Versetzung von Thomas Reimann bewegt und verärgert die Fröndenberger Politik

dzTreffpunkt Windmühle

Die einen Politiker wünschen sich mehr Transparenz, die anderen sehen in der Versetzung von Thomas Reimann eine Angelegenheit, mit der keine Parteipolitik betrieben werden sollte.

Fröndenberg

, 04.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Versetzung von Thomas Reimann bewegt Fröndenberg weit über den Mühlenberg hinaus. Der beliebte Leiter der Jugendeinrichtung Treffpunkt Windmühle ist von einem Tag auf den anderen versetzt worden. Der Kreis begründet seine Entscheidung bisher nicht. Er verweist darauf, dass es sich im eine vertrauliche Personalangelegenheit handle.

Auch bei CDU-Ratsherr Karl-Josef Plümper und CDU-Vize Gabriele Spiekermann löste die Nachricht Betroffenheit aus: „Eigentlich war Thomas Reimann der Theo Beiske des Mühlenbergs – nur ohne Uniform“, so die stellvertretende CDU-Vorsitzende Gabriele Spiekermann: Er werde nun fehlen und eine große Lücke hinterlassen. Die beiden CDU-Vertreter des Mühlenbergs erwarten vom Kreis Aufklärung und Transparenz. Am wichtigsten ist für die CDU allerdings die zukünftige Ausrichtung der weiteren Arbeit des Treffpunktes Windmühle.

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Darüber sind sich alle Parteien in Fröndenberg – von der CDU bis zur Linken – einig. Allzu viel möchte aber etwa Sabina Müller, SPD-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidatin, nicht zur Versetzung sagen. Sie betont, welche Leistungen das Team der Windmühle in der Vergangenheit gemeinsam erbracht hat. Und spielt, damit ohne es auszusprechen, auf den möglichen Grund für die Versetzung, personalinterne Streitigkeiten, an. Weil sie es verstehen könne, dass der Kreis über Personalangelegenheiten nicht sprechen dürfe, habe sie sich auch beim Bürgergespräch mit dem Kreis am Montag zurückgehalten. „Für uns ist es wichtig, dass der Treffpunkt Windmühle mit einem tatkräftigen Team weiterarbeiten kann“, so Müller.

Stadt zahlt für das Jugendamt und wird nicht gefragt

Matthias Büscher, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, hätte sich dennoch mehr zur Transparenz gewünscht. Transparenz in Bezug auf die Entscheidung, die nicht von einem Tag auf den anderen gefallen sein kann. Und Transparenz in der Frage, wie es im Treffpunkt weitergeht. Dass die Stadtverwaltung nicht mit ins Boot geholt worden sei, in diesem Punkt pflichtet Büscher dem Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe bei, sei ein Unding. Immerhin zahle die Stadt mit der differenzierten Kreisumlage für die Arbeit des Kreisjugendamts. Eine kommunale Jugendamts-Lösung sei für die Freie Wähler Gemeinschaft aus diesem Grund auch immer noch nicht vom Tisch.

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Auch Andreas Wette von der FDP ist der Ansicht, dass der Kreis in dieser Angelegenheit mit der Stadt hätte sprechen sollen. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Entscheidung tatsächlich so „Knall auf Fall“ erfolgt ist. Bevor jemand versetzt werde, müsse es doch ein Konzept geben. Alle weiteren Spekulationen seien allerdings unangebracht. Das hätten die Mitarbeiter nicht verdient. Dennoch sei es verständlich, dass „bei so einem verdienten Mitarbeiter“ die Emotionen hoch kochen. Jetzt müsse schnell gehandelt, eine Nachfolge gefunden werden.

Gespräch mit dem Kreis Unna verlief unbefriedigend

Wolfgang Voesch, Ratsherr der Linken, war am Montag ebenfalls in der Bürgerversammlung auf dem Mühlenberg, hält das Ergebnis für „hochgradig unbefriedigend“. Nach dem Gespräch seien alle Beteiligten im Prinzip genauso schlau gewesen wie vorher. Gerne hätte er bereits am Montag erfahren, wie die Lücken im Windmühlen-Personal nun geschlossen werden.

Recht kühl, das aber begründet, geht der Grünen-Fraktionsvorsitzende Martin Schoppmann mit dem Thema um. Für ihn handelt es sich bei der Versetzung von Thomas Reimann um eine Personalangelegenheit. „Damit sollte man keine Parteipolitik betreiben“, sagt er. Und er kann sich durchaus vorstellen, dass sich der Kreis die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Vor allem, weil bei der Versetzung eines Mitarbeiters vom Kaliber Thomas Reimann wohl mit Gegenwind zu rechnen gewesen sei. „Man wird Herrn Reimann keinen Gefallen tun, wenn man das jetzt weiter problematisiert.“

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