Upcycling und selbst gemachter Honig: Wegen dieser Trends lohnt der Besuch auf der „Kreativ“

dzFröndenberg Kreativ

Taschen aus ausgedienten Feuerwehrschläuchen oder Kuscheltiere aus Altkleidern: „Upcycling“ ist eindeutig der beherrschende Trend auf der Fröndenberg Kreativ.

Fröndenberg

, 19.10.2019, 13:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwarze Schleifspuren, Macken und Kratzer: Der Feuerwehrschlauch, den Alexander Schälte an seinem Stand auf der „Fröndenberg Kreativ“ anbietet, war eindeutig schon im Löscheinsatz. Jetzt ist er allerdings ein Federmäppchen. Aus alten Materialien neue Produkte herstellen - dieser Trend zieht sich wie ein roter Faden durch die Angebote der Kreativ-Messe in diesem Jahr.

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„Das Publikum hier hat die richtige Nase für ungewöhnliche Dinge“, sagt Alexander Schälte. Seine Taschen und Federmäppchen aus alten LKW-Planen oder Feuerwehrschläuchen kommen auf der „Kreativ“ gut an. „Das sind entweder Planen, die als Reste bei der Verarbeitung übrig blieben oder Schläuche, die ausgemustert wurden“, erklärt Schälte, der zusammen mit seiner Frau Claudia den Stand betreibt, die Herkunft der Materialien, aus denen seine Produkte gefertigt sind.

Upcycling und selbst gemachter Honig: Wegen dieser Trends lohnt der Besuch auf der „Kreativ“

Claudia und Alexander Schälte präsentieren ihre Taschen und Mäppchen aus alten LKW-Planen und Feuerwehrschläuchen. © Anna Gemünd

„Das Material ist nach wie vor robust, wieso sollte man es dann nicht auch weiter verwenden können?“ Auch aus den nicht mehr genutzten Planen einer Ölsperre kann auf diese Weise ein Etui werden. „Die sind wasserdicht, das ist auch praktisch. Theoretisch können Sie die voll mit Wasser machen, da passiert nichts.“

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Nicht nur aus alten LKW-Planen lässt sich etwas Neues machen, auch alte Kleider können kreativ zu neuem Leben finden. Das zeigt auf der „Kreativ“ der Stand von Silvana Cordi auf humorvolle Weise: Mit einem frechen Lächeln und großen Augen lachen die „Erinnerungs-Monsterle“ die Besucher an.

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„Erinnerungs-Monsterle" und „Spukis“ aus alten Kleidern - ein weiterer Beweis dafür, dass „Upcycling“ im Trend ist. © Anna Gemünd

Die kleinen Stofftiere sind ausschließlich aus alten Kleidern genäht. „Wir verbinden so viele Erinnerungen mit bestimmten Kleidungsstücken, alten Stamplern oder auch einem Lieblings-T-Shirt. Anstatt sie ewig im Schrank rumliegen zu lassen, kann man daraus auch ein Stofftier für den Nachwuchs machen lassen“, erklärt Cordi ihre Idee. Aus alten Stramplern des Sohnes werden so kleine „Erinnerungs-Monsterle“ zum Kuscheln und aus Opas alten Arbeitskleidern ein Sofakissen. „Auf diese Weise bleiben die Erinnerungen erhalten“, findet Cordi.

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Silvia Ljevar hat mit ihren Kabelhaltern aus Filz einen Nerv getroffen: Von Freitag zu Samstag musste sie bereits 20 der kleinen Ordnungshelfer nachnähen. © Anna Gemünd

Viel geblieben sind Silvia Ljevar von ihren Kabelhaltern nach dem ersten Tag der „Kreativ“ nicht. Schon am Freitag waren die kleinen Filzhalter ausverkauft. Die Fröndenbergerin, die zum 5. Mal auf der „Kreativ“ mit ihrem Stand steht, hat offenba einen Nerv getroffen: Mit hübschen Knöpfen dekoriert halten die Filzmäppchen den Kabelsalat von Smartphone, MP3-Player und Co. ordentlich zusammen. „Damit habe ich nicht gerechnet, ich habe für Samstag schon 20 Neue genäht“, lacht sie. Inspiriert zu den kleinen Ordnungshelfern hat sie ihr Sohn: „Der kam immer mit seinem Kabelsalat aus der Tasche an und sagte: Mama, hilf‘ mir mal, das zu entknoten.“

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Am Stand von Rosemarie Seger gibt's neben Wollsocken auch selbst gemachte Plätzchen. Die sind aber schnell ausverkauft - vor allem die mit Marmelade. © Anna Gemünd

Kein neuer Trend, dafür fast schon eine Tradition bietet Rosemarie Seger an ihrem Stand an: Eiserkuchen, Spritzgebäck, Holunderlikör und Honig, alles liebevoll verpackt und natürlich selbst gemacht - das sind die Verkaufsschlager an dem Stand, den sie mit ihrer Tochter Sabine Sroka betreibt. „Der Honig ist von eigenen Bienen“, sagt sie. Und die Plätzchen? Die backt sie natürlich selbst - „mit Liebe!“ Wer die Ochsenaugen mit Marmelade haben möchte, muss sich aber beeilen: „Die gehen am schnellsten weg, Samstagnachmittag ist bestimmt alles schon leer“, meint Seger, die bereits am Freitag von einem wahren Ansturm auf ihre Backwaren überrascht wurde.

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Mützen in der Trendfarbe Senfgelb auf der "Kreativ": Gefragter sind aber tatsächlich noch immer Produkte in Schwarz oder Grau. © Anna Gemünd

Ganz klassische Strickwaren finden sich natürlich auch auf der „Kreativ“. Waltraud Hilker bietet selbst gestrickte Hüte, Mützen, Schals und Ponchos an - natürlich auch in der aktuellen Trendfarbe Senfgelb. Doch gegen einen Klassiker hat die Trendfarbe keine Chance, hat Hilker nach de ersten Tag schon beobachtet: „Am meisten gekauft wird tatsächlich noch immer Schwarz. Schwarz, black und noir, das sind nach wie vor die Trendfarben“, schmunzelt sie.

Die „Fröndenberg Kreativ“ ist Samstag noch bis 18 Uhr geöffnet. Sonntag öffnet die Messe von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 1,50 Euro.
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