Umgestaltung des Marktes kommt später - der Bauamtsleiter spricht von einem „Fiebertag“

dzMarktplatz

„Fiebertag“ im Fröndenberger Rathaus: Am heutigen Donnerstag werden die Angebote der Baufirmen für den Umbau des Marktplatzes geöffnet. Eines ist vorher schon sicher: Der Baustart wird nach hinten verschoben.

Fröndenberg

, 26.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umbau des Marktes sollte eigentlich im Anschluss an den Frühlingsmarkt am 5. April beginnen. Nun ist nicht nur der Frühlingsmarkt wegen Corona ausgefallen, auch der Baustart verzögert sich. Knapp wird es nun bis zur Fliegenkirmes.

Martin Kramme

Martin Kramme © Udo Hennes

„Jetzt erfahren wir die tatsächlichen Marktpreise.“
Bauamtsleiter Martin Kramme

Der Text der Ausschreibung, die Fröndenberg wie immer über die Zentrale Vergabestelle der Kreisstadt Unna abgewickelt hat, lässt keinen Zweifel zu: Die ersten Bagger sollen in der 20. Kalenderwoche, also frühestens ab dem 11. Mai, in der guten Stube anrücken.

Bauamtsleiter Martin Kramme bestätigt auf Nachfrage, dass man einen guten Monat später beginnen als zunächst geplant: Zum einen habe das Leistungsverzeichnis ein paar Tage länger als üblich bei der Vergabestelle gelegen, zum anderen habe man den Stadtwerken für ihre bereits seit fünf Wochen laufenden Leitungsarbeiten auf dem Markt den Vortritt gelassen.

Der Markt-Umbau soll laut Ausschreibung in der 33. Kalenderwoche, 10. bis 14. August, fertig sein. Ob dieser Termin zu halten ist, erscheint auch Martin Kramme ungewiss. Bis zur Fliegenkirmes im September sollten die Arbeiten möglichst abgeschlossen sein. Dieses Ziel sei schon bei der ursprünglichen Zeitplanung „sportlich“ gewesen. Laufe die Baustelle im September noch und finde die Kirmes statt - die Corona-Pandemie müsste bis dahin überwunden sein -, müsse das Bauunternehmen jedenfalls ein verkehrssicheres Erreichen der Fahrgeschäfte ermöglichen.

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Leistungsumfang der Marktplatz-Ausschreibung

  • Der Marktplatz wird 13 Hochsicherheitspoller erhalten: Je zwei versenkbare für die Zufahrt Karl-Wildschütz-Straße, Harthaer Straße und Im Stift; sowie insgesamt sieben nicht versenkbare für die Ruhrstraße und den Bereich Alleestraße.
  • Pflasterarbeiten stehen für eine Fläche von 2000 Quadratmetern an, außerdem müssen 85 Meter Entwässerungsleitungen und 20 Meter Trinkwasserleitung für den Brunnen verlegt werden.
  • 250 Meter Kabelleitungen sind ebenfalls unter die Erde zu bringen.
  • Auf einer Fläche von 23 mal drei Metern wird ein Fontänenfeld mit zwölf Vollstrahlfontänen installiert; hinzu kommt unterirdische eine Pumpenkammer mit Wasserreservoir.

Was Kramme ungleich mehr Sorge bereitet als das kleine Zeitfenster für die Baufirma ist der Submissionstermin am heutigen Donnerstag: In der Vergabestelle werden die Angebote der Firmen, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben, geöffnet.

Die rund 975.000 Euro, die die Stadt für den Umbau veranschlagt hatte, beruhen auf einer Kostenschätzung. „Jetzt erfahren wir die tatsächlichen Marktpreise“, so Martin Kramme. Es ist also durchaus möglich, dass die Angebote unter der Schätzung liegen - ebenso gut könnten aber auch Verteuerungen von Baustoffen zu Angeboten führen, die über einer Million Euro liegen.

„Ich bin total gespannt - das ist ein Fiebertag“, gibt der Bauamtsleiter zu - die Spannung ist beim Submissionstermin immer hoch. Weil das Land aber in diesem Fall einen festen Förderzuschuss zahlt, würden alle Kostensteigerungen zu Lasten der Stadtkasse gehen.

Darüber, wie die einzelnen Angebote ausfallen, wird sich das Rathaus zunächst in Schweigen hüllen. Nur so viel ist klar: Einziges Zuschlagskriterium ist der niedrigste Preis.

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