Workshop bricht klassische Musik für Schüler der Gesamtschule herunter

dzMusikalisches Fröndenberg

So spannend wie ein Konzert: Solisten-Paar Ioana Cristina Goicea und Andrei Banciu beantworten in Klassik-Workshop Fragen von Schülern. Sie brechen klassische Musik für Kinder herunter.

von Rainer Ehmanns

Fröndenberg

, 02.03.2020, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit welchen Techniken müssen Geige und Klavier gespielt werden, damit es so toll wie auf einem Konzert klingt? Antworten auf solche und ähnliche Fragen erhofften sich die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Fröndenberg vom Klassik-Workshop.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ioana Cristina Goicea mit der Violine und Andrei Banciu am Klavier brillierten schon 2017 in einem Konzert der Extra-Klasse, ernteten Bravo-Rufe und stehenden Applaus.

Im Workshop umgab das Solisten-Paar nicht die typische Distanz eines Konzertes. Stattdessen zeigten sie sich sympathisch natürlich, offen und zugänglich für jede Frage zum Programm des Abends, dankbar für jeden Kommentar.

Beethovens Frühlingssonate als Thema

Sie umrissen mit wenigen Worten zu Beginn des Workshops Beethovens „Frühlingssonate“. Erläuterten anschließend den Sonatenhauptsatz in seiner Struktur, nachdem schon die Anfangstakte passend zum Sonnenlicht des ersten Märztages herzerwärmend den Frühling erstehen ließen.

Im zweiten Satz machte Banciu über die musikalische Lyrik hinaus die Modulationen hörbar, während im Scherzo Beethovens Humor und sein Erfindungsreichtum im Rondo die enthusiastische Freude über den nahenden Frühling belegten.

Klassische Formen weiterentwickeln

Ravels folkloristische Rhapsodie „Tzigane“ und seine dreisätzige Sonate zeigten neben unterschiedlichen Kompositionsansätzen und -einflüssen, etwa des Blues, auch das virtuose Spiel der beiden Solisten. Goicea mit Flageolets und Pizzicati, Banciu mit rasanten Läufen auf dem klanggewaltigen neuen Steinway.

Beeindruckend waren zuletzt ihre Erläuterung der Violinsonate von Brahms, anhand derer sie die Weiterentwicklung der klassisch tradierten Formen durch den Komponisten augenfällig machen. So etwa dem anfänglichen „Nebel“ der Eingangstakte dessen Auflösung in den Schlusstakten folgen zu lassen.

Mehr als ein Workshop über Musik

Wie lange man dafür üben müsse, war eine der anschließenden Fragen. Goicea und Banciu antworteten übereinstimmend: „Eigentlich das ganze Leben lang.“ Allerdings beeinflussten viele Faktoren das gemeinsame Konzertieren von Individualisten, wie es Solisten ihres Instruments nun mal sind.

„Eigentlich müsste es ein Essay über den ‚Kammermusikalischen Menschen‘ geben, denn der verkörpert gerade in der heutigen Zeit die Bereitschaft zur Toleranz und Flexibilität, schafft auf der Basis von Individualität eine neue Einheit und Harmonie, auch weil beide Aufführenden die Ideen eines Dritten, des Komponisten vermitteln“, sagte Banciu. Also weit mehr als ein Workshop über Musik.

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