Politik im Hinterzimmer: Hat CDU-Spitze Bewerbung von Parteivize einfach ignoriert?

dzCDU-Bürgermeisterkandidat

Auf der Suche nach Partnern hat die CDU-Spitze offenbar schon mit Heinz-Günter Freck kokettiert, als der Parteivorstand noch gar nicht darüber abgestimmt hat. Ein Schlag ins Gesicht für Parteivize Funke.

Fröndenberg

, 12.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU-Parteispitze schmiedet offenbar seit geraumer Zeit an einem Bündnis mit den anderen Fröndenberger Parteien gegen die SPD – und ist im Rahmen der Gespräche mit Heinz-Günter Freck als möglichen Gemeinschaftskandidaten für die Bürgermeisterwahl auch schon konkret geworden. So weit, so gewöhnlich.

CDU-Parteispitze ignoriert Bewerber Funke offenbar

Eher ungewöhnlich: Die Unionsfürsten Olaf Lauschner für die Partei und Gerhard Greczka für die Fraktion haben offenbar schon an den politischen Mitbewerbern gebaggert, als der Parteivorstand noch gar nicht über Freck als Wunschkandidat abgestimmt hatte – und damit ganz offensichtlich auch ungeachtet der Bewerbung von Parteivize Oliver Funke, der seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt vor vier Wochen öffentlich gemacht hatte.

Konspirative Treffen noch vor der CDU-Vorstandssitzung

Offiziell bestätigen will das natürlich niemand. Hinter vorgehaltener Hand wird von parteiübergreifenden Gesprächen Anfang der vergangenen Woche berichtet. Die CDU-Vorstandssitzung, die die Bürgermeisterkandidatur zum Thema hatte, fand erst am Mittwochabend der vergangenen Woche statt – demnach also nach dem Balztanz der Parteispitze mit ihren politischen Pendants.

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Ob es Oliver Funke auch deshalb die Sprache verschlagen hat, ist freilich reine Spekulation. Er hat nach Bekanntwerden der designierten Bürgermeisterkandidatur von Heinz-Günter Freck lediglich an Parteichef Lauschner verwiesen und wollte sich auch zu seinen persönlichen Schlüssen nicht äußern. Kein Kommentar zu der Frage, ob er seine Bewerbung zurückziehe oder bei der Nominierung durch die Parteibasis womöglich sogar gegen Freck antreten wolle.

Zurückhaltung bei den umworbenen Parteien

Zurückhaltung auch bei den Spitzen der anderen Parteien zur Frage einer möglichen Kooperation. FDP-Parteichef Dr. Elmar Jobs verwies auf eine Mitgliederversammlung in Kürze. „Ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen oder einen gemeinsamen mit anderen Parteien – und wenn wen; wir sind in unseren Überlegungen noch nicht so weit.“ Grundsätzlich gäbe es „ein paar interessante Kandidaten“, die die FDP sich vorstellen könne. Für die Liberalen sei aber auch eine reine Sachwahl ohne Unterstützung eines Bürgermeisterkandidaten denkbar, so Jobs.

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Michael Kirejewski, Stadtverbandschef der Freien Wähler Gemeinschaft, verneinte jeden Kommentar zur Personalie Freck und einer möglichen Kooperation mit der CDU. Er verwies lediglich darauf, dass solche Fragen bei den Freien Wählern grundsätzlich in der Mitgliederversammlung diskutiert würden. Für die Grünen bestätigte Vorstandssprecher Martin Schoppmann die Gespräche mit der CDU über Heinz-Günter Freck als möglichen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten. „Wir waren da – aber mehr ist dazu im Moment nicht zu sagen“, verwies er auf eine für den 16. Dezember geplante Mitgliederversammlung seiner Partei.

Amtsinhaber Rebbe (SPD) tritt nicht erneut an

Jetzt wird mit Spannung erwartet, wie die SPD auf die Personalie Freck reagiert. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe tritt nach seiner zweiten Amtszeit 2020 bekanntlich nicht erneut zur Wahl an, die Partei kann also nicht auf einen Amtsbonus setzen. Rebbe ist seit 2009 erster Bürger der Ruhrstadt.

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