Waldbrandgefahr auf Stufe 4 von 5: So verhält man sich jetzt richtig

dzWichtige Regeln

Wenn Wald und Feld brennen, sind nicht selten Menschen daran Schuld. Im Kreis Unna, vor allem in einigen Waldgebieten Fröndenbergs, ist die Gefahr in diesen Tagen besonders hoch.

Fröndenberg

, 26.06.2019, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trockenheit und Hitze, wie sie den Sommer 2018 bestimmten und auch jetzt wieder vorherrschen, lassen die Waldbrandgefahr steigen. Schon jetzt liege die Waldbrandgefahr nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes im Kreis Unna auf Stufe 4 von 5, mahnt Förster Matthias Müller. Auch der sogenannte Graslandfeuerindex, der die Gefahr für Wiesen und Felder bestimmt, liegt bereits bei Stufe 4.

Revierförster Müller bereitet das in diesen Tagen besonders große Sorge. Denn in Fröndenberg und Umgebung sind in den vergangenen Monaten und im vergangenen Jahr viele Fichten durch Sturm und Borkenkäfer vernichtet worden. Vor allem da, wo der Wald stark ausgedünnt ist, dringt die Sonne jetzt bis ins Unterholz. Zudem lassen sich die schon länger toten Fichten schlecht verkaufen. Deshalb werden aktuell die frischeren befallenen und so noch feuchteren Bäume gefällt und abtransportiert. Übrig bleiben trockene Fichten, die schneller brennen, erklärt Müller.

Grillen ist im Wald ein absolutes Tabu

Vor einigen Jahren kam es im Beritt des Revierförsters zu einem größeren Brand im Wald, erinnert sich Müller. Gefunden wurden anschließend eine Whiskyflasche und ein Einweggrill. Dass Grillen im Wald ein absolutes Tabu ist, erschließt sich mit gesundem Menschenverstand. Es gibt allerdings noch weitere Regeln, die Waldbesucher beachten sollten – und auch Dinge, die jeder aktiv tun kann, um die Waldbrandgefahr zu verringern.

  • Rauchen ist verboten: Nicht nur an trockenen und heißen Tagen – auch wenn es den ganzen Sommer über regnen würde – darf vom 1. März bis 31. Oktober nicht geraucht werden. Bei Verstoß gibt es kräftig Ärger mit dem Förster und es droht ein Bußgeld. Auch sollten Zigaretten nicht aus dem Auto geschnipst werden. Die Stummel könnten die Vegetation am Straßenrand entzünden, die ebenfalls sehr trocken ist.
  • Richtig parken: Wer in Waldzufahrten parkt, um von dort aus gemütlich spazieren zu gehen, steht nicht nur Fahrzeugen für den Forstbetrieb und um Notfall Krankenwagen im Weg, sondern auch der Feuerwehr. Vorsicht ist an besonders heißen Tagen aber auch auf dem Waldparkplatz geboten. Dann nämlich, wenn verdörrtes Gras und Gestrüpp unter dem Auto von der Motorhitze entzündet werden könnten. Das gilt auch für das Parken am Feldrand und auf Wiesen. Besonders ärgerlich: Nicht nur der Wald, sondern auch das Auto sind in Gefahr. Befestigte Parkflächen sind eine sichere Alternative für Autofahrer.
  • Mit Bedacht grillen: Grillen und offenes Feuer im Wald sind Tabu. Diese Regel sollte auch in 100 Meter Entfernung zum Waldrand noch eingehalten werden. Denn es besteht die Gefahr von Funkenflug.
  • Ruhig mal aufräumen: Müll darf im Wald selbstverständlich generell nicht entsorgt werden. Wer Glasflaschen und Scherben im Wald entdeckt und sie mitnimmt, minimiert das Waldbrandrisiko sogar. Durch den Brennglaseffekt können unachtsam entsorgte Falschen nämlich Feuer entfachen.
  • Im Notfall richtig handeln: Kleine Entstehungsbrände, etwa wenn es unter dem Auto anfängt zu qualmen, oder wenn die Zigarette doch am Wegesrand gelandet ist, sollten so schnell wie möglich selbst gelöscht werden. Breitet sich das Feuer zu schnell aus, sollten sich Menschen sofort in Sicherheit bringen, die Feuerwehr rufen und die Fahrzeuge der Feuerwehr gegebenenfalls einweisen.

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