Ein Rathaus mit Bürgerhalle und Stadtbücherei auf dem Wildschütz-Parkplatz, die Feuerwache künftig an der Ruhrstraße: Noch gibt es keine Beschlüsse, aber die Politik diskutiert diese Idee.

Fröndenberg

, 22.11.2018, 17:48 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für das Fröndenberger Rathaus, die Stadtbücherei und die Feuerwache Mitte könnte es künftig neue bauliche Lösungen geben: Die Stadtverwaltung bestätigte am Donnerstag Informationen unserer Zeitung, wonach Überlegungen für den Neubau des Rathauses auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz bestehen, in dessen Gebäude sowohl eine Bürgerhalle als auch die Stadtbücherei Platz finden könnten. Im Gegenzug würde der nicht mehr benötigte Altbau des Rathauses abgerissen und damit Platz schaffen für den Neubau der Feuerwache Mitte. Schließlich könnte die Stadt die überflüssig werdende Immobilie beziehungsweise Fläche des heutigen Wachenstandortes vermarkten.

Beigeordneter verweist auf „Frühphase“ der Überlegungen

Beigeordneter Heinz-Günther Freck bezeichnete die Information unserer Zeitung als „zutreffend“. Man befinde sich allerdings noch in der Frühphase der Überlegungen, Ausgangspunkt hierfür sei ein künftiger idealer Standort der Feuerwache Mitte. Ein angedachter Standort Bahnhofstraße habe den Vorzug, künftig sowohl die westlichen als auch die östlichen Stadtteile gleich gut versorgen zu können. Weil nicht viele Alternativstandorte zur Verfügung stünden, seien die städtischen Flächen der Rathäuser I und II in den Blick gekommen.

Vorschlag der Verwaltung: Neubauten für ein Rathaus mit Bücherei und die Feuerwache Mitte

Laut Standortkonzept, das seit diesem Frühjahr vorliegt, muss für die Feuerwache Mitte eine optimierte Lösung her: Denkbar ist dabei auch ein Neubau und Umzug. © Marcel Drawe

Weil diese dann weichen und ein Neubau entstehen müsste, sei vorsorglich in Düsseldorf nach öffentlicher Förderung angefragt worden. Das Ministerium für Kommunales, Heimat und Bau habe zumindest eine positive Einschätzung abgegeben unter der Bedingung, dass in ein neues Rathaus „soziokulturell“ ausgerichtet sei, also etwa „öffentliche Treffpunkte“ integriert würden. „Das ist noch keine Zusage“, stellte Freck klar.

Neubau für Feuerwehr würde Einsatzbereitschaft nicht stören

Bei der Verwaltung sehe man bei der Gesamtidee jedenfalls den Vorteil, „Zug um Zug“ bauen zu können, und den Betrieb der Feuerwache störungsfrei, ohne Interimslösung zu gewährleisten. Für die Stadtbücherei gebe es angesichts eines erwartbaren „mehrjährigen Prozesses“ in jedem Fall eine (Zwischen-)Lösung ab 2020, wenn Buchhändler Brigitte Kern im Ruhestand ist. So denn im politischen Raum Mehrheiten für die Pläne zu finden seien, würde zunächst das Integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt um einen Prüfauftrag erweitert. „Erst danach würden wir uns mit der Machbarkeit und den Kosten befassen“, so Freck weiter.

Auf Anfrage der Redaktion hatten zuvor auch CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Greczka und FWG-Fraktionschef Matthias Büscher bestätigten, von der Verwaltung kürzlich über die Ideen informiert worden zu sein.

CDU-Fraktionschef unterstützt Idee einer Machbarkeitsstudie

„Das würde ich begrüßen“, sagte Greczka, er spreche allerdings nicht für seine Fraktion, die erst am Wochenende in ihrer Haushaltsklausur über das Thema beraten werde. Seiner Ansicht nach seien drei Bedingungen für ein solches Bauprojekt zu erfüllen: Zunächst müsse eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass ein barrierefreies Rathaus mit weiteren der Öffentlichkeit gewidmeten Raumangeboten staatlich bezuschusst würde. In einem weiteren Prüfauftrag müsse auch festgestellt werden, ob der Standort einer Feuerwache an der Bahnhofstraße/Ruhrstraße einen effektiven Brandschutz gewährleisten könne. Schließlich müsse das Grundstück der Feuerwache Mitte am Harthaer Platz zur Mitfinanzierung der Neubauten vermarktet werden können.

Vorschlag der Verwaltung: Neubauten für ein Rathaus mit Bücherei und die Feuerwache Mitte

Für die Stadtbücherei muss die Stadt spätestens Anfang 2020 eine Lösung gefunden haben: Ende 2019 will Buchhändlerin Brigitte Kern in den Ruhestand gehen. Im Bild Büchereimitarbeiterin Manuela Schwittay (l.) und die frühere Kulturamtsleiterin Mechthild Wittmann. © Udo Hennes

„Man sollte nicht von vornherein sagen: nein“, so der CDU-Fraktionschef. Gerd Greczka war es selbst, der im Sommer seine Idee eines Rathausneubaus inklusive Stadtbücherei auf dem Wildschütz-Parkplatz öffentlich gemacht hatte. Inwieweit die Stadt diese Überlegung aufgenommen hat oder eigene Planungen vorantreibt, wurde von keiner Seite kommentiert. Neu an den aktuellen Überlegungen ist jedenfalls der Standortwechsel der Feuerwache Mitte an die Ruhrstraße.

Grüne möchten Pläne nicht bestätigen – harsche Kritik von Büscher

Während Martin Schoppmann von den Grünen die Inhalte einer Machbarkeitsstudie weder bestätigen noch kommentieren mochte und SPD-Fraktionsvorsitzende Sabina Müller am Donnerstag nicht erreichbar war, äußerte Matthias Büscher harsche Kritik. Seiner persönlichen Meinung nach seien derartige Pläne „‘rausgeschmissenes Geld“. Ob seine Fraktion seine Bedenken teile, könne er vor der Klausurtagung der FWG nicht sagen. „Eine öffentliche Förderung würde nur einen Teil der Kosten finanzieren, die Stadt hätte noch einen ganzen Batzen selbst zu tragen“, sagte der FWG-Fraktionsvorsitzende. Den Altbau des Rathauses halte er auch nicht für abrisswürdig. Ein neuer Standort der Feuerwache Mitte an der Ecke Bahnhofstraße/Ruhrstraße mache zwar künftig den Mühlenberg besser erreichbar, die Hohenheide würde aber „hinten herunterfallen“. Die für ihn wichtigeren Fragen seien das Innenstadt- und das Feuerwehrkonzept sowie die weiteren Planungen für das Gewerbegebiet Schürenfeld.

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