Wer jetzt Blumen sät, kann im Sommer einen Kiosk für Insekten öffnen

dzTipps für die Gartenarbeit

Die Fläche für einen Blühstreifen oder ein Beet kann gar nicht zu groß sein. Wolfgang Schumacher vom Nabu erklärt, wie jedermann jetzt etwas für die Umwelt - und einen schönen Garten - tun kann.

Fröndenberg

, 02.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landwirte haben es im vergangenen Jahr vorgemacht, auch die Stadt Fröndenberg arbeitet an Blühstreifen. Sie erhöhen die Biodiversität, liefern Nahrung für Insekten und bieten in entsprechender Größe Unterschlupf für kleine Tiere. Noch dazu sehen sie einfach klasse aus.

Ein Blühstreifen am Thabrauck: So sah es im Sommer an vielen Feldrändern aus. Landwirte haben von verschiedenen Stellen Geld erhalten, um Blühstreifen anzulegen.

Ein Blühstreifen am Thabrauck: So sah es im Sommer an vielen Feldrändern aus. Landwirte haben 2019 von verschiedenen Stellen Geld erhalten, um Blühstreifen anzulegen. © Marcel Drawe

Die Nabu-Ortsgruppe Fröndenberg hat auf einem rund 1000 Quadratmeter großen Areal im vergangenen Jahr gesät. Ein Meer aus rotem Klatschmohn konnten die Naturschützer im Juni stolz präsentieren. Jetzt freut sich der Fröndenberger Nabu-Aktivist Wolfgang Schumacher über die „satte Austreibung“ auf der Wiese. Blüten gebe es allerdings noch nicht. Die bräuchten viel mehr Wärme.

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Jeder einzelne könne jetzt Sommerblumen säen, um in absehbarer Zeit einen „Kiosk für Insekten“ zu eröffnen. Schon kleinste Flächen tragen so zum Naturschutz bei. „Die wertvolle Kraft liegt in vielen kleinen Beeten“, sagt Schumacher.

Jeder kleine Ort, der Blüten habe, locke Insekten an, die auf ihrem Weg zur „Futterstelle“ wiederum weitere Beete finden. So wie Menschen, die vor die Tür gehen, immer wieder neue schöne Ecken entdecken.

Insekten sind wählerisch. Nicht jede Biene mag jede Blume.

Insekten sind wählerisch. Nicht jede Biene mag jede Blume. © Wolfgang Schumacher

Tipps vom Profi für das eigene Beet

  • Die Vorbereitung: Der Boden, in den der Samen eingebracht wird, sollte fein körnig sein. Kompost oder Blumenerde muss gar nicht verwendet werden. Es reicht, den naturbelassenen Boden aufzulockern. In diesen Tagen sei der Boden noch schön feucht von den Regenfällen der vergangenen Wochen. Es kann zwar nachts noch frieren. Kühl und feucht mögen es die Blumensamen aber.
  • Das Saatgut: Wer Blumensamen kaufen möchte, sollte am besten in den Fachhandel gehen - und sich dort von den Mitarbeitern beraten lassen. Wer jetzt möchte, dass es im Sommer blüht, sollte selbstverständlich eine Sommerblumenmischung kaufen. Gerade auf kleinen Flächen kommt man den Insekten damit auch am besten entgegen. Denn sie sind wählerisch, mögen zum Teil nur eine oder wenige Sorten. Bei Ganzjahresmischungen gibt es entsprechend weniger Vielfalt zur gleichen Zeit. Sie bieten sich eher für größere Flächen an.
  • Das Säen: Viele Menschen denken, sie müssten die Samen unter die Erde bringen. Das ist falsch. Für die zarten Triebe ist es schwer, unter einer Erdschicht wieder an die Oberfläche zu kommen. Die Samenmischung sollte aus niedriger Höhe gesät werden, damit der Wind nicht die leichten von den schweren Samen trennt und ungewünscht verteilt. Anschließend reicht es, die Samen mit der Rückseite einer Harke etwas einzuklopfen.

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1000 TÜTEN BLUMENSAMEN

IN DEN BRIEFKÄSTEN DER FRÖNDENBERGER

  • Auf dem Frühlingsmarkt wollte der CDU-Stadtverband 1000 Blumensamen-Tütchen verteilen, um einen kleinen Beitrag für den Naturschutz und gegen das Insektensterben zu leisten. Nun sind die Tüten bestellt, der Markt fällt allerdings aus.
  • Die Tüten werden nun im Fröndenberger Stadtgebiet verteilt. Die Blumensamentüten werden in die Briefkästen eingeworfen - ohne Kontakt mit den Bewohnern. Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt sei die Verteilung zulässig.
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