Geschäftshaus am Markt für Viertelmillion zu haben - Bedenken wegen Laufkundschaft

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Es ist eines der stattlichen Geschäftshäuser am Marktplatz: Wo vor Kurzem die Metzgerei Rafalcik ihr Ladenlokal schloss, wird ein neuer Hauseigentümer gesucht. Der Verkauf begegnet Bedenken.

Fröndenberg

, 27.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Geschäftshaus am Markt 5 ist eigentlich eine gute Partie: Mit den jährlichen Mieteinnahmen könnte man auch einen Mittelklassewagen kaufen. Nicht nur der Auszug der Metzgerei Rafalcik macht den Hausverkauf nun aber schwieriger.

„Kauf bricht nicht Miete“, hatte Marion Kappenstein noch Anfang Februar im Gespräch mit dieser Redaktion gesagt.

Die Immobilienmaklerin ist mit dem Verkauf des Hauses beauftragt und ahnte damals noch nichts vom Rückzug der Metzgerei. Denn diese hätte nach einem Eigentümerwechsel grundsätzlich nichts zu befürchten gehabt und ihr Geschäft weiter betreiben können.

Geschäftshaus soll 249.000 Euro kosten

„Mit dem Verkauf des Hauses hat die Schließung der Metzgerei auch nichts zu tun“, sagte Kappenstein in dieser Woche. Interessenten hätte sie gern weiterhin ein Objekt, das komplett vermietet ist, angeboten.

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Neben dem Geschäftslokal im Erdgeschoss gibt es noch zwei Wohnungen im ersten und zweiten Stock.

Für das Haus aus dem Baujahr 1933 ruft der derzeitige Eigentümer einen Verkaufspreis von 249.000 Euro auf. Ein kaufwilliger Interessent ist wieder abgesprungen.

Zwei Wohnungen, ein Geschäftslokal

„Am Preis kann es nicht liegen“, sagt die Maklerin. Gerade angesichts der zu erwartenden Mieteinnahmen könne man von einem „guten Preisgefüge“ sprechen: Die beiden Wohnungen, jeweils rund 95 Quadratmeter groß, sowie das Geschäftslokal brachten zuletzt Einkünfte in Höhe von 16.900 Euro jährlich.

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Den Hausverkauf und die Neuvermietung des Ladenlokals hält Marion Kappenstein allerdings grundsätzlich für eher schwierig - trotz der zentralen Lage.

Die fehlende Befahrbarkeit des Marktplatzes und auch die Schließung der Buchhandlung Kern hätten die Situation für den Einzelhandel nicht attraktiver gemacht.

Stadtbücherei und Familienbüro brächten kaum Frequenz

Von einer Stadtbücherei, einem Familienbüro und einem Rennradmuseum, die in den nächsten Wochen und Monaten am Marktplatz eröffnen wollen, verspricht sie sich nicht allzu viel zusätzliche Kundenfrequenz.

Einige Investoren schauten sich auch in Städten mit einer Größenordnung von 21.000 Einwohnern erst gar nicht um, sondern fingen bei 30.000 erst an.

Dennoch will Marion Kappenstein nicht schwarzmalen. Stehe sie doch noch mit einer Handvoll weiterer Kaufinteressenten in Verhandlung. Ein Problem, das aktuell hinzu kommt: Besichtigungstermine sind wegen des Coronavirus schwieriger geworden.

Ein großes Fragezeichen setzt Marion Kappenstein auch hinter eine Wiedervermietung des Ladenlokals. Schließlich müsse man befürchten, dass viele kleine Einzelhändler die momentane Krise nicht meistern.

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