Widerstand der Anlieger gegen Erschließungskosten wirkt: Gehweg an Landstraße kommt nicht

dzLandesstraße 673

Gegen den Plan, einen Gehweg an einer Landesstraße anzulegen, waren im März Anwohner auf die Barrikaden gegangen. Sie hätten einen Großteil der Kosten tragen müssen. Die Verwaltung stellt das Vorhaben nun zurück.

Fröndenberg, Warmen

, 05.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gehwege fehlen auf weiten Strecken der Landstraße zwischen Neimen und Bentrop. Im Zuge der Sanierung der Fahrbahn ab September verfolgte die Verwaltung das Ziel, zugleich einen Bürgersteig anzulegen - mit erheblichen Kosten für Anlieger.

Konkret hatte das Bauamt den Abschnitt zwischen Rammbachbrücke bis Ortseingang Bentrop ins Auge gefasst, wo auch die L 673 ab September saniert werden soll. Weil dort erstmalig ein Gehweg gebaut würde, müssten die direkten Anlieger 90 Prozent der Kosten der Baumaßnahme übernehmen.

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Anwohner fürchteten Kosten bis zu 15.000 Euro

Über die einzelnen Beträge, die pro Hauseigentümer fällig geworden wären, hatte es einen Dissens zwischen den betroffenen Anwohnern und der Stadtverwaltung gegeben; während in Warmen von bis zu 15.000 Euro die Rede war, widersprach Bauamtsleiter Martin Kramme dieser Angabe vehement.

Der Verkehrsentwicklungsplan 2030 der Stadt sieht die Anlage von Gehwegen ohnehin vor. Die Verwaltung wollte daher die kostengünstige Gelegenheit ergreifen und den Gehweg in Warmen mit der Straßensanierung zusammenlegen.

Engstelle Landstraße: Diese Situation zeigt für Siegfried Glasmeyer deutlich, dass ein Gehweg neben der Böschung viel wichtiger ist als weiter oberhalb Richtung Bushaltestelle, wo die Landstraße breiter ist.

Engstelle Landstraße: Diese Situation zeigt für Siegfried Glasmeyer deutlich, dass ein Gehweg neben der Böschung viel wichtiger ist als weiter oberhalb Richtung Bushaltestelle, wo die Landstraße breiter ist. © privat

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Ein Gehweg sei dort künftig „sinnvoll“, heißt es in einer Vorlage an den Bau- und Verkehrsausschuss, weil durch einen neuen Fahrbahnbelag damit zu rechen sei, dass sich „Geschwindigkeiten verändern“ und der Verkehr zunehme.

Die Verwaltung hatte die betroffenen Anlieger am 27. Februar informiert und die Meinungen abgefragt.

Verwaltung will Plan in Zukunft wieder aufgreifen

Die zwölf betroffenen Anlieger sprachen sich - vor allem auch wegen der absehbaren Erschließungskosten - gegen den Bau des Gehweges aus. Die SPD-Fraktion hatte angekündigt, einer solchen Maßnahme nicht zustimmen zu wollen.

Ein Gegenargument lautete, dass gerade der unübersichtliche Abschnitt in einer Senke in der Nähe der Rammbachbrücke vorerst gar keinen Gehweg erhalten sollte. Die Anwohner brachten zudem die ihren Häusern gegenüberliegende Feldseite als Alternative für die Anlage eines Gehweges ins Spiel.

Innerorts sind in Warmen in jüngster Zeit bereits neue Gehwege angelegt worden, wie hier im Sommer 2018.

Innerorts sind in Warmen in jüngster Zeit bereits neue Gehwege angelegt worden, wie hier im Sommer 2018. © Archiv/Hoffmann

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Tatsächlich räumt auch die Verwaltung nun ein, dass derzeit nicht überall die benötigten Flächen für einen Gehweg verfügbar seien. Den Plan stelle man daher und wegen des Widerstandes der Anwohner zurück.

Einen Gehweg an der L 673, den auch die Initiative „Wir - für die Palz“ mit 530 Unterschriften beantragt habe, erachte man aber weiterhin als sinnvoll.

„Die Maßnahme soll im Zuge einer Gesamtplanung zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen werden“, kündigt die Verwaltung an.

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