Waffen und Munition in Messie-Haus an der Palzstaße in Bausenhagen gefunden

dzWaffenfund in Fröndenberg

In einem zwangsversteigerten Haus an der Palzstraße machten Gerichtsvollzieher und neue Besitzer eine schockierende Entdeckung. Zwischen Bergen von Müll hortete der Vorbesitzer auch etliche Waffen und Munition.

Fröndenberg

, 01.07.2020, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits im Januar 2019 ist ein Gebäude an der Palzstraße zwangsversteigert worden, in dessen Vorgarten sich bergeweise Müll und Schrott türmten. Den Nachbarn war das vermüllte Haus schon lange ein Dorn im Auge, laut Kreisverwaltung lag augenscheinlich keine Gefahr für die Umwelt vor – und man ließ den Besitzer unbehelligt gewähren.

Als die neuen Eigentümer das verwahrloste Haus nun räumen lassen wollten, stießen sie in den Räumlichkeiten auf zahlreiche Waffen und Waffenteile. Das hat Polizeisprecherin Vera Howanietz nun bestätigt. Gegen den Vorbesitzer liegt eine Strafanzeige vor, das Gebäude ist versiegelt. Für die Bergung der Waffen muss eine Spezialfirma beauftragt werden.

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Weil der Mann, der das Haus auch nach der Versteigerung weiterhin bewohnte, nicht ausziehen wollte, wurde das Gebäude am 18. Juni mit einem Gerichtsvollzieher zwangsgeräumt. Der Eindruck, der schon beim Blick in den Vorgarten entsteht, setzte sich auch hinter der Haustür fort. Polizeisprecherin Vera Howanietz spricht von einem „Messie-Haus“.

Nun muss eine Spezialfirma ran

Zwischen Schrott und Unrat fanden die beteiligten an diesem Tag auch diverse Waffen, Waffenteile und Munition, die von dem Messie dort offenbar „über Jahrzehnte“ angesammelt und gehortet wurden – so der erste Eindruck.

„Da kann man nicht einfach das LKA reinschicken, um die Waffen sicherzustellen“, erklärt die Polizei weiter. Denn zum einen muss entrümpelt werden, zum anderen ist nicht klar, wo und wie viele Waffen sich in dem Gebäude zwischen all dem Unrat noch befinden – und in welchen Zustand sie sind.

Hausbesitzer muss sich um das Chaos kümmern

In der Pflicht, das gefährliche Chaos zu beseitigen, sei nun tatsächlich der neue Eigentümer, so die Polizeisprecherin. „Dazu muss eine Spezialfirma organisiert werden.“ Ein normales Entrümpelungsunternehmen könne die Gefahr, die von einigen Waffen möglicherweise noch ausgeht, nicht einschätzen. Erst wenn alles auf Links gedreht ist, komme die Polizei wieder ins Spiel.

Denn erst, wenn Waffen und restlicher Unrat fein säuberlich voneinander getrennt sind, könne geprüft werden, gegen welche Gesetze der ehemalige Bewohner des Hauses mit dem Besitz der Waffel tatsächlich verstoßen hat.

Beseitigung des Unrats ist auch eine Kostenfrage

Ein entsprechendes Unternehmen sei nicht von einem Tag auf den anderen organisiert. Zum einen sind spezialisierte Firmen selten, zum anderen kommen voraussichtlich hohe Kosten auf die neuen Eigentümer zu.

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