Autos wurden von den strömenden Wassermassen vor allem im Wiesengrund Dutzende von Metern fortgespült. Auf dem Gelände des Seniorenheims der Neuapostolischen Kirche durchbrach ein Fahrzeug ein Geländer und stürzte eine Etage tiefer (Hintergrund). © Udo Hennes
Unwetter

Wassermassen in Fröndenberg sorgen für Evakuierung und Stromausfall

Eine Stadt unter Wasser: Extreme Regenfälle haben am Sonntag für Hochwasser in Kellern und auf Straßen gesorgt – Autos schwammen weg, Bahngleise standen unter Wasser. Die Alleestraße war eine Seenplatte.

Fröndenbergs Innenstadt stand unter Wasser. Extreme Regenfälle haben Allee- und Westicker Straße zwischenzeitlich in eine Seenplatte verwandelt, der Wiesengrund ist am Nachmittag komplett abgesoffen. Die Feuerwehr zählte bis zum frühen Abend rund 320 Einsätze.



Das Schlimmste hat die Stadt womöglich am späteren Abend hinter sich. Fröndenbergs Feuerwehrchef Jörg Sommer hatte die Einsatzkräfte zunächst noch auf eine zweite Flutwelle nach 21 Uhr vorbereitet. Die Wehrleute hatten sich daher an der Feuerwache am Harthaer Platz versammelt. Gegen 21.45 Uhr ging Sommer dann davon aus, dass zumindest von oben kein weiteres Wasser zu erwarten war.



Allerdings musste Sommer die Evakuierung des Hauses Löhnbachtal vermelden: Von einem Stromausfall in Teilen der Innenstadt war auch das Seniorenheim betroffen; das Kreisgesundheitsamt kümmerte sich um die Verbringung der alten Menschen in andere Unterkünfte.

Feuerwehr stellte sich auf Nachtarbeit ein

Die Feuerwehr war am späten Abend noch mit dem Auspumpen voll gelaufener Keller beschäftigt. Vor allem in Neimen und Frohnhausen, aber auch in Westick waren noch bis zu 180 Wehrleute im Einsatz. „Ich stelle mich auf die ganze Nacht ein“, so Sommer.

Derweil waren am Abend überall in der Stadt auch Menschen damit beschäftigt, die Spuren des Unwetters zu beseitigen. Die Wassermassen sind weg, Schlamm und Dreck aber sind vielerorts geblieben.

Löhnbach wird zum Strom und spült Autos weg

Das Wasser hatte am Nachmittag stellenweise eine solche Kraft entwickelt, dass etwa der über die Ufer getretene Löhnbach sogar geparkte Fahrzeuge am Straßenrand dutzende Meter wegspülte. Auch die Bahnschienen in Höhe des Übergangs Westicker-/Alleestraße waren zwischenzeitlich völlig überschwemmt.

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Hochwasser in Fröndenberg

Schon am Nachmittag hatte Feuerwehrchef Sommer im Lichte solcher Bilder deutliche Worte gefunden: „Fröndenberg säuft komplett ab, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Vor allem in den Ortsteilen Neimen und auf der Hohenheide waren da schon etliche Keller vollgelaufen. Nach den starken Regenfällen waren die Wassermassen von der Kanalisation offenbar nicht mehr zu fassen.

Der Bahnübergang an der Westicker- /Alleestraße ist überflutet. © Marcus Land © Marcus Land

Auch die Feuerwehr der Stadt Fröndenberg kam zwischenzeitlich nicht mehr nach, weshalb von überall aus dem Kreis Unna Unterstützung anrückte. Allerdings hatten auch die Einsatzkräfte mit dem Unwetter zu kämpfen: Selbst ein Einsatzwagen der Feuerwehr ist wegen schlechter Sichtverhältnisse in Neimen von der Fahrbahn abgekommen und musste aus einer Böschung gezogen werden.

Ein Einsatzwagen der Feuerwehr war in Neimen wegen der Wassermassen auf der Straße in Schieflage geraten und war zunächst nicht mehr fahrtüchtig.
Ein Einsatzwagen der Feuerwehr war in Neimen wegen der Wassermassen auf der Straße in Schieflage geraten und war zunächst nicht mehr fahrtüchtig. © privat © privat
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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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