Wie man Vögeln hilft und Stickstoff bindet: Tipps und Tricks beim Weidenschnitt

dzNaturschutz

Für unsere Umwelt und Natur ist es ein nicht zu unterschätzender Beitrag: der Weidenschnitt. In Frömern hat diese Form der Landschaftspflege schon Tradition. Heiner Lange nennt Tipps und Tricks.

von Freja Pauline Schuldt

Frömern

, 13.01.2020, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Weidenschnitt trafen sich am Samstag wie schon in den vergangenen Jahren wieder viele Interessierte in Frömern. Dabei kamen mehr helfende Hände zusammen als je zuvor.

Das Schneiteln der Kopfweiden, wie es in der Gärtnersprache heißt, ist in Frömern bereits zu einer jährlichen Tradition geworden. Nicht weniger als 17 freiwillige Helfer kümmerten sich diesmal um die Weiden im Schelk.

Wie man Vögeln hilft und Stickstoff bindet: Tipps und Tricks beim Weidenschnitt

Gruppenbild mit Astschnitt: Das Schnittwerk dient unter anderem zur Anpflanzung neuer Weiden an anderen Stellen in Frömern. © Freja Pauline Schuldt

Zur Sache

Astschnitt dient auch für neue Weiden

  • Aus dem geschnittenen Astwerk soll ein neuer Bereich entlang des Geißkamps mit Weiden bestückt werden. Es sollte dort in der Senke – trotz der heißen und trockenen Sommer – hinreichend Nässe und Feuchtigkeit zum Gedeihen vorhanden sein.
  • Die Stecklinge des letzten Jahres zur Ergänzung von Fehlbeständen sind angegangen und haben Blätter und Äste getrieben. Etwa 15 neue Weidenbäume sind so entstanden, welche im weiteren Verlauf wertvollen Schatten werfen, Stickstoff binden und für Vögel und andere Kleintiere Lebensraum bilden.
  • Der Weidenschnitt, soweit nicht direkt verarbeitet, kann von Helfern und Bewerbern gerne abgeholt, verwertet und verarbeitet werden. Hieraus sind neue Weidenbäume, Flechtzäune oder auch Hecken im privaten Bereich anzulegen.
  • Bei Interesse bitte unter Tel. (0 23 78) 5576 melden (Heiner Lange).

Ausgerüstet mit Astscheren und Motorsägen ging es am frühen Morgen los. Heiner Lange hatte die Aktion wieder organisiert und besprach mit den Teilnehmern zunächst das Vorgehen.

Baum für Baum arbeiteten sich die Freiwilligen anschließend vor. Und nicht nur das lief reibungslos ab. Auch das Wetter spielte an diesem Morgen mit. Die Sonne schien und der Himmel war blau, während ein Ast nach dem anderen zu Boden fiel.

Eine spezielle Naturschutzmaßnahme hilft zum Beispiel Vögeln: Denn das Schnittholz dient aufeinandergestapelt, gehalten von vier Pfosten, zum Beispiel zum Nisten.

Dank der vielen Helfer war die Gruppe schnell fertig. Anschließend trafen sich alle zu Brötchen und Kaffee bei Heiner Lange und ließen die gelungene Aktion so ausklingen.

Für alle, die sich am Weidenschnitt ausprobieren wollen und somit ebenfalls etwas für die Umwelt tun wollen, verriet Heiner Lange einige Tipps und Tricks:

Wie man Vögeln hilft und Stickstoff bindet: Tipps und Tricks beim Weidenschnitt

Kopfschnitt mit der Motorsäge: Beim Schneiteln der Weiden kommt auch "schweres Gerät" zum Einsatz. © Freja Pauline Schuldt

  • Die Weiden sollen im Dreijahresabstand geschnitten werden, damit die Vögel und Tiere auch nach dem Schnitt noch in den Gehölzern nisten und unterkommen können.
  • Beim Kopfschnitt sollte man die Äste dicht an dem Stamm abschneiden. Dabei ist es besonders wichtig, dass nicht in den Stamm hineingeschnitten wird, damit Rindenansatz für die neuen Triebe bleibt.
  • Mit dem Schnittholz können neue Weiden angepflnzt werden. Dies sollte vor der Wachstumsperiode geschehen. Man steckt die Äste in die feuchte Erde, in der sie neu antreiben können.
  • Bei der Lagerung zwischen dem Weidenschnitt und der Neuanpflanzung ist darauf zu achten, dass Feuchtigkeit im Ast bleibt, damit sie wieder neu angehen können.

Neben dem Weidenschnitt findet in Frömern auch jährlich der Obstbaumschnitt statt zu dem jeder, der helfen möchte eingeladen ist. Die Helfer treffen sich am 7. Februar um 9 Uhr am T-Stück zwischen dem Spitt und dem Mühlenweg in Frömern. Mitbringen sollte man Gartengeräte, wie zum Beispiel Astscheren.

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