Vier Wünsche: Büro, Lager, Filmraum und Toiletten

dzPlanungsstudie für Kettenschmiede und Kulturschmiede

Kettenschmiede und Kulturschmiede müssen wachsen, um zukunftsfähig zu sein. Damit die ersten Veränderungen aber geordnet angestoßen werden, müssen professionelle Planungen her. Der Verein beantragt Geld.

von Meike Marbach

Fröndenberg

, 01.10.2018, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Themen brennen dem Förderverein Kulturzentrum Fröndenberg momentan beziehungsweise schon seit Längerem auf den Nägeln. Die Mitglieder wünschen sich dringend ein Büro, ein neues Koks- und Stahllager, einen Filmraum im Kettenschmiedemuseum und neuen Toiletten. „Damit wir jetzt betriebsfähig bleiben, müssen die vier angesprochenen aktuellen Themen zeitnah und fachlich so geplant werden, dass keine der vier Räumlichkeiten an einer Stelle platziert wird, die sich später als falsch herausstellt“, schreibt Jochen Hänel in seinem Bürgerantrag. Der erste Vorsitzendes des Fördervereins hat einen Antrag formuliert. Darin bittet der Verein die Stadt und die Politik, im nächsten Haushalt 10.000 Euro für eine Planungsstudie zur Konkretisierung der Baumaßnahmen an Ketten- und Kulturschmiede zur Verfügung zu stellen. Der Förderverein hatte in Absprache mit Fachbereichsleiter Martin Kramme einen heimischen Architekten gebeten, eine realistische Summe für die Erstellung einer Planungsstudie zu ermitteln.

Wie berichtet hat das Büro „projekt2508“ die qualitative Weiterentwicklung des Kettenschmiedemuseums und der Kulturschmiede in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Die Studie bescheinigt dem ehrenamtlich geführten Ensemble im Himmelmannpark durchaus Potenzial für die Zukunft. Allerdings nur mit einigen langfristigen Veränderungen, die nicht zum Nulltarif umzusetzen sind. Es muss wachsen: inhaltlich, personell und räumlich. In der Studie wird eine Gesamtbaumaßnahme von circa 400 Quadratmetern umbauten Raumes empfohlen. Dabei ist allerdings das „Rennradmuseum“, das als mögliche Ergänzung im Gespräch ist, noch nicht enthalten. Es stehen Finanzmittel in Höhe von 500.000 Euro für die Baumaßnahmen im Raum. Die „große“ optimale Lösung sei keine kurzfristige Maßnahme und werde, wenn überhaupt, laut Hänel einige Zeit in Anspruch nehmen. „Wenn wir jetzt den dringend notwendigen ersten Aufschlag machen, darf der Gesamtplan nicht konterkariert werden. Daher halten wir eine detaillierte Planungsstudie, die auch erste konkrete Baukosten benennen wird, für unerlässlich“, begründet der erste Vorsitzende den Antrag seines Vereins. Die Ergebnisse einer Planungsstudie würden weiterhin in enger Zusammenarbeit mit Verwaltung und den zuständigen Fachausschüssen und dem Stadtrat umgesetzt.

Während die langfristigen Neuerungen und Veränderungen noch Zukunftsmusik sind, eilen die aus Vereinssicht kurzfristig umsetzbaren Umbauten deutlich stärker. Vor einem Jahr war dem Vorstand das Vereinsbüro im Hotel am Park gekündigt worden. Seitdem steht den Ehrenamtlern kein Büroraum für die ordnungsgemäße Unterbringung der Unterlagen, Bilder und Ähnlichem zur Verfügung. „Alle Vorstandskollegen sind in ihren Homeoffices räumlich sehr beansprucht“, kann es laut Hänel so nicht mehr viel länger weitergehen. Dass die Künstlergarderobe der Kulturschmiede derzeit als Aktenlager genutzt wird, sei ebenfalls kein professioneller Zustand.

Ebenfalls eher improvisiert stellt sich die Situation der gelagerten Materialien dar. Das Koks- und Stahl-Lager an der Bergstraße, das der Verein nur noch bis Jahresende nutzen darf, fällt dann als Fläche weg. Die Materialien sind für den Betrieb des Kettenschmiedemuseums existenziell. „Wir improvisieren mit einem selbstgezahlten Kokscontainer im Forum und einer Lagerung der Stahlstäbe im Museum“, hofft Hänel auf neue Räume. Wertvolle Exponate lagern derzeit noch in der Halle an der Bergstraße. Spätestens Ende des Jahres muss dafür ein Depotraum her, meint Hänel.

Einen dauerhaft bestuhlten Film-/Pädagogikraum, bei dem das ständige Stühle-Aufstellen wegfällt, wünscht sich der Förderverein ebenfalls. Der jetzige Raum diene zum Leidwesen aller Ehrenamtlichen als „multifunktionaler Film-, Garderoben-, Schautafel-, Vitrinen-, Toiletten-, Miniküchen-Raum“.

Im Alltag als sehr unpraktisch erweist sich für den Verein und auch die Besucher die Toiletten-Situation. Die Kulturschmiede hat kein eigenes Besucher-WC. Die Gäste müssen die 20 Jahre alten Toiletten nutzen, die unmittelbar an den Multifunktionsraum der Kettenschmiede angrenzen und die nur über eine hohe Stufe erreichbar sind. Für eine neue Toilettenanlage sprechen aus Sicht des Vereins: der lange Weg während einer Kulturveranstaltung, die fehlende Barrierefreiheit und die unflexible Nutzung bei Veranstaltungen. Letzteres bedeutet, dass Museum und Kulturschmiede nicht getrennt voneinander vermietet/genutzt werden können.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Justizvollzugskrankenhaus

Gefangener schwebt nach Selbstmordversuch im JVK Fröndenberg in Lebensgefahr

Hellweger Anzeiger Mit Karte: Straßenbau

Heißer Asphalt für drei der schlimmsten Schlaglochpisten Fröndenbergs

Hellweger Anzeiger Geschwindigkeitsüberwachung

Verkehrsteam in Fröndenberg trifft der Schlag nach Messung in Tempo-30-Zone

Meistgelesen