Vandalismus im Vogelschutzgebiet: Kreis und Ornithologen sind verärgert

dzKiebitzwiese Fröndenberg

Auf der Aussichtsplattform am Rande des Naturschutzgebiets Kiebitzwiese haben erneut Vandalen gewütet. Der reine Materialwert des Schadens liegt bei 1000 Euro. Nächtliche Treffen dort bedeuten Stress für die Tiere.

Fröndenberg

, 28.10.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Besonders hat uns irritiert, dass es diesmal tagsüber passiert ist“, sagt der Fröndenberger Ornithologe Gregor Zosel. Er und andere Vogelkundler besuchen die Kiebitzweise regelmäßig – und konnten so den Zeitraum, in dem Menschen an der Aussichtsplattform gewütet hatten, relativ schnell und genau auf den frühen Freitagnachmittag, 25. Oktober, eingrenzen.

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Eigentlich würden um diese Zeit oft Lkw an der Straße parken. Und auch sonst gebe es tagsüber viel Verkehr im Gewerbegebiet Westick. Anders als in anderen Naturschutzgebieten, die wirklich abgelegen sind und in denen es aus diesem Grund auch noch weitaus größere Probleme mit Vandalismus gebe, so Zosel.

Bierflaschen und Drogentütchen im Naturschutzgebiet

Der Vogelexperte ärgert sich über das, was jüngst wieder an der Kiebitzwiese passiert ist. Morgens habe er immer mal wieder Bierflaschen und Drogentütchen gefunden – Jugendliche fühlen sich am Rande des Gewerbegebiets nachts offenbar ungestört – größere Schäden wurden allerdings schon mehrere Jahre nicht mehr angerichtet. Doch das hat sich jetzt geändert.

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Vandalen rissen die Informationstafeln von den Wänden und warfen sie arglos in die Landschaft. Außerdem wurden Holzlatten abgerissen und zerschlagen. Sie waren dafür da, dass Kinder oder kleinere Menschen durch die Gucklöcher in dem Holzverschlag schauen konnten, erklärt Hermann Knüwer von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Unna.

Vandalismus im Vogelschutzgebiet: Kreis und Ornithologen sind verärgert

An der Aussichtsplattform am Rande der Kiebitzwiese können Besucher Vögel oder die dort grasenden Heckrinder beobachten. Das kostenlose Fernrohr wurde beschädigt, die Informationstafeln wurden abgerissen. © Archiv

Bereits vor einigen Wochen wurde ein Fernrohr beschädigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Fernrohren zur Natur- und Landschaftsbeobachtungen steht das Fernrohr Besuchern der Kiebitzwiese kostenlos zur Verfügung. Außerdem wurde eine Box, in der ein Beobachtungsbuch lag, in Brand gesetzt. In diesem Buch konnten Vogelkundler ihre Beobachtungen aufzeichnen. „Eine sehr interessante Sache“, sagt Hermann Knüwer. Gregor Zosel erinnert sich, dass das Buch eigentlich fast jedes Jahr – eröffnet wurde die Aussichtsplattform 2012 – zerrupft oder angezündet wurde.

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Die Box und das Buch werden wohl nicht mehr erneuert. Neue Schilder sollen aber so schnell wie möglich aufgestellt werden. Allein der Materialwert der zerstörten Dinge beträgt 1000 Euro. Hinzu kämen noch die Personalkosten, um die Aussichtsplattform wieder herzurichten, erklärt Hermann Knüwer vom Kreis. Der Vandalismus sei kein großes Drama, aber sehr ärgerlich. Für Vögel und andere Tiere bedeuteten lärmende und randalierende Zaungäste am Rande des Naturschutzgebiets zudem unnötigen Stress, ergänzt Zosel.

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