Erneut Vandalismus auf Kiebitzwiese – Falko Prünte unbeugsam: „Haben den längeren Atem“

dzHoher Sachschaden

Ihre Zerstörungslust lebten schon wieder Unbekannte auf der Kiebitzwiese aus. Der Kreis Unna hat Strafanzeige erstattet und die Biologische Station zeigt sich kämpferisch und setzt auf Zivilcourage.

Fröndenberg

, 15.06.2020, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zerstörungsaktion im Naturschutzgebiet Kiebitzwiese in Fröndenberg ist bereits der dritte Vorfall dieser Art in diesem Jahr: Der Beobachtungsstand ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag verwüstet worden.

Falko Prünte

Falko Prünte © Archiv

»Wir haben den längeren Atem.«
Falko Prünte, Biologische Station

Naturschutzwächter Gregor Zosel, der die Zerstörung am frühen Sonntagmorgen entdeckte, ist entsetzt: Bretter waren aus der Sichtschutzwand herausgeschlagen, drei Informationstafeln abgerissen und zwei Treppenpodeste auf die Böschung des Beobachtungshügels katapultiert worden.

Die Podeste sind so schwer, dass mehr als ein Täter am Werk gewesen sein muss. „Einer allein schafft das nicht“, weiß Gregor Zosel. Als die Vandalen den Aussichtshügel zuletzt zweimal im März heimsuchten, konnte Zosel die Podeste nur mit Helfern zusammen an ihren Platz zurückbringen.

Sachschaden beläuft sich auf 1500 Euro

Der Sachschaden wird auf 1500 Euro geschätzt. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Unna hat auch deswegen nicht zum ersten Mal Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Ob Täter ausfindig gemacht werden können, bleibt fraglich.

Jedenfalls möchte man erreichen, dass der Polizei die Häufigkeit der Vorfälle bekannt werden und damit in dem Bereich bestenfalls öfter Streife gefahren wird, sagte Falko Prünte, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Biologischen Station Kreis Unna/Dortmund, im Gespräch mit dieser Redaktion.

Mutwillig zerstörten die unbekannten Täter die Aussichtsplattform und rissen Bretter aus der Sichtschutzwand.

Mutwillig zerstörten die unbekannten Täter die Aussichtsplattform und rissen Bretter aus der Sichtschutzwand. © privat

In Sozialen Medien werde immer mal wieder ein Verdacht geäußert. Das helfe letztlich nicht. Man wünsche sich vielmehr, dass konkrete Hinweise den offiziellen Weg gehen und der Polizei gemeldet werden.

Prünte bedauert sehr, dass Kinder, die nicht über die Sichtschutzwand schauen können, nun vorerst notgedrungen sowohl Storchenfamilie als auch Heckrindkälbchen nicht beobachten können.

Auch die Informationstafel landete zum wiederholten Mal in der Wiese. Es entstand ein Sachschaden von rund 1500 Euro.

Auch die Informationstafel landete zum wiederholten Mal in der Wiese. Es entstand ein Sachschaden von rund 1500 Euro. © privat

Man werde die Schäden, wie auch schon im März, so schnell es geht beheben, kündigte Falko Prünte an. Auch in früheren Jahren war bereits mehrfach Vandalismus zu beklagen gewesen.

Man werde sich aber sicherlich nicht entmutigen lassen, bekräftigte der Diplom-Geograph, der für die Biologische Station die Städte Fröndenberg und Schwerte betreut. „Wir haben den längeren Atem.“

Komplett absperren möchte man die Pfade zu dem Ausguck daher auch nicht. Denn Naturliebhabern will man den eindrucksvollen Blick auf Flora und Fauna der Kiebitzwiese weiterhin ermöglichen.

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