ABC-Einsätze in Unna und Fröndenberg: Gefahr erst am Abend ausgeschlossen

dzVerdächtige Substanzen

Wieder traf es Antenne Unna und erstmals den Fröndenberger Treffpunkt Windmühle: Umschläge mit verdächtigen Substanzen forderten am Montag zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr.

Fröndenberg, Unna

, 09.03.2020, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Feuerwehren, Polizei und Notärzte im Kreis Unna sind am Montag zu zwei großen ABC-Einsätzen gerufen worden. Kurz vor Mittag hielt ein Feuerwehrfahrzeug nach dem anderen am Ostring in Unna. Ein Teil der Flotte parkte weiter entfernt und auf dem Parkplatz der Tanzschule Kochtokrax, um den durch die Morgentor-Baustelle ohnehin schon gestörten Durchgangsverkehr am Ring nicht zu sehr zu belasten.

Schnell stellte sich dann heraus, dass erneut ein verdächtiger Brief gefunden wurde, und wieder war der Radiosender Antenne Unna Adressat. Eine Mitarbeiterin des Senders hatte den Brief, der eine verdächtige Aufschrift trug, erst gar nicht geöffnet und direkt Alarm geschlagen.

Auch im Treffpunkt Windmühle ging ein verdächtiger Brief ein

Schon fünf Minuten bevor der Notruf aus Unna eingegangen war, alarmierte auch die Jugendeinrichtung des Kreises, der Treffpunkt Windmühle, in Fröndenberg Polizei und Feuerwehr. Auch im Jugendtreff war ein verdächtiger Brief eingegangen.

Mit zahlreichen Fahrzeugen rückte die Feuerwehr zum Ostring in Unna aus.

Mit zahlreichen Fahrzeugen rückte die Feuerwehr zum Ostring in Unna aus. © Marcel Drawe

Nun sind Einsätze, bei denen Umschläge mit verdächtigen, am Ende harmlosen Substanzen auftauchen, im Kreis Unna in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen. Der jüngste Fall hatte die Liedbachschule in Billmerich getroffen.

Dennoch müssen Polizei und Feuerwehr immer vom Ernstfall ausgehen und die inzwischen routinierten Abläufe in Gang bringen.

Das bedeutet: Die betroffenen Gebäude werden zunächst evakuiert. Drinnen bleiben müssen alle Personen, die mit der potenziell gefährlichen Substanz in Kontakt gekommen sind. Das Umfeld wird Umfeld abgesperrt. Anschließend untersuchen Fachkräfte der Analytischen Task Force (ATF) der Feuerwehr Dortmund die verdächtigen Substanzen und schätzen die Lage ein.

Zwei ähnliche Fälle in zwei Städten

Weil es sich diesmal um zwei ähnlich gelagerte Fälle handelte, hat der Katastrophenschutz entschieden, die verdächtige Substanz aus Unna sicher verpackt direkt nach Fröndenberg zu bringen. So konnten die Fachkräfte und das zur Untersuchung nötige Material an einem Ort gebündelt zum Einsatz kommen.

ABC-Einsätze sind für die Feuerwehr im Kreis Unna schon fast zur Routine geworden.

ABC-Einsätze sind für die Feuerwehr im Kreis Unna schon fast zur Routine geworden. © Michael Neumann

Im Treffpunkt auf dem Mühlenberg befanden sich am Montag keine Kinder und Jugendlichen oder Praktikanten, sondern drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisjugendamts.

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Dennoch mussten die drei Mitarbeiter ungewöhnlich lang im Treffpunkt ausharren, während es im Umfeld der Kurt-Schumacher-Straße bis auf das Gelegentliche Knattern von Dienstfahrzeug-Motoren still wurde.

Proben aus Unna kamen fast unbemerkt auf dem Mühlenberg an

Fast unbemerkt brachten Einsatzkräfte die Proben aus Unna auf den Mühlenberg in Fröndenberg – und konnten schnell Entwarnung geben. In dem Umschlag, der bei dem Radiosender aufgetaucht war, befand sich lediglich gefaltetes Papier.

Einsatzkräfte, die sich den potenziell gefährlichen Substanzen nähern, müssen spezielle Schutzkleidung tragen.

Einsatzkräfte, die sich den potenziell gefährlichen Substanzen nähern, müssen spezielle Schutzkleidung tragen. © Marcel Drawe

Nicht so schnell ging es mit der Substanz aus dem Treffpunkt voran. Da die erste Untersuchung keine eindeutigen Ergebnisse brachte, forderte die ATF weiteres Personal und Material aus Essen nach.

Entwarnung erst am frühen Abend

Entwarnung kam dann gegen 18 Uhr: Es gab keine Hinweise auf eine von der Substanz ausgehende Gefahr, teilte die Kreispolizeibehörde am Abend mit.

Die drei im Haus isolierten Personen wurden während des Einsatzes und im Anschluss daran betreut. Sozialdezernent Torsten Göpfert war persönlich vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

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Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des „Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“.

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