Der Fröndenberger Jan Philipp Lekic ist als Veranstaltungstechniker besonders von der Corona-Wirtschaftskrise betroffen. © Archiv/Udo Hennes
Corona-Soforthilfe

Umsätze gegen Null: Fröndenbergs Selbstständige greifen 4,8 Millionen Euro Soforthilfe ab

Die Soforthilfe in der Corona-Krise floss zu einem Gutteil nach Fröndenberg: Mit rund 4,8 Millionen Euro nahmen Selbstständige und Freiberufler die Förderung stark in Anspruch. Die Rückzahlung läuft bereits.

Das Förderprogramm für Unternehmer und Freiberufler lief bereits Ende März an. Bis zum Ende der Frist am 31. Mai sind aus Fröndenberg 462 Anträge auf Soforthilfe gestellt worden. Eine Branche sticht dabei deutlich heraus.

Die Summe aller Anträge brachte genau 4,756 Millionen Euro, die an Solo-Selbstständige, Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen in der Ruhrstadt ausgezahlt worden sind.

Rein rechnerisch erhielt damit jeder Antragsteller rund 10.300 Euro. Fröndenberg befindet sich im Regierungsbezirk Arnsberg in der Spitzengruppe, gerechnet auf Anträge pro 10.000 Einwohner: Auf Platz 17 von 83 Kommunen im Bezirk steht man vor sämtlichen Kommunen des Kreises Unna.

Mehr als ein Viertel aller Anträge, nämlich 130, sind von Berufstätigen im Bereich freiberuflichen, wissenschaftliche rund technischer Dienstleistungen gestellt worden.

Es folgt das verarbeitende Gewerbe mit 72 Anträgen vor Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kfz mit 58 Anträgen. Erst dann folgt das Gastgewerbe mit 32 Antragstellern. Aus dem Baugewerbe kommen 26 Anträge.

Die Bezirksregierung Arnsberg teilte auf Anfrage mit, dass sich die Auszahlungssumme wegen noch laufender Prüfungen noch geringfügig ändern kann.

Derweil läuft bereits das Rückzahlungsverfahren. Nach Ablauf des dreimonatigen Förderzeitraums müssen die Antragsteller die Höhe ihres Liquiditätsengpasses berechnen. Sollte die ausgezahlte Soforthilfe die Höhe des Liquiditätsengpasses übersteigen, muss Geld zurückerstattet werden.

Info

Auf Soforthilfe folgt Überbrückungshilfe

  • Im Anschluss an die NRW-Soforthilfe wird ab Juli die Überbrückungshilfe des Bundes in einer Gesamthöhe von 25 Milliarden Euro ausgezahlt, mit der die wirtschaftliche Existenz von kleinen und mittleren Unternehmen gesichert werden soll, die weiter von coronabedingten Umsatzausfällen betroffen sind.
  • Die Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt und gilt branchenübergreifend.
  • Besonderheiten der besonders betroffenen Branchen wie Hotel- und Gaststättengewerbe, Kneipen, Clubs und Bars, Reisebüros, Profisportvereinen der unteren Ligen, Schaustellern oder Veranstaltungstechnikern soll „angemessen“ Rechnung getragen werden.
  • Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 40 Prozent fortdauern.
Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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