Abschied von der Ölheizung: Diese Rechte und Pflichten haben Hausbesitzer jetzt

dzNeues Gesetz

Im Oktober hat das Bundeskabinett ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die Ölheizung schrittweise verschwinden soll. Was bedeutet das für Fröndenberger Haushalte, die nicht ans Gasnetz angeschlossen sind?

Fröndenberg

, 06.11.2019, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bundesregierung möchte Gebäude klimafreundlicher machen. Ob Ölheizung oder Gasheizung – alte Anlagen müssen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden, weil moderne Techniken wesentlich weniger Treibhausgase in die Umwelt pusten. Ölheizungen sollen in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen genehmigt werden. Ein Fröndenberger möchte nun wie berichtet von Öl auf Gas umsteigen, das bei der Verbrennung als umweltfreundlicher gilt – bekommt aber keinen Anschluss.

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Doch welche Rechte und Pflichten haben Hausbesitzer jetzt eigentlich? Was passiert, wenn Gas oder Fernwärme nicht verfügbar sind? Und was gilt für Siegfried Grüning aus der Schlotstraße in Fröndenberg?

Abschied von der Ölheizung: Diese Rechte und Pflichten haben Hausbesitzer jetzt

Siegfried Grüning aus Fröndenberg muss eine neue Heizung einbauen. Eine Investition für die nächsten Jahrzehnte – in einer nicht zukunftsweisende Technik, weil sein Haus nicht ans Gasnetz angeschlossen werden kann. © Marcel Drawe

Zwei Ausnahmen für den Einbau von Ölheizungen

Ende Oktober hat das Bundeskabinett das sogenannte „Gesetz zur Vereinheitlichung des Energiesparrechts für Gebäude“ (GEG) auf den Weg gebracht. Es ist Teil des Klimaschutzpakets der Großen Koalition. Demnach sind Ölheizungen auch nach 2026 nicht vollständig verboten.

Es gibt zwei Ausnahmen, unter denen der Einbau von Ölheizungen auch weiterhin genehmigt wird.

  • 1. darf weiter mit Öl geheizt werden, wenn es keine Alternative gibt. Also keinen Anschluss an Gas oder Fernwärme.
  • 2. darf weiter mit Öl geheizt werden, wenn der entsprechende Haushalt einen Teil seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien abdeckt – zum Kauf der neuen Ölheizung etwa Solarzellen auf dem Dach installiert hat.

Dass Siegfried Grüning eine neue Ölheizung einbauen könnte, bestätigt Bernd Heitmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg. Mit Ausnahme Nummer 2 fällt die gesetzliche Neuregelung sogar etwas milder aus, als erwartet.

Die neue Heizung wird nach 30 Jahren fällig

Genauso klar ist aber auch, dass sich Siegfried Grüning genau jetzt um eine neue Heizung kümmern muss – nicht etwas auf die Erweiterung des Fröndenberger Gasnetzes warten kann. Dennn hierfür sähe das neue Gesetz keine Lockerung vor.

Sogenannte Konstanttemperaturkessel mit einer Leistung von mehr als vier Kilowatt und weniger als 400 Kilowatt (Öl oder Gas) sind nach 30 Jahren verboten. Bedeutet: Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1990 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen jetzt nicht mehr betrieben werden. Heizkessel, die nach diesem Zeitpunkt eingebaut oder aufgestellt worden sind, müssen schrittweise ausgetauscht werden.

Die Vorschrift entspricht der bisherigen Regelungen der mit dem neuen Gesetz abgelösten Energieeinsparverordnung.

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