VHS-Programm: Fröndenberger Stadtarchivar widmet sich Theodor Fontane

dzLiteratur und Geschichte

Eigentlich wäre in diesem Semester NS-Geschichte dran. Doch Stadtarchivar Jochen von Nathusius pausiert mit seiner historischen Reihe über die Ruhrstadt und widmet sich der Literatur.

Fröndenberg

, 17.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem er in den vergangenen Semestern seinen Blick auf die Fröndenberger Stadtgeschichte richtete, wird es in diesem Jahr literarisch – und auch geschichtlich: Denn der Fröndenberger Stadtarchivar Jochen von Nathusius wird wieder als VHS-Dozent tätig – und widmet sich im zweiten Semester 2019 dem preußischen Dichter Theodor Fontane. Nicht nur dessen Werken, sondern auch den unbekannteren Themen rund um den Autor, wie etwa der Rolle von Fontanes Frau.

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In seiner historischen VHS-Reihe wäre jetzt eigentlich die NS-Zeit dran gewesen. „Und davor möchte ich mich ja auch gar nicht drücken“, sagt von Nathusius. Doch der Historiker Stefan Klemp, der in Frömern lebt, hätte diese Zeit bereits sehr gut aufgearbeitet und Kurse dazu an der VHS geleitet. Diese Inhalte hätte Jochen von Nathusius nur aufwärmen können.

Stadtarchivar war 30 Jahre lang Buchhändler

Und so wagt der Stadtarchivar in diesem Jahr den Sprung in die Literatur. Immerhin war er 30 Jahre lang im Buchhandel tätig, möchte sein Wissen auch in diesem Bereich gerne weitergeben. Weil es häufig um die Hintergründe geht, wird der VHS-Kurs im Programm unter Geschichte aufgeführt.

Mit Fröndenberg, mit Westfalen insgesamt, hatte Theodor Fontane eigentlich „nichts am Hut“, weiß Stadtarchivar Jochen von Nathusius. Dennoch ist er begeistert von Leben und Werk des Autors. Der Kurs könne übrigens von den Teilnehmern mitgestaltet werden. Zum Beispiel, in dem jeder sein Lieblings-Fontane-Buch mit einbringt.

Bedeutender Schriftsteller der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Theodor Fontane (1819-1898) ist aus Sicht des Fröndenberger Stadtarchivars der bis heute wichtigste deutsche Schriftsteller in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Zeitgenosse von Kaiser Wilhelm, Feldmarschall Moltke, Reichskanzler Bismarck und Karl Marx war Reiseschriftsteller, Militärhistoriker, Theaterkritiker, Balladendichter und schrieb ab den 1870er Jahren damals brandaktuelle Novellen und Gesellschaftsromane. Ebenso widmete er sich der Geschichte Brandenburg-Preußens mit seinen umfangreichen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ und verarbeitete historische Stoffe von der frühen Neuzeit bis zu den napoleonischen Kriegen.

In seinen Lebensjahren wandelte sich nicht nur Preußen, sondern weite Teile Deutschlands von einem Agrar- zu einem Industriestaat. War er als junger Mann noch zu Fuß und Kutsche unterwegs, überzog an seinem Lebensende ein dichtes Netz von Eisenbahnlinien ganz Mitteleuropa. Das Bürgertum wurde zu einer tragenden Säule der Gesellschaft, wenngleich der Adel erst nach Ende des Kaiserreichs 1918 seine Vormachtstellung verlor. Nicht nur das Ruhrgebiet entstand als Standort von Kohle und Stahl, auch Berlin wurde von einer eher beschaulichen Residenzstadt zur Millionenmetropole, Hauptstadt des neuen deutschen Kaiserreichs und Standort der neuen Elektroindustrie (AEG und Siemens).

Der VHS-Kurs läuft an sechs Terminen

„Theodor Fontane (1819 - 1898) ein preußischer Dichter“, läuft von Mittwoch, 25. September, bis Mittwoch, 13. November – jeweils in der Zeit von 18 bis 19.30 Uhr. Die Kursgebühr für die insgesamt sechs Termine (12 Unterrichtsstunden à 45 Minuten) beträgt 30 Euro. Die Gruppe wird aus maximal 30 Teilnehmern bestehen. Veranstaltungsort ist das Restaurant Zum Markgrafen, Markt 7 in Fröndenberg.

Anmeldungen sind möglich unter vhs-zib.de, Kursnummer 192-1302F.

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