Verbot aus Verzweiflung – warum Menschen immer häufiger nach radikalen Regeln rufen

dzKommentar

Erst ein Feuerwerksverbot, nun ein Verbot von Steingärten. Wer sich mehr Regeln und Verbote wünscht, hat das Vertrauen in die Vernunft seiner Mitmenschen verloren. Und das ist nachvollziehbar.

Fröndenberg

, 23.02.2020, 13:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Über das Für und Wider von Feuerwerk sowie über das Für und Wider von Steingärten braucht man eigentlich gar nicht mehr zu sprechen. Im Zuge des neu entflammten Umwelt- und Klimabewusstseins der Menschen wurde in der Vergangenheit zu Genüge über diese Themen diskutiert.

Weil aber immer noch neue Steingärten angelegt werden, zwar mehrheitlich moderater geböllert wird, dennoch kniehohe Müllhaufen am Neujahrsmorgen die Landschaft verschandeln, ist nur allzu verständlich, dass einige Menschen verzweifelt sind.

Ihre letzte Hoffnung: das radikale Verbot. Und das wiederum gefällt ihren freiheitsliebenden Mitmenschen nicht. Schnell wird auf neue Regeln, diejenigen, die sie fordern und umsetzen geschimpft. Auch das ist verständlich. Niemand lässt sich gerne bevormunden, kontrollieren... wir sind doch alle vernünftig, oder?

Inwieweit Vernunft reicht, den Menschen zu guten Taten zu leiten – darüber zerbrechen sich große Denker seit Jahrhunderten den Kopf. Revolutionäre Theorien mündeten in der vermeintlichen Erkenntnis, dass schon alles gut wird, wenn sich nur jeder Mensch seines eigenen Verstandes bedient.

Um herauszufinden, dass dieser Gedanke nicht praxistauglich ist, reicht vielleicht schon der Blick über den Gartenzaun auf die Steinwüste nebenan. Über Verbote nachzudenken, wo die Vernunft der Mitmenschen an Grenzen stößt, ist also keine Schande. Vor allem dann nicht, wenn es – wie in Umweltfragen – um die Zukunft nachfolgender Generationen geht.

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