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In einigen Gärten und Straßen Fröndenbergs sah es am Dienstagnachmittag aus wie im Winter. Ein lokales Unwetter brachte Hagel, Starkregen und sorgte für viel Schlamm und Überschwemmungen.

Fröndenberg

, 28.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Lokale Unwetter mit Regen und Hagel haben am Dienstagnachmittag ab 14 Uhr in den Ortsteilen Dellwig, Frömern und Ostbüren für Schlamm und Überschwemmungen gesorgt. Und so auch den Straßenverkehr beeinträchtigt. Polizei und Feuerwehr sind am Nachmittag im Einsatz, um die Straßen zu sichern, und mit Hilfe von Straßen.NRW und einigen Landwirten zu reinigen.

Erst kam der Hagel, dann der Starkregen und dann die Schlammwelle nach Fröndenberg

Die Ortsmitte von Dellwig war vorübergehend gesperrt. © Dagmar Hornung

In Dellwig ist es vor allem der Schlamm, der den Straßenverkehr beeinträchtigt hat. Er wurde nach einem starken Hagelschauer gegen 14 Uhr am Totenweg in den Ortskern gespült. Weil der Hagel bei den relativ niedrigen Temperaturen nicht so schnell schmilzt, habe er auch die Abflüsse verstopft, erklärt Andreas Bartsch, Stellvertretender Leiter des Fröndenberger Feuerwehr, das Problem.

Nun gilt es, den Ortskern von Schlamm zu befreien. Ein Keller ist in Dellwig vollgelaufen und muss leer gepumpt werden. Das sei für die Eigentümer sehr ärgerlich, so Bartsch. Personen seien bei dem Unwetter aber nicht verletzt worden.

Erst kam der Hagel, dann der Starkregen und dann die Schlammwelle nach Fröndenberg

Feuerwehr und Straßen.NRW räumten nach dem Unwetter in Dellwig auf. © Grondke

20 Feuerwehrleute waren allein in Dellwig im Einsatz. Anwohner beobachteten die stundenlangen Aufräumarbeiten fassungslos. Dennis Grondke wohnt in der Straße am Brauck und hat so etwas vor seiner Haustür noch nicht gesehen. Es komme aber leider häufiger mal vor, dass die Straßen in Dellwig überschwemmt und von Lehm verdreckt werden. Vor allem, wenn die Felder noch nicht stark bewachsen sind, werde bei starkem Regen Schlamm mitgespült, erklärt Andreas Bartsch von der Feuerwehr.

Erst kam der Hagel, dann der Starkregen und dann die Schlammwelle nach Fröndenberg

Der Fröndenberger Peter Bräuer traute seinen Augen wohl kaum, als er den Hagel in seinem Garten entdeckte, der aussah wie eine geschlossene Schneedecke. © Peter Bräuer

Land unter in Ostbüren - Straße während Aufräumarbeiten gesperrt

In Ostbüren herrscht am Nachmittag ebenfalls Land unter - „schon wieder“, wie Marius Pieper sagt. Der elterliche Hof an der Ostbürener Straße ist innerhalb von Minuten von der Schlammwelle überschwemmt worden. „Erst kam der Hagel, dann der Starkregen, dann die Schlammwelle“, sagt er. Da der Hof seiner Familie nicht zum ersten Mal überschwemmt wurde, habe die Familie extra Hochwasserwände gebaut. „Doch die Welle ist da einfach drübergeschwappt“, berichtet Marius Pieper. Ein Mix aus Schlamm und Hagel hat sich bis in die Garagen des Hofes ergossen und ist dort liegengeblieben. Gemeinsam mit der Feuerwehr machten sich die Landwirte ans Aufräumen. Die Ostbürener Straße blieb für die Zeit gesperrt. Die Feuerwehr leitete die Autofahrer um.

Erst kam der Hagel, dann der Starkregen und dann die Schlammwelle nach Fröndenberg

20 Feuerwehrleute und die Landwirte waren am frühen Abend noch damit beschäftigt, die Ostbürener Straße von den Schlammmassen zu befreien. © Anke Jacobi

Betroffene Ostbürener Landwirte fordern Hochwasserschutz

„Es wird Zeit, dass hier endlich mal etwas gegen das Hochwasser getan wird“, sagt Marius Pieper. Sein Vater Ernst-Wilhelm Pieper berichtet, dass die Stadt nach den Überschwemmungen im April vergangenen Jahres den Graben hinter dem Hof zum Kirchbach hin hat ausbaggern lassen. „Doch das nutzt nichts, solange das Wasser die Straße runterkommt“, sagt er. Im Zuge des Erschließung des Neubaugebietes Am Obsthof sollte auch ein neuer Gully installiert werden. „Aber das wird auf Dauer auch nicht reichen. Das Wasser muss schon an der Bauernbrücke aufgefangen werden“, sagt Ernst-Wilhelm Pieper. 23 Millimeter Regen pro Quadratmeter hat er diesmal gemessen. „Es waren schon einmal 36 Millimeter, aber die Auswirkungen sind diesmal schlimmer“, sagt er.

Erst kam der Hagel, dann der Starkregen und dann die Schlammwelle nach Fröndenberg

Der Ostbürener Hof Pieper wurde trotz Hochwasserwänden überschwemmt. Bis in die Garagen lief die Mischung aus Schlamm und Hagel. © privat

Auf Hof Albert bleibt Eis-Matsch-Mix 20 Zentimeter hoch liegen

20 Feuerwehrleute sind auch in Ostbüren im Einsatz. Ein paar Häuser weiter ist auch der Hof Albert überschwemmt worden. 20 Zentimeter dick liegt die Hagel-Matsch-Masse noch auf dem Hofgelände. „Das müssen wir heute noch wegkarren, sonst wird das steinhart“, sagt Gerd Albert. Die Verzweiflung ist ihm ins Gesicht geschrieben. Hof und Stall standen unter Wasser, sogar bis zum Carport ist der Dreck gelaufen.

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