Zwei Wetterstationen in einer Kleinstadt – die Ergebnisse der Messungen auf dem Henrichskübel und in der Stadtmitte sind dabei überraschend unterschiedlich.

Fröndenberg

, 18.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Was man in der Stadt in den vergangenen Wochen am eigenen schwitzenden Leib gespürt hat, hat der Wetterdienst Meteomedia auch schwarz auf weiß: Einen Spitzenwert von 37,4 Grad sendete die Messstation des Unternehmens am 7. August aus Fröndenberg-Mitte nach Berlin. Kaum erfrischender kommt der Spitzenwert der zweiten Wetterstation im Stadtgebiet daher: Ebenfalls am 7. August – und bereits am 2. Juli – wurden 36,5 Grad auf der Hohenheide gemessen.

Das sind die Ausreißer nach oben. Selbst wenn man aber die Tage nimmt, an denen es mindestens 25 Grad warm war – das sind meteorologisch Sommertage –, zeigt sich der Jahrhundertsommer: „Mit 51 bis 65 Sommertagen 2018 hat Fröndenberg jetzt schon fast doppelt so viele Sommertage wie im Mittel der Jahre 2007 bis 2017“, sagt Andre Hergemöller. Im Mittel waren es 30 Sommertage.

Gravierende Unterschiede zwischen den Wetterstationen, die nur wenige Kilometer auseinanderliegen

Hergemöller wertet von Münster aus unter anderem die Ergebnisse der Fröndenberger Wetterstationen aus. Dabei erkennt der Messtechniker auch sofort die gravierenden Unterschiede zwischen den beiden Wetterstationen: Denn während es auf dem Henrichskübel „gerade“ 51 Sommertage gab, stieg das Thermometer in der Stadtmitte bis zum 16. August an 65 Tagen auf mindestens 25 Grad.

Repräsentativ

Niederschläge und Temperaturen unterschiedne sich merklich zwischen Haarstrang und Ruhrtal

Dass es in einer Stadt wie Köln mit einer fast achtmal größeren Flächenausdehnung als Fröndenberg gleich mehrer Stationen ausgewertet werden, sei aus meteorologischer Sicht sinnvoll, weil sich das „Stadtklima“ bereits deutlich von einer Außenstation wie am Flughafen Köln/Bonn unterscheide. Aber auch die zwei Messstellen in Fröndenberg, die der nach eigener Auskunft größte private Wetterdienst Europas hier auswertet, ließen aufgrund der Topographie der Ruhrstadt viel genauere Angaben zu: Die Station auf dem Henrichskübel, der 245 Meter über NN liegt, steht auf einer der höchsten Erhebungen im östlichen Ruhrgebiet; dagegen liegt die Station im Ruhrtal auf nur 126 Meter.

„Doppelstationen im gegliederten Gelände, also in Hügel- und Tallage“, wie Andre Hergemöller es beschreibt. liefern Meteomedia repräsentativere Messdaten, weshalb das Unternehmen sein Stationsnetz stark ausgedehnt habe und Ende August 2016 auch die Daten einer Station in der Stadtmitte in seine Auswertungen aufgenommen hat.

Im Zehn-Minuten-Takt fließen die Messwerte in die zentrale Asuwertung ein

Genauigkeit ist beim Wetter ein Muss. Die Stationen würden daher regelmäßig gewartet, gereinigt und kalibriert. „Da sind unsere Betreuer schnell und zuverlässig vor Ort“, so Hergemöller. Allerdings ist die Übermittlung der Daten bereits voll automatisiert. Die MeteoGroup ruft alle Wetterstationen über ein GPRS-Modem im Zehn-Minutentakt ab. Die Messwerte fließen zur Aufbereitung direkt in die Datenbanken ein.

„Unsere Qualitätskontrolle stellt sicher, dass die Messwerte qualitativ verifiziert werden, das heißt nicht plausible Messwerte werden identifiziert. Wir können umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten, die teils auch zur Sperrung eines Sensors führen“, erläutert Beate Debiel, Sprecherin des Unternehmens. Plausibel sind auch die Messewerte dieses Jahres aus Fröndenberg – und rekordverdächtig.

Temperatur-Maximum ist in diesem Jahr mit 37,4 Grad Celsius wohl erreicht

Noch nie seit Inbetriebnahme der Station Henrichskübel am 17. Mai 2006 ist ein Spitzenwert von 36,5 ° Celsius gemessen worden, und das gleich zweimal, am 2. Juli und am 7. August. Die Station Mitte brachte es am 7. August sogar auf einen Spitzenwert von 37,4 ° Celsius. Diese Werte stellen also das vorläufige Allzeit-Temperaturmaximum für die beiden Fröndenberger Messorte dar, wie die Meteorologen sagen.

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