Ein Teil des bisherigen Grünlandes „Auf dem Buhrlande“ in Ardey – rechts unten auf dem Luftbild zu sehen – soll für Wohnbebauung erschlossen werden. © Hans Blossey
Bauland in Fröndenberg

Umstrittenes Baugebiet in Fröndenberg: Gutachter soll Verkehr auf Heideweg zählen

Betroffene Anwohner in Fröndenberg erheben Protest: Sie wollen von der Stadt über die Pläne für ein Baugebiet in Ardey informiert werden. Ein Ergebnisprotokoll belegt: Behörden haben schon viele Details besprochen.

Über ein geplantes neues Baugebiet hatte die Stadt Fröndenberg trotz Nachfrage nichts verlauten lassen, nur der Projektträger Pro Dev aus Unna bestätigte vor wenigen Wochen sein Vorhaben. Nachbarn erfahren jetzt aus einem Protokoll, wie weit alles schon gediehen ist.

»Kein konkreter Fortschritt bei den Planungen.«

Auskunft der Stadt Fröndenberg zum Baugebiet Buhrlande Ende Januar

Lediglich im Haushaltsentwurf 2021 der Stadt Fröndenberg fand sich bisher ein kleiner öffentlich zugänglicher Hinweis: Als ein Projekt der Stadt für dieses Jahr wird auch ein B-Plan „Auf dem Buhrlande“ aufgeführt. Dieser Bebauungsplan ist womöglich schon greifbarer, als bisherige Äußerungen aus dem Rathaus vermuten lassen konnten.

Kaum Bedenken gegen Bebauungsplan in Ardey

„Kein konkreter Fortschritt bei den Planungen“, lautete von dort die dürre Auskunft auf eine Anfrage dieser Redaktion am 28. Januar, wie weit die Vorbereitungen für das Bauvorhaben in Ardey schon gediehen seien.

Durch die Berichterstattung, die vor allem auf Angaben von Manfred Schröder, Geschäftsführer von Pro Dev basierte, und aus einem Ergebnisprotokoll erfuhren die Ardeyer in den vergangenen Wochen dann mehr über den künftigen Bauplatz.

Das Ergebnisprotokoll fasst einen sogenannten Scoping-Termin am 8. Oktober 2020 im Kreishaus in Unna zusammen, an dem die bei geplanten Baugebieten beteiligen Fachämter gehört werden.

Die Leiter zahlreicher Fachbereiche und Sachgebiete äußerten sich damals zu dem Gebiet „Auf dem Buhrlande“; unter dem Strich stehen dem Bauvorhaben keine massiven Bedenken oder rechtlichen Hürden entgegen.

Gutachter soll Verkehr auf Heideweg zählen

Größten Raum bei den Erörterungen nimmt der Verkehr ein. Verkehrlich soll das Baugebiet demnach über den Heideweg erschlossen werden. 2012 hätten Verkehrszählungen ergeben, dass in Fahrtrichtung B 233 täglich rund 1600 Fahrzeuge dort unterwegs waren; 2016 wurden in Höhe der Hofstelle Kötter immer noch 1100 Fahrzeuge täglich gezählt.

Weil ein Neubaugebiet zusätzliche Verkehre erzeuge, solle ein Gutachter berechnen, wie stark die Zahl der Fahrzeuge an den Einmündungen des Heidewegs, also an B 233 und Ardeyer Straße, wachsen wird und ob diese „in der bisherigen Form bestehen bleiben können“.

Zur Entwässerung wird etwa festgehalten, dass ein bereits erarbeitetes Konzept die topographische Situation und Aufnahmekapazitäten der Kanäle berücksichtige und: vom geplanten Erschließungsgebiet werde kein Oberflächenwasser zur bestehenden Bebauung abgeleitet.

Artenschutzgutachten „vom Grundsatz her ausreichend“

Auch ein bereits vorgelegtes Artenschutzgutachten wird von den Behörden „vom Grundsatz her als ausreichend“ angesehen. Für betroffene Landschaftsschutzflächen werde Kompensation geschaffen.

Der Wasserschutz kann offenbar ebenfalls gewährleistet werden; weil „Auf dem Buhrlande“ in der Wasserschutzzone III liegt, sei das Wohnbaugebiet grundsätzlich zulässig. Ein Versickerungsbecken soll der Beseitigung des Niederschlagswassers dienen. Für die Schmutzwasserbeseitigung sind laut Protokoll die Kanäle im Heideweg „ausreichend dimensioniert“.

Verwaltung und Politik sollen Verfahren vorantreiben

Bauordnungsrechtlich zumindest führt das Ergebnisprotokoll einige Vorgaben auf, die umzusetzen seien: So müssten die geplanten Stichwege in dem Baugebiet ausreichend breit für Lösch- und Rettungsfahrzeuge sein. Zudem werde begrünte Dächer mit einer Neigung von bis zu 15 Grad „angestrebt“.

Das Ergebnisprotokoll ist den Anwohnern von einem der Adressaten zugespielt worden; Projektentwickler Manfred Schröder hatte es Ende November seinem Schreiben an die Fröndenberger Fraktionen und an Bürgermeisterin Müller beigefügt. Darin bittet er darum, „kurzfristig die notwendigen weiteren Verfahrensschritte einzuleiten und die notwendigen politischen Beschlüsse herbeizuführen, um das Baugebiet zu realisieren.“.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land
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