Weniger Besucher, mehr Individualität auf der „Kreativ“ in Fröndenberg

dzFröndenberg kreativ

Etwas weniger Gedränge bietet die Möglichkeit, mit Künstlern der Kreativ ins Gespräch zu kommen. Viele Besucher kommen seit Jahren - und sei es „nur“ für eine Flasche Sanddorn-Likör.

von Dominik Pieper

Fröndenberg

, 21.10.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich mal Stöbern und Fachsimpeln ohne Ellenbogen-Gestoße: Maria Bellmann aus Menden spricht aus, was viele Besucher von „Fröndenberg kreativ“ am Wochenende dachten. Die Resonanz bei der 34. Auflage lag unter den Spitzenwerten vergangener Jahre, wo bis zu 4500 Besucher in die Gesamtschule kamen. Auf etwa 3500 Besucher beziffern die Organisatoren die Besucherzahl für dieses Jahr. Im vergangenen Herbst kamen etwa 4000 Gäste zur „Kreativ“.

Etwas weniger Resonanz, vielleicht auch wegen der Konkurrenz des Mendener Herbstes und des guten Wetters, ist für Hubert Sallamon vom städtischen Marketingteam indes kein Grund für einen Makel – im Gegenteil sogar. Ähnlich wie auch Besucherin Maria Bellmann findet Sallamon, dass mit etwas weniger Resonanz mehr Zeit und vor allem Raum für individuelle Beratung an den Ständen der einzelnen Künstler bleibt.

Maria Bellmann bestätigt dies. Seit ungefähr zehn Jahren kommt sie Jahr für Jahr in den Herbstferien zur Ausstellung nach Fröndenberg – um einzukaufen, vor allem aber, um sich Anregungen für eigene Bastelprojekte zu holen. „Letztes Jahr habe ich ein Windspiel mit Perlen gesehen und nachgebaut“, erinnert sie sich. In diesem Jahr will sie bei einem mittlerweile bekannten Stand, der selbstgemachten Likör aus Sanddorn anbietet, nach dem Rezept fragen. „Immer wenn ich hier bin, kaufe ich eine Flasche – bis Weihnachten hält die nie“, gesteht sie.

Weniger Besucher, mehr Individualität auf der „Kreativ“ in Fröndenberg

Aufwendig und filigran ist die Kunst von Josef Johanning, der Holzdekorationen für die nahe Weihnachtszeit anbot. © UDO HENNES

Ähnlich wie Maria Bellmann haben es viele Besucher der „Kreativ“ nicht allein aufs Stöbern und Kaufen abgesehen. Sie wollen mit den Künstlern ins Gespräch kommen, Anregungen erhalten, Tipps bekommen. Etwa am Stand von Künstler Rolf Schulte. Der hat im Untergeschoss der Gesamtschule seinen Stand und dort auch eine Drechselmaschine aufgebaut. Gern erläutert er, wie er seine Arbeiten aus Holz herstellt – und zeigt es interessierten Besuchern auch direkt vor Ort. Heraus kommen handgemachte und ungewöhnliche Stücke, wie etwa der Flaschenwächter. Holz aus heimischen Wäldern wird so gedrechselt, dass es auf die gängigen Schraubverschlüsse von Getränkeflaschen passt. Der Vorteil: Der ungewöhnliche Verschluss ermöglicht es, die Flasche schnell wiederzufinden und verhindert obendrein, dass beispielsweise Bienen oder Wespen in die Flasche krabbeln.

Große Schwerpunkte innerhalb der Ausstellungsstücke liegen stets auf den Themen Weihnachten und Schmuck. Insbesondere Holzarbeiten als dekorative Elemente für die adventliche Fensterbank oder auch Ketten und Anhänger mit feinen Glasperlen bieten viele Künstler an. Jünger hingegen ist der Trend nach moderner Kinderbekleidung und passenden Accessoires für Kinderwagen und Kinderzimmer. Bunte Farben bestimmen das Angebot aus Decken, Stramplern oder auch mit Namen bestickten Kuscheltieren.

Weniger Besucher, mehr Individualität auf der „Kreativ“ in Fröndenberg

Karola Axt und Gisela Schoefer sind die Schöpferinnen kleiner, kuscheliger Teddybären. © UDO HENNES

Generell ist Textil ein wichtiges Segment der Ausstellung geworden. Dabei geht es jedoch nicht allein um den Stoff, der am Körper getragen wird. Textil geht auch individuell und obendrein umweltschonend. Ganz spezielle Obstbeutel präsentierte der Handarbeitskreis der Caritas. Aus Gardinenstoff sind die kleinen Beutel genäht, in denen Obst und Gemüse aus dem Supermarkt transportiert werden soll. Der Vorteil: Die Kunden brauchen keine Plastiktüten. Zu viel Plastik im Ökosystem, verursachte große Probleme, wissen die Näherinnen der Caritas, die auf die Idee mit den Beuteln kamen. Ihre Tragehilfen sind waschbar und können damit auch wiederverwendet werden. Ob bei der Vielfalt an Gardinenstoffen sind der Gestaltungsmöglichkeit kaum Grenzen gesetzt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger BVB-Sonderzüge gestrichen
Keine Sonderzüge zum BVB: So kommen Fröndenberger jetzt ins Stadion
Hellweger Anzeiger Trinkwassergewinnung
Illegale Altöl-Entsorgung in Fröndenberg: Wasserwerke helfen nun bei der Tätersuche
Hellweger Anzeiger Auf einen Espresso
Fröndenberg plant seinen Haushalt 2020: Was wünschen Sie sich im neuen Jahr?