Für die Brauerstraße hat die Fröndenberger CDU-Fraktion Tempo 30 im Bereich Gemeindehaus und Friedhof beantragt. Tatsächlich werden auf diesem Abschnitt mit die meisten Unfälle in der Stadt gezählt. © Udo Hennes
Unfallatlas NRW

Verkehrsunfälle: An vier Stellen kracht es in Fröndenberg am häufigsten

Der Unfallatlas listet sämtliche Verkehrsunfälle des Jahres 2020 nach Straßen, Unfallart und Verletzten auf. In Fröndenberg kracht es an vier Stellen besonders häufig – auch noch an einer entschärften Kreuzung.

Auch wenn der subjektive Eindruck oft ein anderer ist – die polizeilich erfasste Häufigkeit von Verkehrsunfällen lässt sich kaum widerlegen. Fröndenberg gehört daher statistisch zu den sichersten Kommunen in ganz NRW.

Im vergangenen Jahr ist Fröndenberg auf den Straßen sogar noch deutlich sicherer geworden, als es bis dahin schon war: Noch 47 Verkehrsunfälle zählten die Behörden 2020, im Jahr zuvor waren es mit 68 noch wesentlich mehr. Erfasst sind Unfälle mit Verletzten, schwerwiegenden Sachschäden und solche, die unter dem Einfluss berauschender Substanzen passierten.

Unfallhäufigkeit so gering wie fast sonst nirgendwo

Auf tausend Einwohner gerechnet, ereigneten sich damit nur 2,3 Verkehrsunfälle auf Fröndenberger Straßen. Damit liegt die Ruhrstadt fast ganz am Ende der Skala und belegt Rang 384 von 396 Städten und Gemeinden im Land.

Mit der separaten Grünphase für Linksabbieger, die aus Richtung Unna kommen, soll der Unfallschwerpunkt Wilhelmshöhe in Fröndenberg – hier ein Archivbild aus dem Jahr 2018 – nun der Vergangenheit angehören, hofft die Straßenverkehrsbehörde.
Mit der separaten Grünphase für Linksabbieger, die aus Richtung Unna kommen, soll der Unfallschwerpunkt Wilhelmshöhe – hier ein Archivbild aus dem Jahr 2018 – nun der Vergangenheit angehören, hofft die Straßenverkehrsbehörde. © Archiv/Michael Neumann © Archiv/Michael Neumann

3,3 Unfälle und damit Platz 318 standen 2019 noch zu Buche. Im Kreis Unna (Quote: 3,6) gibt es keine Kommune mit weniger Unfällen, in ganz NRW liegt die Unfallhäufigkeit bei einer Quote von 3,8 auf tausend Einwohner.

Bei 34 der 47 Verkehrsunfälle sind insgesamt 46 Menschen verletzt worden, darunter befanden sich elf schwer Verletzte, die also stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

Aus dem Unfallatlas lässt sich zudem genau ersehen, auf welchen Straßen sich die einzelnen Unfälle ereignet haben. Ins Auge fällt dabei die Häufung der Unfälle im Bereich der Innenstadt einschließlich Westick, verteilt auf mehrere Straßen.

In der Vergangenheit hat es bereits zahlreiche Anträge gegeben, den Verkehr auf der Westicker Straße zu beruhigen – ohne größere Erfolge. Eine Bürgerinitiative, die gegründet werden soll, will sich des Themas künftig verstärkt annehmen. © Archiv/Udo Hennes © Archiv/Udo Hennes

Die Statistik des Landesamtes berechnet zudem die Unfallhäufigkeiten auf einzelnen Straßenabschnitten, nicht auf der Gesamtlänge einer Straße. In die Häufigkeitsstufe 2 mit zwei bis drei Unfällen fallen damit vier Abschnitte im Stadtgebiet: B 233/Wilhelmshöhe, Brauerstraße, Eulenstraße und Westicker Straße.

Brauerstraße zählt mit die meisten Unfälle

Für die Ampelkreuzung auf der Wilhelmshöhe war vor einiger Zeit eine separate Grünphase für Linksabbieger in die Hubert-Biernat-Straße eingerichtet worden; als Unfallhäufungsstelle wie viele Jahre zuvor ist die Wilhelmshöhe allerdings nicht mehr bei den Behörden geführt.

Bei einer Unfallhäufungsstelle, die entsprechend von Polizei und Straßenverkehrsbehörde überwacht wird, müssen innerhalb eines Jahres mindesten drei Unfälle oder auf drei Jahre betrachtet mindestens fünf Unfälle mit Verletzten bzw. in drei Jahren drei Unfälle mit Schwerverletzten bzw. Verkehrstoten gezählt werden.

Auch der steile untere Abschnitt der Eulenstraße zählt zu den verhältnismäßig unfallträchtigen Straßenabschnitten in Fröndenberg © Archiv/Lisa Dröttboom © Archiv/Lisa Dröttboom

Die Unfälle auf der Brauerstraße sind im Unfallatlas just auf Höhe des Gemeindehauses eingezeichnet; die CDU-Fraktion in Fröndenberg hatte für diesen Abschnitt unlängst die Anordnung von Tempo 30 beantragt.

Landesweit 2020 weniger Unfälle mit Pkw

Auch der besonders steile Abschnitt der Eulenstraße zur Einmündung in Union- bzw. Alleestraße bleibt einer der unfallträchtigsten Punkte in der Stadt, außerdem die Westicker Straße zwischen Lessingstraße und Körnerstraße.

Blickt man auf den gesamten Verlauf der Westicker Straße zwischen Bahnübergang Stadtmitte und Neimen, ereignen sich auf der L 679 die bei weitem meisten Verkehrsunfälle in der Stadt.

Landesweit ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 14,1 Prozent zurück gegangen. Das Statistisches Landesamt teilt mit, dass dieser Rückgang maßgeblich auf die um 18,1 Prozent niedrigeren Unfallzahlen mit Pkw-Beteiligung zurückzuführen sei. Besonders in den Monaten März, April und Mai und zum Jahresende lag die Zahl der Unfälle demnach um bis zu 30 Prozent unter den Ergebnissen der entsprechenden Vorjahresmonate.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land

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