In der Heilig-Geist-Kirche trat der Madrigalchor häufiger zusammen mit einem Orchester auf. © Privat
Musik in Fröndenberg

Über 100 Konzerte: Madrigalchor hört nach 41 Jahren auf

Es ist das Ende einer Ära. Der Madrigalchor Fröndenberg beendet nach 41 Jahren seine Aktivitäten. Zurück bleiben Erinnerungen an große Konzerte zu Werken von Bach, Mozart und Händel.

Helmut Hebenstreit empfindet „großen Schmerz“, wenn er an das Ende des Madrigalchors denkt. „Für mich entsteht nun am Dienstagabend ein großes Loch“, sagt der zweite Vorsitzende des Fröndenberger Chores. Aktuell wisse er noch nicht, wie er die Zeit füllen solle, zu der sonst immer die Chorproben stattfanden.

Nach 40 Jahren löst sich der Madrigalchor auf – aus Altersgründen. „Alle haben eingesehen, dass wir nicht mehr weitermachen können“, sagt der erste Vorsitzende Wilfried Ruberg, „wir sind in die Jahre gekommen und haben keinen Nachwuchs mehr gefunden.“

Bis zu 600 Besucher

Ruberg und Hebenstreit waren über Jahrzehnte dabei. „Wilfried war eher der Denker und Lenker und ich habe mich im Hintergrund um das Technische gekümmert“, erzählt Hebenstreit. Der Chor blickt auf über 100 Konzerte zurück – davon sich dem zweiten Vorsitzenden noch drei Stücke ganz besonders in Erinnerung geblieben.

Im Jahr 2007 führte der Madrigalchor Werke von Händel auf.
Im Jahr 2007 führte der Madrigalchor Werke von Händel auf. © Privat © Privat

Er schwärmt von den Proben und Auftritten zum Weihnachtsoratorium von Bach, dem Messias von Händel und dem Requiem von Mozart. Für einen kleinen Chor waren das großartige Stücke, sagt Hebenstreit, der gerne an die Konzerte mit bis zu 600 Besuchern in Menden zurückdenkt. Dort sang man oft in der Heilig-Geist- Kirche.

Vielfalt und große Auftritte unter Kantor Brandt

Alles begann im Jahr 1980, als Kirchenmusiker Peter Schmidt den Chor als Teil der Städtischen Musikschule gründete. Bereits ein Jahr später machte sich der Sängerkreis selbstständig und löste sich von der Stadt. Ruberg und Hebenstreit stießen zur Mitte des Jahres als erster und zweiter Vorsitzender dazu.

Eines der unzähligen Gruppenbilder: der Madrigalchor im Jahr 2000.
Eines der unzähligen Gruppenbilder: der Madrigalchor im Jahr 2000. © Privat © Privat

Die aufregendste Zeit erlebte die Gruppe unter dem in Menden tätigen Kantor Helmut Brandt. Er sorgte für eine Vielfalt und studierte Oratorien, Motetten, Liedhaftes mit den Sängerinnen und Sängern ein. Unter Brandt folgten Auftritte zum Weihnachtsoratorium, Requiem und Messias. Zudem gab es auch Konzerte im Rahmen der Städtepartnerschaft Fröndenberg und Bruay-la-Buissière.

„Das passte gut zum verschmitzten Humor von Manfred“

„Die Reisen, die wir zusammen unternommen haben, werde ich in besonderer Erinnerung behalten“, sagte Ruberg, der auch gern an Chorleiter Manfred Schwendner zurückdenkt, der 2015 übernahm. „Von prickelndem Reiz für uns war es, das Stück ‚Die launige Forelle‘ einzustudieren. Hier wird versteckte Kritik am Staat und der Gesellschaft geübt. Das passte gut zum verschmitzten Humor von Manfred.“

Als letzte Chorleiterin bereitete Oksana Kilian den Sängerkreis auf die Mitgestaltung eines russisch-orthodoxen Gottesdienstes vor. Dann erwischte das Coronavirus die Chöre und sorgte dafür, dass keine Proben und Auftritte mehr stattfinden können. Ein trauriges Ende für den Madrigalchor.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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