VKU-Projekt JederBus: Inklusion an der Bushaltestelle in Fröndenberg

dzVerkehrstraining

Mit dem Rollator in den Bus: Einsteigen, Aussteigen – und die Nerven bewahren, wenn das etwas länger geht. An der Overbergstraße haben ältere Fröndenberger jetzt gelernt, wie sie sicher mit dem Bus fahren.

Fröndenberg

, 17.07.2019, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst Theorie im Allee-Café – und dann, wie auch sonst, mit dem Bus hoch zur Overbergstraße. Dort an der Bushaltestelle, wo sonst Schüler ein- und aussteigen, gibt es viel Platz. Jetzt in den Ferien ist dort nichts los. Beste Voraussetzungen also, für ein entschleunigtes Bustraining.

Inklusion und größtmögliche Mobilität für alle im öffentlichen Personennahverkehr versucht das Projekt „JederBus“ des VKU voranzubringen. Ähnlich wie das Projekt „NimmBus“, das für Grundschüler gedacht ist, geht es darum, Berührungsängste abzubauen aber auch Sicherheitsgrundlagen zu vermitteln.

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Damit der Rollator nicht zum Geschoss wird, muss er sicher stehen

Auf dem Weg hoch zur Overbergstraße, steil und kurvenreich, hat sich kein Rollator der Gruppe verselbstständigt. Dass alle stabil und fest an ihrem Platz stehen geblieben sind, liegt daran, dass Gaby Freudenreich vom VKU die Gehhilfen ineinandergestellt hat.

„So sollten sie es immer machen“, rät die Verkehrstrainerin den Teilnehmern der Schulung. „Aber das dauert ja viel zu lange, wenn man wieder aussteigen möchte“, war sich die Gruppe einig. „Dann ist das eben so“, entgegnete Freudenreich. Wenn Ältere oder Menschen mit Behinderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, dann müssen Busfahrer und andere Fahrgäste Rücksicht nehmen.

Gleiches gilt für das Ein- und Aussteigen, das alle gleich mehrmals üben sollten. Wie kippe ich den Rollator zum Einsteigen an? Wie steige ich sicher wieder aus?

Das richtige Aussteigen mit Gehhilfe ist eine Kunst für sich

Vor allem das richtige Aussteigen mit Gehhilfe ist eine Kunst für sich. Der goldene Weg verläuft rückwärts. Für die älteren Damen erst mal eine Überwindung.

Doch wer sich rückwärts langsam dem Ausgang nähert, dann die Bremsen feststellt. Der kann sich beim Schritt über die Kante sogar noch am Rollator abstützen. Bremsen wieder lösen, noch einen Schritt zurück – und schon ist der Senior sicher ausgestiegen. Die Rampe, die in jedem Bus an den Eingängen ausgeklappt werden kann, sei nicht für Rollatoren, sondern nur für Rollstuhlfahrer gedacht. Der Rollator kann an mehreren Kanten der Rampe hängen bleiben. Da sei es wesentlich einfacher und weniger zeitaufwendig ohne Rampe.

„Nein, das war nichts, ich möchte das gerne noch einmal ausprobieren“, sagt eine Teilnehmerin der Schulung. Dass sie das Busfahren trotz Beeinträchtigung lernen, ist vielen der überwiegend weiblichen Teilnehmerinnen sichtlich wichtig. So bleiben sie, auch nachdem sie nicht mehr Autofahren können, mobil. Vor allem das Aussteigen habe ihnen Angst gemacht – und sie in der Vergangenheit auch vom Busfahren abgehalten.

Toter Winkel, Nothahn und Hammer standen auf dem Stundenplan

Im Bus lernten die Senioren auch, wie sie das Fahrzeug im Notfall verlassen. Wie wird der Nothammer eingesetzt? Kann jede Scheibe eingeschlagen werden? Und splittern die Fenster nicht? Alle Fragen klärte Gaby Freudenreich in der Gruppe. Sie zeigte nicht nur, wo sich der Nothahn befindet, mit dem Türen im Notfall geöffnet werden können. Sie erklärte auch wie er technisch funktioniert. Und zwar, indem Luft aus der pneumatischen Steuerung der Türen abgelassen wird.

Auch das Verhalten außerhalb des Busses –Stichwort toter Winkel und Sicherheitsabstände – wurden besprochen. Ebenso, was zu tun ist, wenn man vor dem Bus etwas aufheben möchte.

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