldschnitt an den Seiten, aufwändige Prägungen auf Buchdeckeln, schöne Schrifttypen und Illustrationen.

Heute füllt seine Sammlung zuhause am Mühlenberg einen großen Schrank, gern nimmt er Exemplare zur Hand und betrachtet sie.

„In meinem Alter muss man auch mal ans Aufräumen und Loslassen denken“, sagte sich Droste und fing erst einmal im Keller an. Die Gesang- und Messbücher und Bibeln möchte er später vielleicht mal einem Museum überlassen. „Vielleicht entscheidet das auch meine Tochter.“

Zeitung zwischen Dokumenten

Im Keller wurde erstmal alte Korrespondenz gesichtet und sortiert, dabei fiel ihm die sorgfältig gefaltete Zeitung in die Hand. Droste selbst hat keinen direkten Bezug zu dieser Ausgabe, möglicherweise stammt sie aus den Papieren seines Vaters. Die Zeitung ist zum Abheften sorgfältig gelocht, aber ansonsten unversehrt und kaum vergilbt.

Spannend sind die Anzeigen im hinteren Teil des „Hauptannoncenblattes für Unna und Umgegend“. Sehr ehrerbietig und anheischend formulieren die Kaufleute dort, kaum sachlich.

Kein eigener Lokalteil

Einen Lokalteil hat diese Ausgabe nicht, es finden sich einige wenige Nachrichten aus Unna und der „Umgegend“, dafür breite Schilderungen des Geschehens im gerade erst entflammten Ersten Weltkrieg.

Aktuell wird heute darüber diskutiert, dass vom Ersten Weltkrieg mit seinen grausamen Völkerschlachten kaum noch jemand Details weiß – es gibt ja auch keine Zeitzeugen mehr, die aus eigener Anschauung berichten könnten. „Das wird beim Zweiten Weltkrieg auch schon bald so sein“, meint Franz Droste.

Die Ausgabe vom 11. November 1914 wird vermutlich dem Fröndenberger Heimatverein überlassen werden.

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