Urheber einer Drogenplantage gesucht

dzBeteiligte schweigen

Eine Cannabisplantage in einem Keller – der Fall schien eindeutig. Das Gericht konnte den Urheber des verbotenen Tuns mit Betäubungsmitteln jedoch nicht ermitteln. Das Urteil überrascht.

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 16.08.2018 / Lesedauer: 3 min

28 Pflanzen umfasste die Cannabisplantage, die Polizeibeamte am 7. Juli vergangenen Jahres im Keller eines Wohnhauses in Fröndenberg entdeckten. Hätten die Beamten den Anbau nicht zerstört, hätten 1120 Gramm Marihuana daraus gewonnen werden können. Ein 46-Jähriger soll sich um die Anlage gekümmert haben. Er musste sich am Donnerstag im Schöffengericht des Amtsgerichts Unna verantworten.

Drogen soll der Mann in einer Wohnung gehortet haben, die wie ein Lagerplatz genutzt wurde

Der Mann soll zudem im Sommer 2016 die Wohnung eines Bekannten in Dortmund als Lagerplatz für diverse Drogen und Gegenstände zur Herstellung von Amphetamin benutzt haben. Etwa 850 Gramm Amphetaminöl, 400 Gramm Haschisch, eine Feinwaage, Kaffeepulver oft zum Strecken benutzt), destilliertes Wasser und weitere Substanzen, sowie zwölf 50-Euro-Scheine und einen Zettel und zwei Notizbücher mit Namen und Zahlen in verschiedenen Farben und der Skizze einer Cannabisplantage konnten in der Wohnung des Dortmunders und dessen Rucksack sichergestellt werden.

Eine Waage soll nicht zum Abwiegen von Cannabis, sondern für Tee genutzt worden sein

Der Angeklagte schwieg zu allen Vorwürfen. Der Bewohner der Räume in Dortmund lieferte dem Gericht teilweise widersprüchliche Angaben. Die Waage habe er zum Abwiegen von losem Tee benutzt, bei den Flüssigkeiten sei er davon ausgegangen, es handelte sich um Reinigungsmittel, das Geld stammte von seiner Mutter und von den Notizen habe er nichts gewusst. Er habe dem Angeklagten lediglich Lagerplatz zur Verfügung gestellt und dafür monatlich 1000 Euro kassiert. „Ich brauchte Geld“, gab der Zeuge an. Zudem sei er starker Konsument gewesen und habe die Erlaubnis gehabt, etwas von den Drogen für sich zu nehmen.

Der Angeklagte ist 13-mal vorbestraft – seine Schwester macht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch

Bezüglich der Plantage in dem Haus im Fröndenberg, konnten Zeugen nicht weiterhelfen. Der Keller gehörte der Schwester des Angeklagten. Die machte aber von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Am Ende sprach das Gericht den 13-fach vorbestraften und schon mehrfach inhaftierten Fröndenberger frei. Bei der Plantage wüssten nur der Angeklagte und seine Schwester die Wahrheit, beide schwiegen. Und der Zeuge zum ersten Vorwurf sei nicht glaubwürdig. Zumal auch der Vermieter des Hauses den Angeklagten nie beim Dortmunder gesehen hatte, so die Begründung der Richterin.

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