Umstellung auf LED: Ehemaliger Fröndenbergerin ist es in der Stadt zu hell

dzStraßenlaternen in Fröndenberg

Während für die meisten Bürgerinnen und Bürger mehr Licht in der Stadt vor allem mehr Sicherheit bedeutet, gibt es eine Fröndenbergerin, der es inzwischen tatsächlich zu hell ist.

Fröndenberg

, 17.03.2020, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktuell arbeitet die Stadt Fröndenberg daran, die Technik der Straßenlaternen flächendeckend auf LED umzustellen. Immer wieder gibt es auch Bürgeranträge auf mehr Straßenbeleuchtung oder hellere Beleuchtung - zuletzt zum Beispiel um die Sicherheit im Himmelmannpark zu erhöhen. Doch nun tritt eine ehemalige Bürgerin der Stadt auf den Plan, die gegenteilige Probleme sieht.

„Obgleich nicht mehr Bürgerin, sondern jetzt Besucherin dieser Stadt“, schreibt sie unserer Redaktion, brenne ihr etwas „mehr noch in den Augen, als auf den Nägeln“, so Gerhild Peters. Es sei das Licht, das sie stört.

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„Das schrecklich grelle Licht, das sich überall ausbreitet und das nicht auf eigenen Wegen bleibt, sondern über Gärten und Wälder geworfen wird, über Straßen und Wiesen, in Stärken und Qualitäten, die ein Mensch schwer ertragen kann, ein Tier schon erst recht nicht. Und keine Pflanze“, führt sie weiter aus. Es gebe Zeiten, in denen sie aus dem Wohnzimmerfenster ihrer Mutter, die in Fröndenberg lebt, nicht gucken könne.

Brief an die Stadt Fröndenberg verfasst

Schon vor einigen Wochen richtete die ehemalige Fröndenbergerin ein Schreiben an die Stadt, in dem sie dafür plädiert, öffentliche Lichtquellen wie etwa die Straßenbeleuchtung zurückhaltender einzusetzen. Das sei gesünder für Mensch und Tier und spare außerdem Energie.

Die Straßenlaternen in Fröndenberg werden nach und nach auf LED-Technik umgestellt.

Die Straßenlaternen in Fröndenberg werden nach und nach auf LED-Technik umgestellt. © Archiv

Gerhild Peters fragte in diesem Schreiben, ob bei der Stadt angedacht sei, eine Regelung zur Verschwendung von Licht zu finden und einzuführen. Aus ihrer Sicht sei es schwer, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass ein Licht, das gut gemeint und gesetzlich vorgeschrieben ist, dennoch falsch sein kann.

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Das Schreiben landete auf dem Schreibtisch von Verwaltungsmitarbeiter Markus Törnig, der die Umstellung der Stadt auf LED-Technik betreut. „Normalerweise ist es anders herum“, sagt er über die ungewöhnliche Beschwerde und erklärt, dass das Licht durch die Umstellung auf LED gar nicht heller geworden sei, sondern nur so empfunden werde.

Natriumdampf-Technik sorgte für gelbes Licht

Vor der Umstellung befand sich in Frönderger Straßenlaternen Natriumdampf-Technik, die Licht in einem gelblichen Ton erzeugte. Im Rahmen der Umrüstung wurden nicht die gesamten Laternen erneuert, sondern lediglich deren Innenleben ausgebaut und umgerüstet.

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Das neue Licht hat eine eher weiße Lichtfarbe und werde deshalb anders empfunden. „Wir achten aber darauf, dass die Leistung dem entspricht, was vorher in den Lampen war“, erklärt Törnig weiter. Die Lampen seien faktisch also gleich hell. Lediglich die Lichtfarbe sei eine andere. Und das sei für einige Menschen zunächst ungewohnt.

Lampen könnten falsch eingestellt sein

Im Rahmen der Umstellung könne es hin und wieder vorkommen, dass der Leuchtkopf einer Laterne unabsichtlich verstellt wird. Er ist nämlich frei nach links und rechts, oben und unten beweglich, damit die Ausleuchtung optimal eingestellt werden kann. So könne es passieren, dass eine Laterne eher in einen Vorgarten als auf die Straße leuchtet. Wer einen solchen Fehler bemerkt, kann das melden und die Laterne wird wieder korrekt eingestellt.

2400 Laternen im Stadtgebiet

  • Die Stadt Fröndenberg unterhält 1600 Straßenlaternen in der Stadtmitte sowie in den östlichen Stadtteilen.
  • Daneben unterhalten die Stadtwerke Fröndenberg 800 Straßenlaternen in den westlichen Stadtteilen; insgesamt gibt es also 2400 Laternen.
  • Im vergangenen Jahr hatten die Stadtwerke erneut 100 Laternen mit Energiesparleuchten, die Stadt mehr als 130 Straßenlaternen umgerüstet.
  • Nun sind weitere 150 Laternen an der Reihe.

An der LED-Umstellung werde weiter gearbeitet. „Man kann es sicher nicht allen Recht machen“, sagt Markus Törnig. Die Stadt könne mit dem neuen Licht allerdings viel Energie einsparen. Die nächsten 150 Umrüstsätze würden zeitnah verbaut.

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