Vier Priester für zwölf Heilige Messen

dzNeuer Pastoraler Raum

Die Pfarreien Unna, Holzwickede und Fröndenberg stehen mit ihrer Zusammenlegung zu einem Pastoralen Raum vor große Herausforderungen. So könnten sie gemeistert werden.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 27.09.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem 1. Januar 2020 werden die Pfarreien Unna, Holzwickede und Fröndenberg zu einem „Pastoralem Raum“ zusammengefasst. Aber die personellen Probleme werden dann nicht geringer. Um den Herausforderungen gewachsen zu sein, holen in Fröndenberg die Verantwortlichen frühzeitig die Gemeindemitglieder mit ins Boot. Am Donnerstag bei einer zweiten Veranstaltung.

Pfarrer Paul Mandelkow brachte es auf den Punkt: „Im Moment sind wir mit Stefan Schütz, Marc Stücker, Heinrich Stangorra, Bernhard Middelanis und mir fünf Geistliche, die die Heilige Messe zelebrieren. Aber dieser Personalstand wird sich minimieren.“

Nur noch „dreieinhalb“ Priester

31.000 Katholiken werden demnächst durch vier Pfarrer betreut, daraus werden „dreieinhalb“, denn auch die Altenheime müssen bedacht werden. Natürlich gibt es Unterstützung, etwa durch Diakone oder Vater Ewald von den Steyler Missionaren, aber am Ende bleiben einige Messen ungelesen. Unterm Strich: vier Priester für zwölf Messen. „Wir müssen uns bewegen“, verdeutlichte Fröndenbergs Gemeindereferent Heiner Redeker. „Und zwar bis zum Ersten Advent, um den Ansprüchen zu genügen.“

„Nicht jedem werden die Kompromisse gefallen“

Um die Fröndenberger Gemeindemitglieder frühzeitig mitzunehmen, sollten Ideen in der Versammlung zusammengetragen werden. Anschließend stehen diese Anregungen in gewähltem Pfarrgemeinderat zur Diskussion. Am Ende fallen Entscheidungen. „Wir wissen, dass es Kompromisse geben wird, die nicht jedem gefallen. Aber wir stehen nun mal vor tiefgreifenden Umwälzungen.“

Zu berücksichtigen bei den Vorschlägen sind zudem Präsenzpflichten, etwa in St. Marien als die Mutterkirche, zudem sollte Verlässlichkeit gegeben sein: „Damit nicht neben dem Müllkalender auch der Gottesdienstkalender hängen muss und erst nach einem Blick darauf der Ort der Heiligen Messe erkennbar ist.“

Für junge Familien bis zum Frauenfrühstück

Nach intensiven Diskussionen in kleineren Gruppen kamen zahlreiche konstruktive Anregungen zusammen. Von der Umgestaltung der St.-Josef-Kirche in eine Werktagskapelle über besondere Gottesdienste mit spezieller Lichtgestaltung oder Musikbegleitung bis hin zu Zeitverschiebungen reichte die Bandbreite.

Gottesdienste für junge Familien, ökumenisch themenbezogene oder Frauenfrühstück mit vorhergehendem Morgenlob wurden ebenso in die Diskussion gebracht wie Gottesdienste für Jugendliche.

Wortgottesdienstleiter werden gesucht

Auch die Einrichtung einer Kinderkirche ohne Sitzbänke stand im Raum. „Wie wäre es etwa mit dem gemeinsamen Schauen eines TV-Gottesdienst?“, war ein weiterer Vorschlag. Durchaus durchdacht, sinnvoll, einige unproblematisch, manche tiefgreifend, befand Redeker und freute sich über den Gedankenaustausch. Zugleich rief er Interessierte auf, sich zu melden: „Wir bilden gern Wortgottesdienstleiter aus. Dann würde manches Problem kleiner erscheinen.“

Am Ende gab Pfarrer Paul Mandelkow noch einen Ausblick auf die „Teilhabe vor Ort“: „Monsignore Kurte aus Paderborn hat mündlich bestätigt, dass der Pfarrer delegieren kann.“ Der Vertreter ist somit im Pfarrgemeinderat dem Pfarrer gleichberechtigt, in Fröndenberg wird Gemeindereferent Heiner Redeker delegiert. „In Holzwickede verfahren wir natürlich deckungsgleich“, bestätigte Mandelkow.

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