Wegen Corona: Fröndenberger meistern Marathon und Ultralauf alleine und digital

dzVfL Fröndenberg

Ein Pulk Läufer, die drängeln und heftig atmen. Mit Blick auf den Infektionsschutz waren Laufveranstaltungen dieses Jahr kaum realisierbar. Ärgerlich für diejenigen, die hart für ihre Langstrecken-Premieren trainiert haben.

Fröndenberg

, 20.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Marathon oder gar noch längere Distanzen laufen selbst sportliche Menschen nicht ohne Weiteres. Langes intensives Training sind für Körper und Psyche notwendig, um derartige Ausnahme-Distanzen zu meistern. Iris Hohmeyer und Adam Fabian vom VfL Fröndenberg hatten die Herausforderung angenommen, lange und intensiv auf ihre Laufwettkämpfe hingearbeitet. Aber – wie alle anderen Sportler in der Corona-Zeit – mussten sich auch die beiden Fröndenberger am Wettkampftag flexibel zeigen.

Adam Fabians erster Ultralauf konnte „nur“ virtuell, also ohne Laufkonkurrenz auf der Strecke, ausgetragen werden. So begab er sich am 10. Oktober früh um 9 Uhr an seinen Startpunkt in Meschede. Von dort ging es los zu seinem 60-Kilometer-Lauf entlang des Ruhrtal-Radwegs – bis in die Heimatstadt Fröndenberg. Weil es keine Ultra-Distanz hat er sich einfach für einen digitalen Halbmarathon angemeldet, damit er am Ende zumindest eine reale Medaille als Erinnerung sein Eigen nennen konnte.

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Vorbereitung bedeutet für Adam Fabian: Laufen, laufen laufen, Diät und auch etwas Zusatzsport: im Prinzip, ganz ohne festen Plan. Nachdem der Fröndenberger sein Training noch bei schönstem Spätsommer-Wetter absolvieren konnte, war es zu Beginn der Herbstferien doch sehr frisch. Bis Arnsberg, so berichtet der Ultraläufer, sei noch alles perfekt gewesen. Zwischen Kilometer 30 und 40 verschlechterte sich allerdings das Wetter – und zehrte an seinen Kräften.

Ehefrau und Freund warten nach 40 Kilometern mit Verpflegung

In Hüsten, ungefähr bei Kilometer 40, warteten jedoch Ehefrau und Freund mit dem persönlichen Verpflegungsstand. Dort konnte Adam Fabian in jeder Hinsicht auftanken und wusste: Jetzt ist es nur noch ein Halbmarathon. Hochmotiviert ging er den Rest der Strecke an. In Wickede schlug das Wetter endgültig um. Doch trotz strömendem Regen lief der Fröndenberger „mit einem breiten Grinsen im Gesicht“, die letzten Kilometer bis nach Hause. Nach sieben Stunden und 45 Minuten nahm die Familie ihren erschöpften aber überglücklichen Läufer in Empfang. „Mein nächstes Ziel sind 100 Kilometer.“

Lächeln trotz körperlicher Höchstleistungen. Fabian Adam vom VfL Fröndenberg musste einen Ultralauf ganz alleine hinter sich bringen.

Lächeln trotz körperlicher Höchstleistungen. Fabian Adam vom VfL Fröndenberg musste einen Ultralauf ganz alleine hinter sich bringen. © Privat

Während der erfahrene Marathonläufer das Training für seinen ersten Ultralauf in die eigenen Hände nahm, setzte Iris Hohmeyer bei der Vorbereitung auf ihren ersten Marathon auf die Unterstützung von Christiane Gödde. Die Wahl-Berlinerin hält engen Kontakt zu ihren Freunden vom VfL, und ist als zertifizierte Sportwissenschaftlerin eine gefragte Ratgeberin im Verein.

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Mit einem persönlich abgestimmten Trainingsplan sollte das Ziel eigentlich der Generali Marathon in München werden. Statt nach München ging die Reise nun nach Paderborn an den Lippesee. Wenn sie schon alleine unterwegs sein muss, wollte Fröndenbergerin einen Rundkurs laufen, damit ihre Familie sie in regelmäßigen Abständen unterstützen konnte.

Sohn und Nichte untermalten den Zieleinlauf musikalisch

So sicherte ihre Familie die Unterstützung an der Strecke, während Iris Hohmeyer alleine sieben Runden um den See zu drehte, um die magische Grenze von 42,2 Kilometern zu erreichen. „Das Wetter war besser, als am Vortag für Vereinsfreund Adam“, resümiert die Läuferin. Trotzdem gab es auch für sie den ein oder anderen Moment, an dem sie gern gegangen wäre.

Auch Iris Hohmeyer begab sich für ihren Halbmarathon ganz alleine auf die Strecke. Zur Unterstützung kam die Familie an den Lippesee.

Auch Iris Hohmeyer begab sich für ihren Halbmarathon ganz alleine auf die Strecke. Zur Unterstützung kam die Familie an den Lippesee. © Privat

„Aber“, so die Fröndenbergerin, „das habe ich immer – egal ob ich 10, 15 oder 20 Kilometer laufe“. Mit einer Zeit von vier Stunden und 48 Minuten lag sie gut unter der erhofften Unter-5-Stunden-Grenze, und ist rundum zufrieden mit dem Privat-Marathon. Für die musikalische Untermalung des Zieleinlaufs sorgten Sohn und Nichte, die für die Mama beziehungsweise Tante extra eins der Lieblingslieder abspielten.

Wöchentliches Training mit dem VfL

  • Auch wenn Iris Hohmeyer und Adam Fabian das Langstreckentraining ganz unterschiedlich angegangen sind, so holten sie den Feinschliff beide beim wöchentlichen Training mit Michael Fobbe. Der Physiotherapeut leitet eine der beiden Mittwochsgruppen des VfL Fröndenberg.
  • Wer Lust hat, mal bei dem Training reinzuschauen, ist willkommen. Trainiert wird in allen Leistungsstufen, betont Iris Hohmeyer. Nicht jeder strebe die Teilnahme an Langstreckenläufen an.
  • Da sich zur Zeit fast täglich neue Richtlinien ergeben, sollten interessierte vor dem Training Kontakt aufnehmen. Kontaktdaten und Infos gibt‘s auf der Homepage des VfL Fröndenberg unter www.vfl-froendenberg.de.

Eigentlich sei der VfL Fröndenberg ein Leichtathletikverein, doch aktuell seien hauptsächlich die Laufgruppen aktiv. „Die aber mit Inbrunst“, sagt Iris Hohmeyer. Auch jetzt in der Corona-Zeit könne, anders als in anderen Ländern, in kleineren Gruppen regelmäßig gemeinsam trainiert werden. Für die Sportanlagen würden Regeln gelten, die nicht immer zu 100 Prozent nachvollziehbar sind, aber „wir sind froh, dass wir überhaupt trainieren dürfen“, sagt Iris Hohmeyer.

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