Verlobte bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

dzGeldstrafe für Fröndenberger

Bis zur Bewusstlosigkeit würgte ein Fröndenberger seine Verlobte. Das Opfer hatte kein Interesse an einer Bestrafung und sprang dem Mann vor Gericht bei.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 23.10.2018, 14:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die fatale Mischung aus Zorn und Alkohol führte im Mai dazu, dass ein Fröndenberger (42) seine Verlobte bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Der unschöne Zwischenfall hatte nun ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Unna.

Nach zwei Promille im Blut und einer Backpfeife sank die Hemmschwelle

Zweifel an ihrer Liebe, Streit um den Sohn der Verlobten, über zwei Promille im Blut und offenbar auch eine Backpfeife, die er von ihr kassierte - in dieser Situation verlor der bis dato völlig unbescholtene Mann am 13. Mai in der gemeinsamen Wohnung in Fröndenberg die Kontrolle. Er fasste die Frau am Hals und drückte zu, bis sie ohnmächtig zu Boden sackte.

Versöhnung des Paares nach der Tat und tiefes Bedauern des Angeklagten

Wegen gefährlicher Körperverletzung saß der 42-Jährige nun auf der Anklagebank und überließ im Wesentlichen seinem Verteidiger das Reden. Der räumte den Vorwurf in seinem Namen ein, auch wenn die Erinnerung des Fröndenbergers aufgrund der Alkoholisierung stark beeinträchtigt war. Nach dem Vorfall, so der Anwalt, habe sich das Paar versöhnt und die Verlobte habe auch kein Interesse mehr an einer Bestrafung des Angeklagten. Sie verweigerte danach auch tatsächlich die Aussage gegen ihn. Der Angeklagte selbst beteuerte: „Ich kann nur sagen, dass mir das zutiefst Leid tut. Ich habe so etwas nie gemacht und ich werde so etwas nie wieder machen.“

Der Richter mahnt: „Darf auf keinen Fall noch einmal passieren“

Die Tatfolgen mussten sich schließlich strafschärfend auswirken. Indes sprachen das Geständnis, die erfolgte Entschuldigung, der Streit als Hintergrund des Vorfalls, die zwischenzeitliche Versöhnung, das fehlende Interesse der Geschädigten an einer Bestrafung und das leere Strafregister deutlich für den Fröndenberger. Unter diesen Voraussetzungen beließ es der Richter bei 2500 Euro Geldstrafe. Allerdings ließ er keine Zweifel aufkommen und warnte den 42-Jährigen eindringlich vor einer Wiederholung: „Das darf auf keinen Fall noch einmal passieren.“

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