Umweltfaktor Fisch: Ein Blick in heimische Gewässer

dzTag des Fisches

Zum Tag des Fisches warfen die Angler vom ASV Fröndenberg nicht nur ihre Köder aus, sondern auch ihren Blick in die Ruhr. Sie erklären, wie es um die Fische im heimischen Gewässer steht.

Fröndenberg

, 21.08.2019, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Donnerstag ist der Tag des Fisches. Da lohnt sich ein Blick in die Ruhr: Wie ASV-Gewässerwart Joachim Hecht erklärt, bietet das Ökosystem Ruhr den ASV-Anglern in Fröndenberg inzwischen eine große Vielfalt an Fischarten. „Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Wir haben sehr klares, sauberes Wasser“, sagt er.

Zweite elektronische Befischung in diesem Jahr

Die Qualität des Wassers wirkt sich unmittelbar auf die Fischpopulation aus, wie er verrät. „In der Ruhr befinden sich beinahe alle Fischarten, die in einem entsprechenden Gewässer eben zu finden sind“, erklärt er. Dazu zählen etwa Hechte, Bachforellen, Karpfen, Barsche, Lachse und zahlreiche Kleinfische. „Die Situation ist sehr gut“, erzählt Hecht.

Neuerdings Flussneunaugen in der Ruhr

Es seien derzeit sogar Flussneunaugen in der Ruhr zu finden. Sie benötigen zum Laichen besonders gute Bedingungen. Durch ihre Anwesenheit ist laut Hecht erwiesen, wie sauber das Wasser in diesem Sommer wirklich ist.

Noch am Dienstag waren ASV-Vertreter an die Ruhr ausgerückt, um die dortige Fischpopulation genau unter die Lupe zu nehmen. Im Rahmen der diesjährig zweiten elektronischen Befischung wurde der Fischbestand einen Tag lang untersucht.

Die elektronische Befischung ist eine Fischfang-Methode, bei der elektrischer Strom zum Fang der Fische eingesetzt wird. Dabei wird mithilfe eines Elektrofanggerätes ein Gleichstrom oder Impulsstrom durch das Wasser geleitet, bei sachgemäßer Anwendung schwimmen die im Stromkreis befindlichen Fische dann zur Anode. Die Methode dient unter anderem zur Bestandskontrolle oder zum Abfischen aus vom Austrocknen bedrohten Gewässern.

Und das ziemlich erfolgreich, wie der ASV-Vorsitzende Sebastian Bohn berichtet. „Die Ergebnisse sind sehr positiv“, sagt er, „erfreulicherweise haben wir viele Jungfische“, erzählt er weiter.

Zwei Fischtreppen geplant

Um die Situation der Fische in der Ruhr in den nächsten Jahren weiter zu verbessern, seien unterdessen zwei Fischtreppen (eine im Bereich der Kiebitzwiese und eine auf der Höhe Laufwasserwerk Schwitten) geplant. Laut Bohn werden sie mit Fördergeldern der Europäischen Union finanziert.

Die Umsetzung der wasserbaulichen Einrichtung übernehmen nach seinen Angaben die Stadtwerke in Fröndenberg – „dankenswerterweise“, findet Bohn. Denn optimale Bedingungen für die Fische hätten immerhin einen positiven Einfluss auf die Umwelt.

In Zeiten einer Klimakrise, über deren Existenz und mögliche Auswirkungen in der breiten Öffentlichkeit hitzig debattiert wird, spielen die Fische keine unwesentliche Rolle.

„Fische sind unsichtbare Lebewesen“

„Es sind vergleichsweise unsichtbare Lebewesen. Jeder nimmt zum Beispiel Vögel am Himmel wahr, Fische sehen die Menschen im Alltag selten. Sie haben eine deutlich kleinere Lobby“, erklärt Bohn.

Aus diesem Grund habe der ASV in der vergangenen Zeit auch Fische besetzt, die für ihren eigenen Fischfang völlig uninteressant, aber dafür ökologisch wertvoll seien. „Da geht eins ins andere über“, erzählt Bohn. Diese meist kleineren Fische werden zum Beispiel von Vögeln gefressen. „Das ist für uns zwar nicht unbedingt gut, erfüllt aber seinen umwelttechnischen Zweck.“

„Mehrere Fischarten ausgerottet“

Problematisch ist in der Vergangenheit der steigende Bestand an Kormoranen geworden. „Die haben mehrere Fischarten regelrecht ausgerottet“, erklärt der ASV-Vorsitzende. Das Problem sei aber inzwischen wieder im Griff. Die Kormorane seien derzeit zum Abschuss freigegeben.

Spätestens sobald die Fischtreppen in der Ruhr eingebaut sein werden, werden die ASV-Angler auch wieder neue Kleinfische besetzen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Justizvollzugskrankenhaus

Gefangener schwebt nach Selbstmordversuch im JVK Fröndenberg in Lebensgefahr

Hellweger Anzeiger Mit Karte: Straßenbau

Heißer Asphalt für drei der schlimmsten Schlaglochpisten Fröndenbergs

Hellweger Anzeiger Geschwindigkeitsüberwachung

Verkehrsteam in Fröndenberg trifft der Schlag nach Messung in Tempo-30-Zone

Meistgelesen