Unter 1000 Textilien locken Schnäppchen für 50 Cent

dzKleiderkammer

Effektiver kann Hilfe kaum sein: Nicht nur dass in der Kleiderkammer Fröndenberg Bekleidung für kleines Geld zu bekommen ist, zudem werden vom Erlös andere soziale Projekte unterstützt.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 08.12.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise sind die Türen freitags von 11 bis 14 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet, aber diesmal war ausnahmsweise am Samstag viel Bewegung hinter den Scheiben zu erkennen. Wer dann das Ladenlokal betrat, spürte förmlich die gute Stimmung.

„Wir sind immer freundlich, aber diesmal haben wir einen besonderen Grund zum Strahlen“, verriet Rosemarie vom Orde. Gemeinsam mit ihren sieben Ehrenamtlichen feierte sie mit einem Umtrunk fünf Jahre Kleiderkammer.

Schon nach kurzer Zeit ein Erfolgsmodell

Als vom Orde im November 2014 von Pfarrer Hartmut Görler gefragt wurde, ob sie sich den Betrieb vorstellen könnte, gab es kein langes Überlegen. Mit fünf weiteren Mitstreiterinnen nahm sie das Projekt in Angriff. Es zeigte bereits in kurzer Zeit solch einen Erfolg, dass die Räumlichkeiten auf dem Mühlenberg aus allen Nähten platzten. Bereits nach zwölf Monaten erfolgte der Umzug an den jetzigen Standort.

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Unter 1000 Textilien locken Schnäppchen für 50 Cent

Rosemarie vom Orde (3.v.l.) begrüßte mit ihren sieben Mitstreiterinnen und einem Mitstreiter neben der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sabina Müller (2.v.l.) und Bürgermeister Friedrich Wilhelm Rebbe (5.v.l.) viele weitere Freunde der Kleiderkammer. © Peter Benedickt

„Ich hatte den Lehrstand am Bruayplatz 12 bemerkt“, schaute die „Chefin“ zurück. „Und wurde schnell mit den Verantwortlichen einig.“ Die bei den Kosten den Ehrenamtlichen entgegen kamen, „die Betriebskosten müssen wir allerdings tragen.“

Für ganz kleines Geld

Das Prinzip ist denkbar einfach und zudem nachhaltig. Wer Bekleidung, gut erhalten und sauber, übrig hat, kann alles in der Kleiderkammer spenden. Für kleines Geld werden die Stücke dann wieder abgegeben. „Und wenn wir kleines Geld sagen, meinen wir kleines Geld, Unterwäsche für 50 Cent, Hemden, Hosen, Blusen etwa ein oder zwei Euro“, beschreibt vom Orde.

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Aus rund 800 bis 1000 verschiedene Textilien kann ausgesucht werden, (fast) alle Größen sind vorrätig. Ob Kind, Frau oder Mann, jeder wird fündig.

Aus allen Bevölkerungsschichten

„Zu Beginn waren in der Hauptsache Flüchtlinge die Abnehmer, inzwischen kommen Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, sogar aus Menden oder Unna begrüßen wir Kunden“, freuen sich die Beteiligten. Was schließlich noch vom Erlös übrig bleibt, wandert zu anderen sozialen Einrichtungen wie etwa zum Kinderhospiz oder an ein Frauenhaus.

In den ersten Monaten war viel Ramsch dabei, die Qualität hat sich gebessert. Auch wenn heute noch etwas direkt in die Container wandern muss.

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe, einige Politiker und Freunde der Einrichtung nutzten die Gelegenheit zur Gratulation und Gesprächen mit den Ehrenamtlichen.

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