Familie Dülken ist entsetzt: Ihr fünf Monate altes Fohlen Monty wurde schwer am Bein verletzt – auf einer Weide an der Eulenstraße. An einen Unfall glauben die Besitzer nicht.

Fröndenberg

, 25.10.2018, 15:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein schockierendes Bild bot sich Familie Dülken am vergangenen Donnerstag beim Betreten ihrer gepachteten Weide an der Eulenstraße. Eine tiefe Wunde klaffte am rechten Hinterlauf von Monty, einem erst fünfeinhalb Monate alten Fohlen. Der Schnitt an der Innenseite des Beins war tief - so tief, dass die hinzugezogene Tierärztin der Familie riet, das verletzte Tier sofort in eine Klinik zu fahren. Claudia Dülken erinnert sich noch gut an diesen chaotischen Tag. Ihre fünfköpfige Familie war schockiert - so wie allem Anschein nach auch die anderen Pferde. Über das auffällige Verhalten der Tiere habe sich die Familie aber zunächst keine Gedanken gemacht. Sie sei davon ausgegangen, dass der Grund dafür die schweren Verletzungen des Fohlens waren. Doch auch nachdem das verletzte Tier nach Telgte in eine Klinik gebracht worden war, seien seine Artgenossen unruhig geblieben.

Verletztes Fohlen auf Fröndenberger Weide: Familie geht von mutwilligem Angriff aus

Die Mutter von Monty war noch einige Tage nach dem Vorfall sehr scheu. Langsam kuschele sie aber wieder, erzählt die Besitzerin Claudia Dülken. © privat

Familie vermutet Messerangriff

Das weckte erste Zweifel - und es sollten nicht die letzten sein. Nach der Operation von Monty fuhr die Familie zur Weide zurück, um nach Hinweisen für die Ursache der Verletzung zu suchen. „Wir haben nach spitzen Gegenständen, Baumstämmen, Ästen oder Litzen gesucht“, erinnert sich Thomas Dülken. Doch weit und breit waren keine Fleisch- oder Fellreste und auch kein Blut zu sehen - dabei habe die Tierärztin gesagt, dass das Tier viel Blut verloren hat. „Das größte Rätsel ist, wo das Blut geblieben ist.“ Der zunächst leise Verdacht auf Fremdeinwirken verstärkte sich nach der vergeblichen Suche. Zwar lautete die Diagnose der ersten Tierärztin „Risswunde“. Doch die Ärztin in der Tierklinik habe auf Nachfrage der Familie eingeräumt, dass sie eine Messerverletzung nicht ausschließen könne.

Das waren genug Hinweise für die Dülkens.

Vorfall im Oktober 2017

Matthias Sellmann erstattete Anzeige

Verletztes Fohlen auf Fröndenberger Weide: Familie geht von mutwilligem Angriff aus

© Tobias Schürmann

Matthias Sellmann erstattete Anzeige, nachdem ein Pferd auf seiner Weide schwer am Hals verletzt wurde.
Entgegen der Polizei weiß er von mindestens zwei weiteren Vorfällen, die sich im vergangenen Jahr in seiner Nachbarschaft zugetragen haben.
„Es ist wichtig, Anzeige zu erstatten“, sagt der Pächter. Nur so könne die Polizei handeln.

Warnung an alle Pferdehalter und -freunde

Am Samstagmorgen erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Oft würden solche Fälle nicht aktenkundig und nur unter Pferdehaltern ihre Runden machen, sagt Claudia Dülken. Ihre Familie geht einen anderen Weg. „Jeder sollte es wissen, nicht nur die Pferdehalter. Alle sollten hellhöriger sein.“ Die Weide auf Höhe der Käsekiepe liegt in der Nähe des Golfplatzes und an einem Fußgängerweg. „Die Leute kennen uns. Wenn sie jemand anderes auf der Weide sehen, sollen sie anrufen“, so Dülken. An dem Zaun der Weide ist eine Nummer für den Notfall angebracht. Auch die Polizei nimmt Hinweise zu diesem und anderen Vorfällen auf. „Wenn jemand etwas Verdächtiges gesehen hat, kann er sich melden“, sagt Pressesprecherin Ute Hellmann über den Vorfall an der Eulenstraße. Solange keine Hinweise auf einen Täter bei der Polizei eingehen, könne sie nicht von einer Straftat ausgehen. Die Polizei Unna ist unter Tel. (0 23 03) 9 21 31 20 oder 92 10 zu erreichen.

Erinnerungen an den Vorfall in Altendorf

Die tragischen Umstände dürften bei einigen Fröndenbergern Erinnerungen an einen Fall im vergangenen Jahr wecken. Laut Ute Hellmann von der Kreispolizei sei das bisher auch der einzige dieser Art im Kreis Unna gewesen - bis jetzt. Im Oktober 2017 wurde einem Pferd in Altendorf eine Verletzung am Hals zugefügt. Zehn Zentimeter lang war die Wunde, die das Tier fast das Leben gekostet hätte.

Erst eine Woche zuvor hatte der Besitzer der Weide, Matthias Sellmann, eine Wunde am Bein eines anderen Pferdes entdeckt. An beiden Tagen habe man ein schwarzes Coupé in der Nähe der Weide entdeckt, erzählte der Pächter. Sellmann hielt den Angriff nicht für einen Zufall - genau so wenig wie Thomas Dülken. „Zwischen den beiden Vorfällen muss es einen Zusammenhang geben“, vermutet er. Nur knapp entkamen damals das Tier auf Sellmanns Weide und nun Dülkens Fohlen dem Tod. Sowohl Sellmann als auch Familie Dülken halten ihre Pferde für private Zwecke.

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Kameraüberwachung im Rahmen der Möglichkeiten

Die Pferde der Familie stehen derzeit auf der Wiese einer Freundin und werden dort auch bis zum Sommer bleiben. Dann soll es aber zurück an die Eulenstraße gehen - allerdings nicht ohne Sicherheitsvorkehrungen. Thomas Dülken will Überwachungskameras anbringen, die nicht den Fußgängerweg filmen, wohl aber den Stall und einen Teil der Wiese. Der kleine „Rabauke“, wie Claudia Dülken das Fohlen nennt, befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Nach der Operation litt es an einer Kolik, die durch die Narkose hervorgerufen worden war, doch die hätten die Ärzte schnell in den Griff bekommen, erklärt Thomas Dülken. Wenn sich in den nächsten Tagen keine Luft unter der Haut bilde, dann könne das Fohlen in etwa einer Woche zurück zu seiner Mutter. Es hatte großes Glück. Bei Verletzungen an den Beinen würden die Chancen auf eine Heilung oft schlecht stehen erklärt Dülken. Doch weder das Band am Bein noch der Knochen wurden beschädigt. „Bald kann Monty die anderen Pferde wieder ärgern.“

Verletztes Fohlen auf Fröndenberger Weide: Familie geht von mutwilligem Angriff aus

Claudia Dülken nennt Monty liebevoll „Rabauke“. Im Sommer ist der quirlige Hengst einmal ausgebüchst. Das führte zu einem nächtlichen, aber harmlosen Polizeieinsatz. Derzeit befindet sich das Tier in einer Klinik in Telgte. © privat

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