Tuberkulose bei Rindern: Tiere aus einer Fröndenberger Aufzucht betroffen

dzSeltene Krankheit

In zwei Rinderbeständen in der Region wurde die Krankheit, die auch auf den Mensch übertragbar ist, vor mehreren Wochen festgestellt. Betroffene Tiere wurden getötet.

Fröndenberg

, 24.06.2019, 12:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein erster Fall von Tuberkulose bei Rindern ist vor rund einem Monat in einem Milchviehbestand in Meinerzhagen aufgetaucht, wie das Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) jetzt mitteilt. Da keine Gefahr für den Endverbraucher bestand, habe man sich erst später, um Landwirte für die seltene Krankheit zu sensibilisieren, entschieden, den Vorfall öffentlich zu machen, erklärt Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landesamts auf Anfrage.

Die Infektion war während der Routinekontrolle bei der Schlachtung von zwei Rindern aus dem Betrieb festgestellt worden. Ein Aufzuchtbetrieb mit Milchviehhaltung in Fröndenberg geriet anschließend unter Verdacht. Der Bestand sei unverzüglich gesperrt, die Untersuchungen auf Tuberkulose seien durchgeführt worden.

Untersuchungen haben den Verdacht in beiden Betrieben bestätigt

Nachdem die Untersuchungen den Verdacht in beiden Betrieben bestätigt hatten, sei eine „Gesamtbestandsräumung“ angeordnet worden. Das bedeutet: alle Tiere in den beiden Betrieben wurden getötet, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet – und auch um eine Gefahr für den Mensch zu verhindern. Zudem wurden die Gesundheitsämter in den Kreisen, in denen die betroffenen Betriebe liegen, informiert. Sie haben die erforderlichen Ermittlungen und Untersuchungen zum Schutz der Personen, die möglicherweise infiziert werden konnten, veranlasst.

Das Fleisch infizierter Tiere sei nicht in den Handel gelangt. Grundsätzlich werde jedes Rind vor der Schlachtung und jeder Tierkörper samt Schlachtnebenprodukten eines Rindes untersucht. „Sofern hierbei Anzeichen für Tuberkulose festgestellt werden, werden umgehend weiterführende Untersuchungen eingeleitet und die Tierkörper und Nebenprodukte bis zum Abschluss der Untersuchungen amtlich beschlagnahmt“, erklärt das Landesamt. Wenn sich der Verdacht bestätigt, müssen Schlachtkörper, Nebenprodukte und Milch beseitigt werden.

Herkunft des Erregers konnte bislang noch nicht ermittelt werden

Per Verordnung ist für den Fröndenberger Fall nun geregelt, dass fünf Jahre rückwirkend epidemologische Nachforschungen betrieben werden. Dabei geht es darum, mögliche Kontakttiere zu ermitteln, die die Erreger potenziell weiter verbreitet oder in die betroffenen Betriebe hineingetragen haben könnten. Wie der Erreger in die Betriebe hineingetragen wurde, konnte noch nicht geklärt werden.

Bekannt ist, dass die betroffenen Betriebe in enger Verbindung stehen. Aufzuchtrinder waren als Kälber im Alter von drei bis fünf Monaten aus Meinerzhagen zum Aufzuchtbetrieb nach Fröndenberg gekommen, dort aufgezogen worden und als trächtige Kühe etwa vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wieder zum Milchviehbetrieb nach Meinerzhagen zurückgebracht worden.

Die Tuberkulose des Rindes ist ansteckend und durch Bakterien verursacht

Tuberkulose beim Rind

Ansteckungsgefahr auch für den Menschen

  • Die Haupterreger für die Tuberkulose des Rindes sind„Mycobacterium (M.) bovis subspezies bovis“ und „M. bovis subsp. caprae“. Zu den tuberkulösen Mykobakterien gehört unter anderem auch „M. tuberculosis, der Erreger der Tuberkulose beim Menschen“. Die Erreger der Rindertuberkulose können auch auf den Menschen übertragen werden und Erkrankungen auslösen, ebenso wie „M. tuberculosis“ für eine Tuberkulose beim Rind verantwortlich sein kann.
  • Am häufigsten tritt bei infizierten Tieren eine Lungentuberkulose auf. Die Tiere sind geschwächt, verlieren Gewicht, zeigen eine erschwerte Atmung mit Husten und starken Leistungsabfall. Neben der Lungentuberkulose können sich Infektionen in Darm und Gebärmutter, aber auch in allen anderen Organsystemen ausbilden. Symptome sind beispielsweise Koliken, Durchfall und Fehlgeburten. Bei einer Entzündung des Euters können die Mykobakterien mit der Milch ausgeschieden werden.
  • Genau wie bei verschiedenen Tierarten eine wechselseitige Übertragung möglich ist, gilt dies auch für den Menschen. Mykobakterien sind Zoonoseerreger. Bedeutet: die Übertragung vom Tier auf den Menschen und umgekehrt sowie die Übertragung von Mensch zu Mensch sind möglich. Als besonders gefährdet gelten Kinder und ältere Menschen sowie Personen mit einer Immunschwäche.

Die Tuberkulose ist eine sogenannte Zoonose – eine Infektion, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbar ist. Die Übertragung von Rindern auf Menschen kann über Milch, über Fleisch oder über den direkten Kontakt erfolgen.

Die Tuberkulose des Rindes ist eine ansteckende, durch Tuberkulosebakterien (Mykobakterium bovis und Mykobakterium caprae) verursachte, chronisch verlaufende, anzeigepflichtige Tierseuche. Ihre Bekämpfung ist durch die Verordnung zum Schutz gegen die Tuberkulose des Rindes geregelt.

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