Gemeindereferent Heiner Redeker: „Verzicht auf Alkohol entspricht dem Sinn des Fastens“

dzFastenzeit in Fröndenberg

Verzicht auf Handy statt Essen? Dass heute anders gefastet wird als früher, sieht die katholische Kirche nicht als Bruch mit den Traditionen. Nur ein Aspekt gerate oft in Vergessenheit.

Fröndenberg

, 27.02.2020, 13:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Aschermittwoch ist Schluss mit bunten Kostümen und Kamelle. Gleichzeitig steht der Tag jedoch auch für den Beginn der Fastenzeit. Nur: Wird in der heutigen Zeit überhaupt noch sinngemäß gefastet oder sind die Traditionen bereits in Vergessenheit geraten?

Gemeindereferent Heiner Redeker kann Entwarnung geben: „Es gibt noch Menschen in unserer Gemeinde, die aufgrund ihrer Religiösität fasten.“ Das wäre bei vielen Katholiken noch so. „Vor allem Aschermittwoch und Karfreitag sind dabei wichtige Tage.“

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Karneval als Vorbereitung

  • Das Wort Karneval kommt aus dem lateinischen von „Carne vale“ und bedeutet so viel wie „Fleisch, lebe wohl“.
  • Der Karneval gilt somit als Vorbereitung auf die Fastenzeit und das baldige Osterfest.
  • An den Tagen vor Aschermittwoch sollten die Lebensmittel vernichtet werden, auf die man während der Fastenzeit verzichten wollte. Das wurde dann entsprechend gefeiert.
Auch einmal die Woche Fasten ist okay

Redeker sieht in den heutigen Trends keinen Bruch mit den Traditionen. „Es gibt zwei Elemente, die das Fasten ausmachen“, erklärt er. „Zum einen den bewussten Verzicht auf etwas.“ Das müsse jedoch nicht zwingend Essen sein. Es spiele keine Rolle, ob es sich dabei um Zigaretten, Süßigkeiten oder Alkohol handele.

Dass die Menschen heutzutage eher auf andere Dinge als auf Essen verzichten, empfindet er nicht als kritisch. „Auch der Verzicht auf Handy und Alkohol entspricht noch dem Sinn des Fastens.“ Selbst, wenn sie es nicht aus religiösen Gründen tun. „Solange es den Menschen dienlich ist, ist es eine gute Sache.“

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Aus der Gemeinde wisse er, dass selbst die Jüngeren noch traditionell fasten. „Manche suchen sich auch nur einen Wochentag aus, an dem sie auf etwas verzichten.“ Zum Beispiel, immer freitags auf den Fernseher zu verzichten. „Das ist einfach zeitgemäß. Der langfristige Verzicht aufs Smartphone oder den Computer ist heutzutage einfach schwierig.“

Ein Aspekt beim Fasten wird oft vergessen

Zum anderen bestehe das Fasten vor Ostern aber noch aus einem anderen Element. „Man versucht, sein Leben neu auszurichten und sich zu orientieren.“ Die Wochen würden laut Redeker eine wichtige Rolle spielen, um festzustellen, wo es im eigenen Leben gerade hake, wie man es wieder in den Griff bekommen könne und sich selbst eine Auszeit zu gönnen. Auch Solidarität sei ein wichtiger Aspekt des Fastens.

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„Das sind wichtige Fragen: Wo kann ich mich ändern, wo kann ich mich bessern, etc.?“ Das zweite Element des Fastens würde heutzutage in der Allgemeinheit etwas untergehen, findet Redeker. „Allerdings nicht bei den Religiösen.“

Mittlerweile gebe es laut Redeker viele Impulse, die man sich holen könnte. Die gäbe es sogar „modern direkt aufs Handy“. Auch die Kirchen würden sich bemühen, den Fröndenbergern durch besondere Gottesdienste und Aktionen Impulse zukommen zu lassen.

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