Wenn die „Stille Nacht“ über die Dächer hallt

dzTurmblasen in Menden

Der Termin ist vielen Mendener Bürgern „heilig“: Das Turmblasen an Heiligabend vor der Vincenzkirche gehört zu Weihnachten wie der Tannenbaum und ist eine perfekte Einstimmung auf das Fest.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 26.12.2019, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur leises Gemurmel war zu hören, als sich der Platz zwischen Vincenzkirche und Altem Rathaus mit Menschen füllte. Schon eine Viertelstunde vor Beginn der traditionellen Veranstaltung war die Menschenmenge, die bis weit in die Bahnhofsstraße reichte, nicht zu überblicken.

Das Turmblasen zeigt eindeutig, dass dieser christliche Brauch in der Hönnestadt einen hohen Stellenwert genießt und in einer Reihe mit den Stadtfesten genannt werden kann. Alle Generationen, vom Enkel bis zu den Großeltern, nutzten die Gelegenheit, um sich auf die Festtage einzustimmen. Viele Besucher haben inzwischen schon ihre Stammplätze, bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur.

Hoch oben auf der Empore

Pünktlich um 16.30 Uhr verkündete das fünfminütige Adventsläuten die Botschaft, dass die Geburt Christi kurz bevor steht. Danach gingen die Augen der Besucher weit nach oben, denn Stefan Cosack, Sophie Jürgens, Thomas Heuseler, Tim Vöbel und Manuel Westermann vom Fanfaren-Corps Kolping Lendringsen hatten sich auf den beschwerlichen Weg hinauf auf die Empore gemacht. Nun erschallte weit über die Dächer Mendens „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Dann folgte das Beiern. Diese Kunst, ein schnelles Anschlagen der Glocken im festgelegten Rhythmen, gepflegt von Christoph Ellert und Martin Swora mit ihrem Team, brachte Ruhe und Frieden in die Herzen und sorgte für Ergriffenheit, die der Weihnachtschor unter der Leitung von Andreas Schlüter noch steigerte.

Ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes

Bürgermeister Martin Wächter freute sich, dass diese halbe Stunde ein fester Bestandteil in Menden zum schönsten Fest des Jahres ist. Erinnerten die Tage doch an Dinge, die wirklich wichtig sind, wie Gesundheit und Frieden. Er dankte den Anwesenden, den Organisatoren und den vielen Menschen, die ihren Dienst zum Wohle aller erfüllten, wie Polizei, Feuerwehr oder die Mitarbeiter in den Krankenhäusern. Am Ende zitierte er den Theologen Dietrich Bonhoeffer: „Es ist erstaunlich, dass nur ein Kind die Welt rettet und kein strahlender Held. “

Pfarrer Jürgen Senkbeil verlas die Weihnachtsgeschichte und wünschte den andächtig lauschenden Menschen ein gesegnetes Fest. Zum Ende sorgten der Chor mit „Kommet, ihr Hirten“ und die Turmbläser mit „O du fröhliche, o du selige“ für einen ehrfürchtigen Schauer auf dem Rücken.

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