Trotz Rollkur: Signal der RB 54 belästigt die Anwohner nach wie vor

dzStörendes Warnsignal

Zurück aus der Kur und die Stimme kratzt trotzdem noch? Nachdem die neuen Züge des Typs Pesa Link beim polnischen Hersteller generalüberholt wurden, sollte das Signal eigentlich weniger stören. Davon merken Anwohner noch nichts.

Fröndenberg

, 11.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit die neuen Züge des Typs Pesa Link auf der Linie RB 54, der sogenannten Hönnetalbahn von Unna nach Neuenrade, fahren, fühlen sich die Anwohner von deren Pfeifsignal belästigt. Geändert habe sich daran aus Anwohnersicht bis heute nichts, wie Ardeys Ortsheimatpfleger Klaus Böning berichtet – und im gleichen Atemzug bemängelt.

Im September 2019 fand anlässlich der Lärmbelästigung eine Gesprächsrunde mit betroffenen Anwohnern, Bahnvertretern und Ardeys Ortsheimatpfleger statt. Die Vertreter des Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), in deren Auftrag DB Regio fährt, erklärten in diesem Gespräch, warum sie keinen direkten Einfluss auf die technische Beschaffenheit der Wagen haben – und sie kündigten kleine und größere Maßnahmen an, mit denen das Problem dennoch kurz bis langfristig gelöst werden könnte.

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So etwa eine zeitnah angestrebte Veränderung der Signalgebung, die Sensibilisierung der Zugführer und die Beschrankung aller Bahnübergänge mit Lichtzeichenanlagen, was auch die Anschlusszeiten der Züge verbessere, resümiert Klaus Böning.

Lärm nimmt ein Stück Lebensqualität

Zugesagte technische Veränderungen oder Lärmschutzmaßnahmen seien allerdings bis heute nicht umgesetzt. Die Anwohner der Bahnlinie hätten sich durch den Bahnlinienverkehr bis zur Einführung der neuen Züge nie gestört gefühlt. Nun aber nehme ihnen die Lärmbelästigung ein großes Stück Lebensqualität „ohne Aussicht auf Verbesserung“, da der NWL die Zusagen nicht einhalte.

Wer mit dem Auto von der Dorfmitte Ardey Richtung Hilkenohl fährt, steuert recht unvermittelt auf den unbeschrankten Bahnübergang zu.

Wer mit dem Auto von der Dorfmitte Ardey Richtung Hilkenohl fährt, steuert recht unvermittelt auf den unbeschrankten Bahnübergang zu. © Marcus Land

NWL-Sprecher Uli Beele kennt die Probleme mit den neuen Zügen nur allzu gut. Das Pfeifsignal habe nicht nur in Fröndenberg, sondern auch in den kleinen Kommunen des Sauerlands, in denen es noch mehr unbeschrankte Übergänge gibt, für Ärger gesorgt. Und es sei nur die Spitze des Eisbergs gewesen. Die Züge hätten eine Reihe von Kinderkrankheiten – etwa auch in den Bereichen Elektronik, Kupplung und Klima – gehabt.

Frequenz soll angepasst werden

Im Herbst sei tatsächlich verabredet worden, dass bei allen Fahrzeugen, die nach und nach zum polnischen Hersteller in Rollkur gehen, auch die Signalfrequenz verändert werde. Das bedeute allerdings nicht, dass das neue Signal messbar leiser sei. Die neue Frequenz würde nur eher dem Signal ähneln, das die Menschen von älteren Zügen kennen. Älteren Modelle fahren auf den betroffenen Strecken zum Teil noch parallel.

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Die Veränderung der Signalfrequenz sei keine große Maßnahme und müsste inzwischen bei so gut wie allen Pesa-Zügen umgesetzt sein. DB Regio möchte am Mittwoch bekanntgeben, ob an einigen Zügen noch Signal-Korrekturen ausstehen oder ob bereits alle umgerüstet sind. Es liege also nahe, dass nun auch das neue Signal von den Anwohnern als störend empfunden werde, so Uli Beele.

Irgendwann soll es keine unbeschrankten Bahnübergänge mehr geben

Dass alle Bahnübergänge langfristig mit Schranken ausgestattet werden sollen, sei nach wie vor Ziel des NWL. Dann müssen die Züge auch nicht mehr hupen, die Bahnübergänge würden vor allem aber viel sicherer. Ein „böser Schwerpunkt“ mit besonders vielen gefährlichen unbeschränkten Übergängen befände sich noch im östlichen Münsterland.

Der NWL sei allerdings weder Bauherr noch Eigentümer und könne auf die Umgestaltung der Bahnübergänge lediglich hinwirken. Für Fröndenberg gebe es in diesem Punkt noch keine spruchreifen Neuigkeiten.

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