Umstrukturierung der Feuerwehr: Ein Einblick in die Gefühlslage in den Palzdörfern

dzBrandschutzbedarfsplan

Die Überplanung der Standorte der Feuerwehr ist notwendig. Trotzdem stoßen die Pläne nicht nur auf Gegenliebe. Einen Einblick in die Gefühlslage gab jetzt eine SPD-Versammlung in Bentrop.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 16.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wollen aus erster Hand wissen, was passiert. Aber sie wollen auch ihre Sorgen loswerden. Die Bürger der von der Umstrukturierung bei der Feuerwehr „betroffenen“ Stadtteile. Beispiel Palzdörfer. Ein neues Gerätehaus in Stentrop wird die Wachen in Bausenhagen, Bentrop und Warmen ersetzen. In eben diesen Stützpunkten der Freiwilligen Feuerwehr aber steckt mitunter viel Herzblut drin.

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Das war auch am Donnerstagabend zu hören. Der SPD-Ortsverein hatte zu einer offenen Versammlung eingeladen, um über die Umstrukturierungen zu sprechen. Dazu war auch Feuerwehrchef Jörg Sommer gekommen. Und zwar mit einer klaren Botschaft. Die Reform ist notwendig, um sich zukunftsfest aufzustellen. Ein Faktor: Nur maximal 30 der insgesamt 280 Wehrleute arbeiten in der Stadt. Sommer: „Deshalb wird es bei Alarmierungen schwierig, Sollstärke zu erreichen.“

In Gerätehäusern steckt „unglaubliches Herzblut“

Ressourcen bündeln und Möglichkeiten besser nutzen – das sah bei der Versammlung beispielsweise auch Klaus Severin als Vorteil. Dennoch betrachte er die Entwicklung auch mit einem weinenden Auge. Das Gerätehaus Bentrop sei 1990 nach vielen Stunden Eigenleistungen in Betrieb genommen worden. „Hier stecken nicht nur eigene finanzielle Mittel, sondern auch unglaubliches Herzblut drin“, sagte er.

Sommer steckte Etappenziele für die Umsetzung ab

Der Brandschutzbedarfsplan aber ist beschlossene Sache. „Wir werden uns zügig an die Umsetzung machen“, sagte Sommer. Und das heißt: Aus bisher zwölf werden fünf Gerätehäuser: West, Ost, Süd (jetzt noch Mitte) sowie Frömern und Ostbüren. Jeweils neun Garagen für Fahrzeuge, eine Waschhalle und ein Sozialbereich werden entstehen. Für den Standort Stentrop (Gerätehaus Ost) läuft bereits der Bauantrag. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant. Weitere Etappenziele sind die Erweiterungen für Frömern und Ostbüren 2021 beziehungsweise 2022. Das Gerätehaus Süd soll Ende 2023 in Betrieb gehen, West 2025.

Gründung einer neuen Kinderfeuerwehr ist in Planung

„Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass der Zusammenhalt schwieriger wird, wenn die Infrastruktur abgeschafft würde“, räumte Sommer ein. Wie soll ohne Anlaufstelle im Dorf noch der Nachwuchs erreicht werden? Sommer aber versprach, dass sich bei der Jugendfeuerwehr nichts ändern werde. Warum auch – rund 90 Prozent der Führungskräfte rekrutiert die Fröndenberger Feuerwehr aus der eigenen Nachwuchsarbeit. In zwei, drei Jahren soll deshalb auch eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen werden. „Wir dürfen den Trend der Zukunft nicht verschlafen“, so Sommer.

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Als gute Entwicklung werteten die Anwesenden, dass ein hauptamtlicher Gerätewart die ehrenamtlichen Wehrleute künftig entlasten wird. Auch, dass Bagatell-Einsätze demnächst von externen Kräften gestemmt werden, soll zur Entlastung beitragen. Zur großen Freude aller wurde aus der letzten Dienstbesprechung der Gruppenführer berichtet, dass ein zweiter Rettungswagen in Planung ist.

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