Der Briefkasten der Fröndenberger Christdemokraten wird zum Kummerkasten. Beschwerdekärtchen verschickt der Stadtverband an alle Fröndenberger – die Antwort auf dem Postweg ist portofrei.

Fröndenberg

, 27.09.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

9000 Fröndenberger Haushalte haben im vergangenen Jahr Post von der CDU bekommen. Immerhin 200 davon schickten eine Antwort – und das wertet der Stadtverbandsvorsitzende Olaf Lauschner als großen Erfolg.

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Aus diesem Grund soll es auch in diesem Jahr wieder eine Befragungsaktion geben. Allerdings mit neuem Schwerpunkt. 2018 wollten die Christdemokraten herausfinden, wie zufrieden die Fröndenbeger mit ihrer Heimat sind. Sie verschickten einen Fragebogen – thematisch ein Rundumschlag. Denn behandelt wurden so gut wie alle Baustellen der Lokalpolitik: Schule und Bildung, Sport und Freizeit, Kulturangebot, Straßen und Parkplätze sowie der Bereich Sicherheit und Ordnung standen zur Diskussion.

Schlechte Straßen und lahmes Internet

„Dabei kam heraus, dass viele Straßen in schlechtem Zustand sind, der Internetausbau nur schleppend läuft, das Stadtbild teils ungepflegt wirkt – aber auch, dass Einzelhandel fehlt“, so Lauschner. Zugegeben, im Großen und Ganzen war das ohnehin schon klar. Aber in einigen Punkten zeigten sich doch auch ganz unterschiedliche subjektive Wahrnehmungen der Bürgerinnen und Bürger.

Wo drückt der Schuh? Sag‘ es der Fröndenberger CDU

Der Zustand der Straßen in und rund um Fröndenberg ist mit Sicherheit auch in diesem Jahr wieder Thema. © picture alliance / dpa

Der Stadtverband hat Taten folgen lassen und entsprechende Anträge gestellt. „Durch unsere Anträge für den Haushalt 2019 wurden die Mittel für die Straßensanierung deutlich aufgestockt. Außerdem wurde auf unsere Initiative mehr Geld für die Pflege der Grünanlagen eingestellt“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende. Unter anderem wurden zugewachsene Buswartehäuschen wieder auf Vordermann gebracht.

Parkzeiten im Zentrum sind zu kurz

Daneben gaben die Bürgerinnen und Bürger der Stadt aber auch kleine Hinweise. Zum Beispiel, dass Parkzeiten im Zentrum von teils nur einer Stunde zu kurz seien. Etwa für Arztbesuche, die in der Regel mit längeren Wartezeiten verbunden sind. Auch in diesem Punkt drängt die Partei auf Veränderung. Zudem seien die Parkbuchten für die Autos der heutigen Zeit zu eng bemessen.

Bei der Postkartenaktion in diesem Jahr geht es um genau diese kleinen Hinweise. Denn: Die großen Baustellen der Stadt bleiben. Schnelles Netz und heile Straßen kommen nicht von einem Tag auf den anderen. „Wo drückt der Schuh“, fragt die CDU jetzt also jeden einzelnen Fröndenberger ganz persönlich.

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Denn oft seien es schon kleine Dinge, die einen tagtäglich ärgern: etwa ein abgesenkter Gullydeckel, oder Büsche und Sträucher, die irgendwo überhängen. Andere wünschen sich vielleicht einen Verkehrsspiegel, weil sie als Abbieger eine Straße nicht einsehen können.

Kurzer Dienstweg oder politischer Antrag

Manches sei sicherlich auf dem kurzen Dienstweg und schnell zu regeln. Einige Angelegenheiten werden als Anträge in die politische Diskussion mit eingebracht.

Wo drückt der Schuh? Sag‘ es der Fröndenberger CDU

Die Pflege des Stadtgrüns war ebenfalls ein großes Anliegen der Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr. © Marcel Drawe

Und so funktioniert die Aktion: Die Befragungskarten werden ab der kommenden Woche an alle 9000 Fröndenberger Haushalte verschickt. In der aufklappbaren Karte gibt‘s Platz für Bemerkungen. Auf der Rückseite der Karte sollte der Absender vor dem Abschicken ausgefüllt werden. Denn genauso wie 2018 möchte die CDU jedem Bürger, der sich an der Aktion beteiligt, persönlich antworten. Zudem werden unter den Einsendungen zehn Einkaufsgutscheine im Wert von 30 Euro zum Shoppen in Fröndenberg verlost. Eine Briefmarke ist nicht nötig.

Olaf Lauschner bittet darum, dass nur Probleme angegeben werden, die in Fröndenberg gelöst werden können. „Dazu zählt nicht die Meeresverschmutzung“, sagt er, „die werden wir von Fröndenberg aus nicht abstellen können.“

Ja ist das jetzt schon Wahlkampf?

Unter den Anregungen der Bürgerinnen und Bürger lassen sich bestimmt auch ein paar Wahlkampfthemen finden, sollte man meinen. Doch der soll in diesem Jahr wohl in eine ganz andere Richtung gehen, wie Olaf Lauschner preisgibt. Fröndenberg soll als lebenswerte Stadt in den Blick genommen werden. Und daneben richtet die Partei den Blick in die Zukunft der Stadt. Etwa auf Großprojekte wie die Gesamtschule. So etwas habe es in Fröndenberg jahrelang nicht gegeben, sagt Olaf Lauschner. Jetzt müsse in die Hände gespuckt werden. Der Stillstand der vergangenen Jahre werde aufgeholt, das bedeute aber auch Baustellen und längere Bauzeiten, mit denen die Bürger leben müssen. Es gehe also um die großen, zukunftsweisenden Themen der Stadt. Darum, dass Fröndenberger in einer klasse Lage leben und darum, wie die Stadt weiter nach vorn gebracht werden kann. Bei der Frage, wen die CDU als Kandidaten ins Rennen schickt, wird Lauschner hibbelig und lächelt. „Ich werde es inzwischen jeden Tag gefragt, aber ich darf dazu noch nichts sagen.“ Einzig Oliver Funke hat bisher kundgetan, dass er bereit wäre, Bürgermeister zu werden. Neben ihm kommen aber auch Olaf Lauschner selbst und weitere CDU-Politiker infrage.
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