Ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Sümbergstraße in Fröndenberg ist positiv auf den Coronavirus getestet worden. © Udo Hennes
Coronavirus in Flüchtlingsunterkunft

Wachdienst kontrolliert Flüchtlingsheim in Fröndenberg nach Corona-Fall

Das Coronavirus ist in einer Fröndenberger Flüchtlingsunterkunft nachgewiesen worden. Die Behörden haben Quarantäne angeordnet. Deren Einhaltung wird von einem Wachdienst kontrolliert.

Die Nachricht erreichte das Fröndenberger Ordnungsamt bereits am Sonntagabend: In einem Flüchtlingsheim in der Innenstadt ist ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Im Rathaus hofft man jetzt.

Der infizierte Mann ist dem Vernehmen nach in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Christoph Börger, Leiter des Fachbereichs für Ordnung, mochte dies aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bestätigen, räumte aber ein, dass sich der betroffene Bewohner derzeit nicht in der Unterkunft aufhalte.

Quarantäne für 16 Personen angeordnet – vier fehlen noch

Die Behörden hatten mit Blick auf eine mögliche Ausbreitung der Infektion in der Gemeinschaftsunterkunft an der Sümbergstraße noch am Sonntag mündlich Quarantäne für insgesamt 16 Personen angeordnet.

Vier Personen sind bislang noch nicht angetroffen worden. Allerdings vermute man, so Börger, dass sie keine engen Kontakte mit dem Infizierten hatten und für sie daher keine Quarantäne angeordnet werden müsste.

Allerdings könnten die Vier zunächst nicht mehr in der Unterkunft wohnen und müssten andernorts untergebracht werden. Für die anderen 16 Personen gilt dagegen nun eine voraussichtlich 14-tägige Isolierung.

Allein stehende Männer nutzen gemeinsam Duschen

Es handele sich zwar um allein stehende Männer, die in dem Haus zum Teil schon seit längerer Zeit leben, und nicht um Familien. Weil es aber gemeinschaftlich zu nutzende Sanitäreinrichtungen gibt, sei das Risiko einer Übertragung des Virus nicht gering. Die Bewohner würden daher in nächster Zeit allesamt getestet.

Die Männer seien über die Maßnahmen informiert, die Anordnungen in mehreren Sprachen ausgehändigt worden. Priorität habe nun die Ermittlung weiterer Kontaktpersonen des positiv getesteten Mannes, die nicht in dem Flüchtlingsheim wohnen. Sollten weitere Heimbewohner positiv sein, müsste das Kreisgesundheitsamt auch deren Besucher oder Kontakte außerhalb der Einrichtung ermitteln.

Privater Wachdienst kontrolliert Quarantäne

Die Stadt hat einen privaten Wachdienst beauftragt, die Flüchtlingsunterkunft rund um die Uhr zu kontrollieren. Vorfälle in der Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen haben erst kürzlich gezeigt, dass sich Quarantäne auf Menschen mit Fluchterfahrung besonders dramatisch auswirken kann und Ausbrüche provoziert.

Der Malteser Hilfsdienst versorgt die Menschen in dem Heim in der Quarantänezeit mit Lebensmitteln. Man habe auf einen zuvor bereits ausgearbeiteten Notfallplan zurückgreifen können, so Christoph Börger.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land

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