Werbering läuft Sturm gegen Sperrung

dzMarktquerung

Der Vorschlag, die Marktquerung mit versenkbaren Pollern zu sperren, lässt den Werbering Sturm laufen. Vorsitzender Wolfgang Hüttner richtet einen dringenden Appell an die Politik.

Fröndenberg

, 10.09.2018, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Werbering-Chef räumt zwar ein, dass für die weitere Gestaltung der Innenstadt zweifelsohne eine Grundsatzentscheidung zum Thema Marktquerung getroffen werden muss. Aber: „Die große Mehrheit der Bürger, die sich zu dem Thema geäußert haben, ist für die Beibehaltung der derzeitigen Situation“, betont Wolfgang Hüttner. Zähle man die Befürworter der Sperrung zusammen, die sich in Workshops und Anträgen zu Wort gemeldet hätten, liege deren Zahl deutlich unter den 1000 Bürgern, die sich per Unterschrift gegen die Marktsperrung ausgesprochen haben.

Wie berichtet hat die Verwaltung in einer Beschlussvorlage der Politik vorgeschlagen, die Marktsperrung mithilfe von blinkenden, versenkbaren Pollern zu ermöglichen und einen Wendekreis in der Karl-Wildschütz-Straße einzurichten, sodass der Markt nur noch in Ausnahmen befahren wird.

„Es bestehen weiterhin große Bedenken dagegen“, verweist Hüttner auf die an der Karl-Wildschütz-Straße ansässigen Arztpraxen, auf Anwohner und Einzelhändler. So sei in der Vorlage der Verwaltung nicht geklärt, wie Angehörige der gehbehinderten Personen oder Taxifahrer die Patienten vor den Arztpraxen absetzen sollen. „Die geplanten Poller sind zwar für Rettungsfahrzeuge versenkbar, aber wie sollen diese Gruppen die Praxen erreichen, wenn schon vor dem Haus Hubertia Poller stehen?“, fragt sich Hüttner. Er vermutet sogar schon neue Unfallschwerpunkte an der Karl-Wildschütz-Straße ebenso wie an der Alleestraße, wenn dort die zusätzlichen Abbieger verkehren. „Eine barrierefreie Zufahrt, wie es in der Vorlage heißt, ist in keiner Weise gewährleistet“, so Hüttner.

Ein weiteres Argument des Werbering-Vorsitzenden ist die vermeintliche Sicherheit, die Marktbesuchern „vorgegaukelt“ werde, die aber angesichts der vielen Ausnahmen für Rettungs-, Entsorgungsfahrzeuge, Anlieferer und die beiden Anwohner, gar nicht bestehe. „Ist dann nicht die ,Shared-Space“-Gestaltung, wie sie hier in Fröndenberg seit Jahren ohne Unfall umgesetzt wird, deutlich besser“, hält es Hüttner für sinnvoller, die geteilte Fläche beizubehalten.

Das Argument der Verwaltung, die Planersocietät Dortmund habe sich in ihrer Machbarkeitsstudie ausführlich auch mit den Auswirkungen auf die Alleestraße und die Karl-Wildschütz-Straße befasst, „können wir nicht nachvollziehen“, so Hüttner. Denn in der Studie der Planersocietät heißt es: „Die Sperrung des Marktes für den allgemeinen Kfz-Verkehr ist aus gutachterlicher Sicht möglich, aber nicht erforderlich.“ Für Hüttner ein klarer Hinweis darauf, dass eine Marktsperrung „mehr Nachteile als Vorteile bringt“. Die Gelder für die Umsetzung könne Fröndenberg besser einsetzen. An Baustellen mangele es schließlich nicht, meint Hüttner.

Er appelliert daher an die Einsicht der Entscheider in den Ausschüssen und im Rat, den Marktplatz weiterhin offen zu halten.

Der Bau- und Verkehrsausschuss wird sich in einer Sondersitzung am Donnerstag, 13. September, ab 17 Uhr im Stiftsgebäude mit dem Thema Marktsperrung befassen. Letztlich wird der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch, 26. September, die Entscheidung fällen.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kaninchenausstellung

Kaninchenzüchter aus Warmen feiern Jubiläum mit Kreismeistertiteln und mehr als 500 Tieren

Hellweger Anzeiger Heimatgeschichte

Als Franz-Josef Strauß ein Fröndenberger Radsport-Ass über den grünen Klee lobte

Hellweger Anzeiger Brandschutzbedarfsplan

Umstrukturierung der Feuerwehr: Ein Einblick in die Gefühlslage in den Palzdörfern

Meistgelesen